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ich versuch es mal mit einer (langen) Wutrede (BVB)

Erfolgsfan, Donnerstag, 20. April 2017, 11:42 (vor 10 Tagen) @ Sascha

Hi Steffi,

ich mag deinen Worten nur bedingt folgen. Natürlich bin ich kein Psychologe, bzw. meine Sichtweise ist reine Küchenpsychologie, aber ich glaube nicht, dass eine Sichtweise wie:

"Wir sollten uns über so was wie Viertelfinalaus wirklich keine Gedanken machen. Auch der Pokal nächste Woche oder noch die fehlenden Bundesligaspiele. Holt man was, isses hübsch, wenn nicht, isses auch wurst."

wirklich gut für die Mannschaft wäre. Es ist meiner Meinung nach ein schmaler Grat zwischen Verarbeitung und Bewältigung. Natürlich war der Anschlag ein einschneidendes Ereignis für die Spieler und sie haben daran zu arbeiten, wieder in ein normales Leben zurück zu finden. Dazu gehört für mich aber auch, dass man dem Ereignis keine überspannende Bedeutung zumisst und ihm alles andere unterordnet. Ich denke eher, dass es auch für die Psyche sehr wichtig ist, weitere Ziele zu haben und auf ihre Verwirklichung hinzuarbeiten.

Ich denke, dass es neben der Bewältigung des Anschlages auf das Team auch um die Bewältigung/Verarbeitung der Art und Weise des Ausscheidens gehen muss und wird. Die Niederlage in beiden Spielen kann man in Verbindung zum Anschlag sehen und womöglich werden Spieler genau diese Verbindung auch herstellen und beide Ereignisse zu einem zusammenfassen.

Das würde allerdings ein gewisses Risiko für die Zukunft beinhalten: Wird genau dieses Ereignis bzw. die Erinnerung getriggert, folgt direkt die Verbindung zur Niederlage. Farbbeutel gegen den Bus beim Pokalspiel in München...läuft. Wartezeit im Bus, weil irgendeine Sperrung noch erfolgen muss oder ein Fahrzeug an der Strecke abgeschleppt wird...

Genau diese "alltäglichen" Dinge nicht mehr in Verbindung zum Anschlag sowie zur den Niederlagen zu verbinden, dürfte die große Kunst der Aufarbeitung sein. Meine Befürchtung ist, dass dies allerdings zu kurz kommt und spätestens nach dem Ende der Saison in aller Ruhe nachgeholt werden muss.

Es bietet sich daher an (auch für Tuchel), die Niederlagen nicht an dem Anschlag festzumachen, sondern an der Leistung auf dem Platz. Der Erklärungsansatz, dass Spieler mental womöglich angeschlagen waren und deshalb ihre Leistung nicht abrufen konnten, ist natürlich weiter legitim. Es gilt dann, genau daran zu arbeiten und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Eine Folge könnte dann auch sein, dass man in Zukunft bei einem Ereignis ähnlicher Schwere eben nicht antritt und sich einer zeitnahen Neuansetzung verweigert. Abseits davon müssen die Spiele -wie jedes andere Spiel- sportlich und taktisch analysiert werden. Am Ende liegt die Wahrheit auf dem Platz.

 

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