EU bringt Verschlüsselungsverbot auf den Weg (Sonstiges)
, Montag, 09.11.2020, 10:58 (vor 1883 Tagen)
bearbeitet von Ballmann, Montag, 09.11.2020, 11:19
Laut diesem Bericht im ORF hat der EU-Ministerrat in den letzten Tagen beschlossen, ein Verschlüsselungsverbot für Messenger-Dienste (WhatsApp, Signal etc.) auf den Weg zu bringen. Demnach müssen die Anbieter den Behörden Schlüssel zur Einsicht geben. Vorwand ist die angebliche Notwendigkeit, um Terroranschläge wie in Wien verhindern zu können. Aber natürlich wissen wir, dass es dabei kaum bleiben wird.
[Wien war übrigens nicht ermöglicht durch das Fehlen digitaler Überwachung, sondern schlicht Behördenversagen:
Tagesschau
Der österreichische Verfassungsschutz habe nach der Haftentlassung die Observierung des späteren mutmaßlichen Attentäters eingestellt. Unterdessen berichteten NDR,WDR und Süddeutsche Zeitung, dass die slowakischen Behörden in diesem Sommer ihren österreichischen Amtskollegen mitgeteilt hätten, dass der mutmaßliche Attentäter im Sommer zusammen mit einem weiteren Mann in der Slowakei versucht habe, Munition zu kaufen.]
Edit Moderation: Kategorie angepasst
Auch passend hierzu
Annika, Luzern, Montag, 09.11.2020, 21:41 (vor 1882 Tagen) @ Nolte
In Frankreich soll nächste Woche wieder ein Gesetz vors Parlament zur Abstimmung kommen, das das Filmen von Polizisten verbietet. Natürlich mit der Einschränkung, dass es nur verboten ist "…wenn das Ziel darin besteht, der körperlichen oder geistigen Unversehrtheit (i.O. "son intégrité physique ou psychique") des Polizisten oder Gendarmen zu schaden, …".
Solch eine Intention lässt sich natürlich problemlos vor Ort in freundlicher Kommunikation mit den Beamten ausschließen, sodass niemand fürchten muss, die Polizei könne sich jetzt noch mehr der öffentlichen Kontrolle entziehen als ohnehin schon.
Auch passend hierzu
simie, Krefeld, Dienstag, 10.11.2020, 20:08 (vor 1881 Tagen) @ Annika
Dann müssen die Flics ja bald nicht mehr neidisch nach Deutschland schauen, wo derzeit der Paragraph 201 StGB gerne von der Polizei missbraucht wird, um Aufnahmen zu unterbinden.
Schreibt doch mal Euren MdEP
fabian 1909, Dortmund, Montag, 09.11.2020, 17:46 (vor 1882 Tagen) @ Nolte
Das kann doch nicht deren Ernst sein. Am besten mal die Email Postfächer der örtlichen Abgeordneten im MdEP fluten.
Schreibt doch mal Euren MdEP
Annika, Luzern, Montag, 09.11.2020, 21:35 (vor 1882 Tagen) @ fabian 1909
Das kann doch nicht deren Ernst sein. Am besten mal die Email Postfächer der örtlichen Abgeordneten im MdEP fluten.
Oder einfachmal mit den Jungs im Keller treffen und ein paar MdEP Whatsapp Accounts hacken. Die haben sicher nichts dagegen, ein paar Details aus Ihrem Leben mit ihrer Wählerschaft zu teilen.
Das freut Telegram mit Sitz in Dubai
Basti Van Basten, Romania, Montag, 09.11.2020, 17:05 (vor 1882 Tagen) @ Nolte
Die Politiker, die das jetzt fordern, sind doch allesamt Idioten. Die haben noch nicht so ganz begriffen wie das alles funktioniert.
Und Wien war die Folge von Behördenversagen und radikalen Imamen. Vielleicht sollten die da mal ansetzen - also bei sich selbst. Aber Fehler eingestehen ist scheinbar nicht so ihr Ding.
Was ist das denn wieder für eine Idee?
Nietzsche, Montag, 09.11.2020, 16:02 (vor 1882 Tagen) @ Nolte
Ich habe da jetzt nicht nachgelesen, aber vielleicht weiß das jemand.
