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Eher Stärkung der eigenen Position? (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 26.04.2021, 22:35 (vor 1730 Tagen) @ CedricVanDerGun

Kohfeldt hat in der letzten Saison fast alles falsch gemacht. In dieser Saison hat er teilweise gezeigt, dass er die Konsequenzen daraus gezogen hat. Um dann wieder genau die Fehler zu begehen, die zur der prekären Situation der letzten Spielzeit geführt haben.

Ich bin bei Werder leider nicht so tief drin. Dass da letzte Saison nahezu alles falsch lief ist ja klar. Aber kannst du mir bitte auf die Sprünge helfen, was diese Fehler sind, die Kohlfeld macht und die dazu führen, dass sie nun wieder so tief unten drinstehen? Ich dachte, dass es einfach dem Kader geschuldet ist und Kohlfeld schon das bestmögliche da herausholt

Kohfeldts Fußballideal ist das offensive Kombinationsspiel in einem 4-3-3 - System. Es ist ihm auch in der ersten Teilsaison, als er von Skripnik übernahm, und vor allem der Folgesaison (die man knapp hinter einem EL-Platz auf Rang 8 abschloss) gut gelungen, dies zu implementieren. Das war teilweise wirklich ansehnlich.

Nur hatte man da noch einen Max Kruse, der in einer frei floatenden Offensivrolle als 9er/10er/8er-Hybrid Geist, Seele und Motor des Bremer Spiels war. Tobias Escher würde sagen, Kohfeldt habe ihm geschickt die für hinpassende Rolle zugewiesen. Ich schließe mich da eher vielen aus dem Bremer Umfeld an, die Kruse eher als jemanden gesehen haben, der sich seine Freiheiten (hier auf dem Spielfeld) einfach nimmt, wie er es selbst für richtig hält. Zumindest hat Kohfeldt ihn gewähren lassen und das zum Nutzen des Teams und zum Nutzen der Reputation Kohfeldts.

Als Kruse Werder verließ, verkündete Kohfeldt, dies sei zwar schade, aber nun würde man sogar noch flexibler ohne Kruse. Mit seinen Wunschspielern Osako und Sahin sah er die vormalige Rolle Kruses mehr als kompensiert. Ein fataler Trugschluss, basierend auf Kohfeldts Schwäche, Spieler in ihrer Bedeutung für das Mannschaftsspiel richtig einzuschätzen. Dieser Fehler zieht sich durch die gesamte letzte und auch diese Saison.

Zu Beginn der letzten Saison gab es bei Werder eine Verletzenmisere, vor allem im Defensivbereich. Kohfeldt musste improvisieren. Das gelang auch anfangs einigermaßen, kippte dann aber mehr und mehr. Grund war, dass Kohfeldt trotz der fehlenden Spieler und obwohl seine Idee von der Kompensation Kruses überhaupt nicht funktionierte, immer weiter auf sein offensives Komb8nationsspiel im 4-3-3 setzte. Was immer immer schlechter funktionierte, die Niedelagen wurden immer höher. Das 0:5 Zuhause gegen die ebenfalls im Tabellenkeller befindlichen Mainzer unter Beierlorzer war dann der erste negative Höhepunkt. Bis zur ‚Coronazwangspause‘ kam man auch nicht mehr aus diesem Tief heraus, weil Kohfeldt nur halbherzig von seinen Idealvorstellungen abwich.

Für diese Saison hatte Kohfeldt die offensichtlich richtigen Schlüsse gezogen und zunächst das spielen lassen, wozu der Kader in der Lage ist (zumal auch noch Klaassen Werder verließ). Volle Konzentration auf die Defensivarbeit, Defensivstandardschwäche abstellen, nach vorne gelegentliche Konter und eigene Standards besser nutzen. Was auch recht ordentlich funktionierte. Jedenfalls solange, bis Klhfeldt wieder in den Fehler verfiel, ‚schönen Fußball‘ spielen zu lassen. Er stellte dann die Mannschaft wieder um , die dann auch wieder im 4-3-3 Kombinationsfußball spielen sollte. Wenn man aber nicht die Spieler dafür hat, dann funktioniert das auch nicht. Statt bei einer einigermaßen funktionierenden Linie zu bleiben und diese weiter einzuschleiifen und zu optimieren, versuchte Kohfeldt eine alternierende Ausrichtung je nach Gegner. Was nicht funktionierte, ihn aber nicht davon abhielt, weiter so zu verfahren.

Eine weitere immer wiederkehrender Fehler Kohfeldts ist es, ohne Not verschiedene Spieler immer wieder rauf andere Positionenzu setzen und ihnen andere Rollen zuzuschreiben. Osako mal auf der 9 (wo er ohnehin deplatziert ist), mal auf der 10, mal woanders. Sargent mal auf der 9, mal auf der 10, mal auf den Flügeln. Das Gleiche mit Bittencourt, mit Rashica, mit Möhwald, mit Friedl. Wie gesagt, ohne Not.

Mit diesem Kader, ohne Kruse, ohne Klaassen, mit einem M. Eggestein meilenweit von seiner Bestform entfernt (was auch für Rashica gilt), ohne wirklichen 6er (jetzt wird Bargfrede wieder reaktiviert) und jemanden, der den 10er-Raum wirklich bespielen kann, kann man keinen variablen, erst recht keinen offensiven Kombinationsfußball spielen. Die Mannschaft braucht eine klaren Defensivauftrag mit klar definierten Rollen und Zuständigkeiten, mit festen Positionen für die einzelnen Spieler. Was Kohfeldt auch durchaus zunächst implementiert hat und womit auch gepunktet wurde. Wahrlich nicht schön, aber effektiv. Warum er dann immer wieder von dieser Linie abgerückt ist in dieser Saison ( wo dann auch prompt nicht gepunktet wurde), wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Werders Hoffnungen ruhen jetzt auf der Rückkehr Topraks in die Innenverteidigung und auf Bargfrede, der wohl in den letzten Spielen die 6er-Position einnehmen könnte. Ob die benötigten Punkte innden letzten drei Spilen dabei herauskommen, wird man sehen. Die Gegner sind mit Leverkusen, Augsburg und Gladbach jedenfalls nicht ohne.


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