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ich versuch es mal mit einer (langen) Wutrede (BVB)

Steffi ⌂ @, Eichlinghofen! :-), Donnerstag, 20. April 2017, 02:34 (vor 10 Tagen) @ CHS
bearbeitet von Steffi, Donnerstag, 20. April 2017, 02:41

Nabend!

Ich hab das jetzt mal drei Stündchen sacken lassen. Ich bin wirklich sehr erschüttert, was in den sozialen Medien nun über die Mannschaft und den Trainer geschrieben wird. Auf der Facebookseite von Borussia kann man eigentlich mal ne Runde Screenshots machen und die zur Polizei bringen. Piszceck anstatt Bartra die Verletzung aufgrund der Bombe zu wünschen, war noch das Zahmste, was man dort lesen durfte.

Mich ermüdet das alles so unglaublich - nicht erst seit letzter Woche. Überall nur noch Ellbogen, Hass und Häme. Und ich denk mir so, dass sich diese Mannschaft von ein paar Vollasis, die nicht mal ihren Namen schreiben können und als Profilbild maximal ne unscharfe Bierpulle zustande kriegen, so eine Scheiße echt nicht bieten lassen muss.

Ich weiß nicht, einige kriegen es offensichtlich nicht in ihre Murmel. Das war ein gezielter Mordanschlag (kein, oh ich war zufällig da, wo der Laster in die Menschenmenge gerauscht ist - was natürlich ebenfalls schon schlimm genug wäre) und einige fangen echt nach EINER (!!!) Woche schon an mit den Augen zu rollen, weil man ja immer noch über das Attentat spricht. Jetzt echt mal, so langsam wird es langweilig. Können wir nicht mal wieder über Fußball reden? Die Sterne vom Himmel spielen? Die Arschbacken zusammenkneifen? Hohn und Schande ist das, was bei einigen abgeht. Auch hier! Wenn ich so Überschriften wie "Wie lange können wir die Ausrede "Anschlag" nun eigentlich nutzen?" lese, da möchte ich... *zensiert*. Mir ist dann auch vollkommen egal, was eigentlich in dem Beitrag steht und ob das so gemeint ist oder nicht. Herr im Himmel, schaltet vor dem Posten doch mal euer Hirn ein. Überlegt euch, wie wirkt das, was ich da schreibe. Ist das in dieser Situation angemessen? Empathisch? Menschlich?

Klar, haben wir die ganze Saison schon Probleme mit unserer Abwehr und mit ziemlicher Sicherheit, wird man da für die nächste Saison auch noch was tun. Aber jetzt zu überlegen, woran der ein oder andere Ausfall, Fehlpass, etc. liegt, verbietet sich doch einfach!

Und auch immer das Suchen nach einem Schuldigen oder den Schuldigen. Kann man das momentan echt nicht einfach mal lassen? Weiß einer, was intern gerade los ist? Weiß jemand, ob diese Aufstellung von Taktik oder dem Zustand der Spieler geprägt war? Wir wissen das doch alle gar nicht und zu einem Großteil geht es uns auch einen feuchten Scheiß an. Oder glaubt ihr ernsthaft, Tuchel stellt sich bei den Ollis nach dem Spiel hin und sagt, den Dembele konnte ich nicht von Anfang an bringen, der schläft nämlich seit einer Woche nicht. Ich jedenfalls weiß nichts und deswegen maße ich mir momentan wirklich gar keine und damit meine ich wirklich GAR KEINE Meinung zur sportlichen Lage an.

Auch was Tuchel angeht! Er saß genauso im Bus wie die Spieler, trotzdem erwarten alle von ihm irgendwie eine andere Reaktion als von den Spielern. So als sei er der Papa von einer I-Männchen Truppe. Der hat genauso ein Trauma wie alle anderen auch, muss aber gleichzeitig jetzt irgendwie Verantwortung für Taktik, Mannschaft, etc. übernehmen. In seinen Schuhen möchte ich gerade genauso wenig stecken, wie in denen von jedem einzelnen Spieler. Und das hat nichts damit zu tun, ob man Tuchel nun grundsätzlich mag oder gut findet oder nicht.

Wir sollten uns über so was wie Viertelfinalaus wirklich keine Gedanken machen. Auch der Pokal nächste Woche oder noch die fehlenden Bundesligaspiele. Holt man was, isses hübsch, wenn nicht, isses auch wurst. Vielleicht ist nach der Sommerpause alles halbwegs wieder gut, vielleicht gibt es für unseren Verein aber auch ein paar ganz ganz schwere Monate, wo wir uns erstmal von allen Wünschen nach Platzierungen und Wettbewerben verabschieden müssen.

Ich höre immer überall Trauma hier und Trauma dort. Das Trauma ist überhaupt nicht das Problem. Wir alle erleben in unserem Leben mal eins. Einen Unfall, einen Todesfall, etc. etc. Problematisch wird es, wenn es zu einer posttraumatischen Belastungsstörung kommt und da kannst du jahrelang dran knabbern. Und ich befürchte, dass einige da schon drin stecken, denn eigentlich sorgt man bei solchen Dingen (also nach einem Attentat) erstmal dafür, dass die Betroffenen einen sicheren Ort haben, wo sie zur Ruhe kommen können. In unserem Fall hat man die Spieler erstmal wieder aufs Grün gejagt.

Mich regt das alles gerade so unglaublich auf, dass ich die Wände hochgehen könnte. Ich kann mich nicht daran erinnern, eine Niederlage mal so emotionslos hingenommen zu haben. Es ging ja nun nicht grad gegen Ingolstadt oder so. Ich bin aber auch heute einfach immer noch so unsagbar glücklich, dass es noch eine Mannschaft gibt, der ich beim Kicken zugucken kann. So unfassbar quälend anzuschauen es heute auch gewesen sein mag.

Und damit... gute Nacht! *tschuldi für die Schimpftirade, aber ich wär sonst geplatzt*

 

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