Wollen die
- von allen größeren Dienstanbietern eine Hintertür
oder
- Verschlüsselung wirklich verbieten, also illegal machen?
Hilft natürlich beides nicht beim Problem Terrorismus, aber daran haben wir uns ja gewöhnt. Mich interessiert halt, in welchen absurden Zustand die uns überführen wollen. Falls das wer auf die Schnelle weiß, wäre ich für eine Antwort dankbar.
Was ich darüber hinaus wirklich erstaunlich finde, ist die offenbar vollständige Unfähigkeit von Politikern, technische Unmöglichkeiten zu verstehen und zu akzeptieren. Da wird durch Umformulierungen so getan, als könne man technische Grundsätze beeinflussen.
Was ist das denn wieder für eine Idee?
Ulrich, Montag, 09.11.2020, 16:41 (vor 1882 Tagen) @ Nietzsche
Ich habe da jetzt nicht nachgelesen, aber vielleicht weiß das jemand.
Wollen die
- von allen größeren Dienstanbietern eine Hintertür
oder
- Verschlüsselung wirklich verbieten, also illegal machen?Hilft natürlich beides nicht beim Problem Terrorismus, aber daran haben wir uns ja gewöhnt. Mich interessiert halt, in welchen absurden Zustand die uns überführen wollen. Falls das wer auf die Schnelle weiß, wäre ich für eine Antwort dankbar.
So wie ich es verstehe, wollen sie eine Art Zugang beim Anbieter, um dann ähnlich wie bisher bei der Sprachkommunikation mit richterlichem Beschluss "mitlesen" zu können.
Was ist das denn wieder für eine Idee?
Nietzsche, Montag, 09.11.2020, 19:03 (vor 1882 Tagen) @ Ulrich
So wie ich es verstehe, wollen sie eine Art Zugang beim Anbieter, um dann ähnlich wie bisher bei der Sprachkommunikation mit richterlichem Beschluss "mitlesen" zu können.
Ja, das soll am Ende rauskommen.
Aber wird das jetzt ein Gesetz für Entitäten, die irgendwas mit Internet anbieten und ihnen dann besondere Pflichten auferlegt?
Oder will man bestimmte Computerprogramme verbieten?
Beides hätte ja den von Dir beschriebenen Effekt, aber eben auch zig alberne Nebeneffekte.
Was ist das denn wieder für eine Idee?
tim86, Hamburg, Montag, 09.11.2020, 16:53 (vor 1882 Tagen) @ Ulrich
Und ignorieren dabei das dies bei den gängigen Verschlüsselungen nicht möglich ist, da auch der Anbieter diese nicht entschlüsseln kann.
Und das das einbauen einer solchen Möglichkeit eine erhebliche Sicherheitslücke einbaut, die auch von kriminellen, von fremden Geheimdiensten und zur Wirtschaftsspionage ausgenutzt werden wird.
Was ist das denn wieder für eine Idee?
Ulrich, Montag, 09.11.2020, 17:21 (vor 1882 Tagen) @ tim86
Und ignorieren dabei das dies bei den gängigen Verschlüsselungen nicht möglich ist, da auch der Anbieter diese nicht entschlüsseln kann.
So wie ich es verstehe, müsste man entweder das Konzept komplett ändern und statt einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sozusagen eine zentrale Server-Instanz einführen. Dort könnte man sich dann dazwischen klinken. Der Aufwand dürfte aber enorm sein. Komplettes Neudesign des Verfahrens, und Aufbau einer großen Serverinfrastruktur. Oder man baut eine Art "Hintertür" ein, mit der im laufenden Datenstrom mitgelesen werden kann. Aber wie will man dann kontrollieren, ob wirklich nur mit richterlicher Erlaubnis mitgelesen wird?
Und das das einbauen einer solchen Möglichkeit eine erhebliche Sicherheitslücke einbaut, die auch von kriminellen, von fremden Geheimdiensten und zur Wirtschaftsspionage ausgenutzt werden wird.
Speziell bei "Hintertüren" ist das so. Alles in allem scheint mir das ganze mal wieder komplett undurchdacht zu sein.
Was ist das denn wieder für eine Idee?
