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Sportlich kann Haller Sinn machen... (BVB)

bobschulz, MS, Dienstag, 10.05.2022, 15:31 (vor 1587 Tagen) @ Will Kane

Mir persönlich scheint die Sechserposition ohnehin die Baustelle zu sein, die primär behoben werden sollte.


Bei all der Stürmerdiskussion: Jepp. Sechserposition ist neuralgisch. Sieht man selbst bei den Bayern, dass die eigentlich ganz gut und gerne einen richtigen Sechser gerne hätten. Kimmich ist keiner, auch wenn er es ordentlich bis gut macht.


Kimmich ist im Prinzip ein offensiv denkender Achter. Und Goretzka ein box-to-box-Achter. Tolisso ist ebenfalls ein Spieler für das zentrale und nicht das defensive Mittelfeld. Ebenso Sabitzer (wenn der nicht mal wieder als linker Außenverteidiger oder wingback eingesetzt wird…). Musiala macht seine Sache im zentralen Mittelfeld gut, wenn er dort eingesetzt wird, ist aber ein offensiver Achter und keiner für das defensive Mittelfeld.

Der einzige wirkliche Sechser (aber auch kein Abräumer, mehr eine Art Xabi Alonso im Kleinformat) im Bayernkader ist Roca. Der aber weder von Flick, noch von Nagelsmann gefördert wird. Klar, er hat seine z.T. erheblichen Defizite in den Bereichen Geschwindigkeit und Zweikampfführung. In beiden Punkten hat er aber erkennbar an sich gearbeitet und für Startelfeinsätze gegen die Hälfte der Bundesligaclubs oder vermehrte Einwechselungen bei bestimmten Spielständen würde es allemale reichen.

Aber weder Flick, noch Nagelsmann wollten bzw. wollen diesen Spielertypen. Unter van Gaal, Heynckes, Guardiola, Ancelotti und selbst Kovać undenkbar. Die Pressing-Protagonisten Flick und Nagelsmann setzen auf Geschwindigkeit und nehmen dabei Defizie hinsichtlich der Passsicherheit und des Positionsspiels in Kauf. Was in der ersten Saisonhälfte funktioniert, bei steigender Spielanzahl in den Beinen aber immer problematischer wird.

Was die Bayern als typische Ballbesitzmannschaft mit Ballzirkulation ‚über die Bühne gebracht‘ haben, wird heute im Dauerpressingmodus hart erarbeitet. Bei weniger Ertrag. Jeder eroberte Ball wird sofort nach vorne gespielt; verliert man ihm wieder infolge unsauberen Passspiels, funktioniert das Gegenpressing nicht richtig und schon ist das eigene defensive Mittelfeld der freie Raum für die Konter des Gegners. Theoretisch können vorwärtshandelnde. Innenverteidiger diesen Raum abdecken, praktisch funktioniert dies aber nur mit den dafür geeigneten Spielertypen. Alaba und Boateng sind halt nicht mehr da und Hernández ist ein anderer Spielertyp und Upamecano hat mit sich selbst zu kämpfen.

Das Interesse der Bayern an Laimer als ‚Pressingmonster‘ (so Nagelsmann) zeigt, dass man diese Spielweise nicht in stärkerem Maße anpassen will. Laimer ist eben auch kein Sechser, sondern ebenfalls ein Achter.

Was das alles mit dem BVB zutun hat?

Nun, in der Tat wir nicht unähnliche Probleme. Die auch erkannt wurden. Ich hoffe nur, dass wir uns für die Sechserposition nicht nach einem reinen Abräumer und auch nicht nach einem reinen tiefen Spielmacher umschauen. Und auch nicht nach einem pressingstarkem Achte. Sondern explizit nach einem Sechser. Für diese neuralgische Position ist ein robuster, dennoch spielerisch beschlagener Spielertyp notwendig.

Gelingt es uns, diese Position adäquat zu besetzen, dann werden wir den Bayern mehr als Paroli bieten können.

Kannst Du mir als Laien auch Namen nennen? Und da auch noch bezahlbare?
Rodri, Fabinho, Kimmich, Jorginho und Kante wurden von 90 min genannt, in so etwas wie einer Statistik Top 5. Casemiro und Modric, Veratti fallen mir evtl ein, aber weder bezahlbar noch zukunftsträchtig.
Es gibt doch sicher neben Kamara auch noch (weitere) französische oder belgische Talente, die aber weit genug wären.
Oder etwas etabliertere Spieler: Was wäre denn mit Youri Tielemanns oder Leander Dendoncker? Die haben nur noch ein Jahr Restlaufzeit.

https://www.90min.de/posts/beste-defensive-mittelfeldspieler-der-welt-ranking


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