Nietzsche, Montag, 09.11.2020, 19:12 (vor 1882 Tagen) @ Ulrich
So wie ich es verstehe, müsste man entweder das Konzept komplett ändern und statt einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sozusagen eine zentrale Server-Instanz einführen. Dort könnte man sich dann dazwischen klinken. Der Aufwand dürfte aber enorm sein.
Glaube ich nicht. Die betreffenden Firmen haben derart viel Zeug laufen, dass ein mäßig geschützter Chat-Client mit Hintertür recht einfach anzubieten sein würde.
Die Frage ist natürlich, wer den Quatsch installieren und nutzen würde. Ganz sicher niemand, den man abhören möchte.
Aber wie will man dann kontrollieren, ob wirklich nur mit richterlicher Erlaubnis mitgelesen wird?
Ja gar nicht. Wie jetzt auch schon.
Und das das einbauen einer solchen Möglichkeit eine erhebliche Sicherheitslücke einbaut, die auch von kriminellen, von fremden Geheimdiensten und zur Wirtschaftsspionage ausgenutzt werden wird.
Speziell bei "Hintertüren" ist das so. Alles in allem scheint mir das ganze mal wieder komplett undurchdacht zu sein.
Es ist eigentlich ganz einfach. Wenn es eine Infrastruktur gibt, die eine Hintertür haben muss, dann wissen ja wirklich alle, dass da auch eine ist.
Und genau danach werden ziemlich viele gute Leute suchen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die gefunden und publiziert wird.
Was ist das denn wieder für eine Idee?
simie, Krefeld, Dienstag, 10.11.2020, 20:10 (vor 1881 Tagen) @ Nietzsche
Und genau danach werden ziemlich viele gute Leute suchen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die gefunden und publiziert wird.
Oder noch schlimmer nicht publiziert wird und ausgenutzt wird.
EU bringt Verschlüsselungsverbot auf den Weg
Franke, Montag, 09.11.2020, 12:10 (vor 1883 Tagen) @ Nolte
Polizei/Geheimdienste wollen immer noch mehr Informationen haben, aber nach Anschlägen stellt man immer wieder fest, dass sie daran gescheitert sind, die Informationen, die sie hatten, an die richtige Stelle weiterzuleiten, zu bewerten und zu handeln.
Der sicherste Weg, diese Behörden auszuschalten ist, sie mit noch viel mehr Informationen zu überschütten. ;-)
EU bringt Verschlüsselungsverbot auf den Weg
Eastwood, Montag, 09.11.2020, 15:50 (vor 1882 Tagen) @ Franke
Polizei/Geheimdienste wollen immer noch mehr Informationen haben, aber nach Anschlägen stellt man immer wieder fest, dass sie daran gescheitert sind, die Informationen, die sie hatten, an die richtige Stelle weiterzuleiten, zu bewerten und zu handeln.
Der sicherste Weg, diese Behörden auszuschalten ist, sie mit noch viel mehr Informationen zu überschütten. ;-)
Ja, vergrößert den Heuhaufen, dass ist die Lösung!!!1elf!
Es ist, mal wieder, eine Sauerei, wie man diese Geschichte quasi durch die Hintertür einführen will. Zumal es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch andere interessierte Gruppen diese Hintüren für sich nutzen werden. Aber ich sehe das inzwischen leider fatalistisch. Wir können uns mühen wie wir wollen, wir werden alle gläsern.
EU bringt Verschlüsselungsverbot auf den Weg
kriwi09, Montag, 09.11.2020, 18:41 (vor 1882 Tagen) @ Eastwood
Wie verhindere ich denn tödliche Autounfälle, die ähnlich Schicksalhaft über einen herbeibrechen können wie Terroranschläge?
Die USA hat 2x jährlich nine eleven durch ihr Waffenrecht.
EU bringt Verschlüsselungsverbot auf den Weg
Annika, Luzern, Montag, 09.11.2020, 21:33 (vor 1882 Tagen) @ kriwi09
Wie verhindere ich denn tödliche Autounfälle, die ähnlich Schicksalhaft über einen herbeibrechen können wie Terroranschläge?
Die USA hat 2x jährlich nine eleven durch ihr Waffenrecht.
Prost!