13. Todestag von Robert Enke (Sonstiges)
stoffel85, Donnerstag, 10.11.2022, 18:42 (vor 1164 Tagen)
Für mich einer der Momente, an denen ich noch genau weiß wo ich war und was ich gemacht habe.
Hier nochmal das Interview mit seinem Freund und Berater Jörg Neblung zu seinem zehntem Todestag 2019.
Grad durch Zufall bei Spox drüber gestolpert und sofort wieder en dicken Klos im Hals. Eine unfassbare Krankheit, die (weiter) vollste Aufmerksamkeit von allen erfordert.
13. Todestag von Robert Enke
thatEmJay, zurück in Berlin, Freitag, 11.11.2022, 15:52 (vor 1163 Tagen) @ stoffel85
bearbeitet von thatEmJay, Freitag, 11.11.2022, 16:09
War damals wirklich ne riesen Bombe, die da losgetreten wurde. Leider hat sich nur oberflächlich etwas verändert, die Leute gehen noch immer teilweise wie wildgewordene Tiere aufeinander los.
Deswegen ist es schon ironisch, dass du diesen Thread eröffnet hast. Erst gestern hast du einen Beitrag verfasst, der einzig darauf ausgerichtet war, mir einen reinzuwürgen.
13. Todestag von Robert Enke
donotrobme, Münsterland, Freitag, 11.11.2022, 11:10 (vor 1163 Tagen) @ stoffel85
Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, dass der Umgang mit psychischen Krankheiten in den letzten Jahren verbessert hat.
Depressionen sind in meiner Wahrnehmung nach kein Tabu-Thema mehr und viele sind zu der Einsicht gekommen, dass man solche Probleme/Krankheiten nicht nur mit einem gut gemeinten "Das wird schon wieder" löst.
Es ist halt dennoch bitter, dass es erst Opfer, wie Robert Enke, brauchte, damit hier ein Fortschritt wurde.
Oder wie seht ihr das?
13. Todestag von Robert Enke
guy_incognito, Rhein-Neckar, Freitag, 11.11.2022, 15:47 (vor 1163 Tagen) @ donotrobme
Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, dass der Umgang mit psychischen Krankheiten in den letzten Jahren verbessert hat.
Depressionen sind in meiner Wahrnehmung nach kein Tabu-Thema mehr und viele sind zu der Einsicht gekommen, dass man solche Probleme/Krankheiten nicht nur mit einem gut gemeinten "Das wird schon wieder" löst.Es ist halt dennoch bitter, dass es erst Opfer, wie Robert Enke, brauchte, damit hier ein Fortschritt wurde.
Oder wie seht ihr das?
Ich sehe ehrlich gesagt nicht, dass sich sonderlich viel getan hat.
Klar, das Thema ist mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und es gibt immer mehr Behandlungsangebote.
Trotzdem bleibt die Hemmung von Betroffenen sich z.B. in eine stationäre Therapie zu begeben oder mit anderen darüber zu sprechen. Die Angst vor Ablehnung ist immer noch gewaltig. Zudem wissen viele nicht wie sie mit einem Kranken umgehen sollen. Jemanden, der mit gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt, besucht man wahrscheinlich eher als einen, der sich in einer psychiatrischen Klinik befindet.
Dabei ist zumindest meine persönliche Erfahrung, dass sich insbesondere diejenigen wahnsinnig über Besuche freuen.
13. Todestag von Robert Enke
Andypsilon, Freitag, 11.11.2022, 18:06 (vor 1163 Tagen) @ guy_incognito
Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, dass der Umgang mit psychischen Krankheiten in den letzten Jahren verbessert hat.
Depressionen sind in meiner Wahrnehmung nach kein Tabu-Thema mehr und viele sind zu der Einsicht gekommen, dass man solche Probleme/Krankheiten nicht nur mit einem gut gemeinten "Das wird schon wieder" löst.Es ist halt dennoch bitter, dass es erst Opfer, wie Robert Enke, brauchte, damit hier ein Fortschritt wurde.
Oder wie seht ihr das?
Ich sehe ehrlich gesagt nicht, dass sich sonderlich viel getan hat.Klar, das Thema ist mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und es gibt immer mehr Behandlungsangebote.
Sehe ich zum Teil auch so, wobei die Aussage, dass es mehr Behandlungsangebote gibt zwar nicht falsch ist, aber leider ist es eine der Aussagen zum Thema, die zu falschen Annahmen führt. Denn sie verführt zum beispiel dazu zu denken, heute sei es leichter einen Therapieplatz zu finden und gerade was den Punkt angeht ist die Lage einfach katastrophal.
Mal zum Beispiel, 2009 habe ich auf meinen Therapieplatz in einer psychosomatischen Klinik 7 Monate gewartet, 2008 waren es 5 einhalb Monate. 2017 habe ich 15 Monate gewartet. Zwischendurch musste ich eine Therapie ganz absagen, da habe ich nach 21 Monaten Wartezeit die Zusage für meinen Platz bekommen und konnte nicht, weil ich da gerade mit einem Hodentumor beschäftigt war.
Ähnlich ist die Situation auch mit ambulanten Therapieplätzen und gerade da gibt es zwar deutlich mehr Angebote als früher, aber auch deutlich mehr an meiner Meinung nach nicht ungefährlichem Schwachsinn, der legal angeboten werden darf. Also sowas wie coachings, Energiefeldgedöns und was es da nicht alles für einen Quatsch gibt. Das bezahlt zwar nicht die Krankenkasse, aber naja, es gibt genug Leute die sich, eben genau wegen der langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz, auf sowas einlassen. Verzweifelung und so.
Ich bin vor 1,5 Jahren von der Stadt nach hinterm Hügel links aufs Land gezogen, die seriösen Therapeuten hier im Umkreis nehmen entweder gar keinen mehr auf weil die Wartelisten so voll sind, oder man kommt auf eine Warteliste, darf sich aber auf bis zu 2 Jahren Wartezeit freuen. Das andere sind dann irgendwelche Gesprächsangebote nach dem Motto "innere Mitte finden, dann klappt das schon mit der Depression."
Ist wirklich kein front gegen Dich, ich glaube, Du meinst schon das richtige. Es ist halt als Betroffener schon sehr frustrierend wie groß, leider auch zusammenhängend mit einem immer mal wieder kurz aufflackernden öffentlichen Interesse am Thema, teilweise die Fehlannahmen sind rund um die Topic psychische Krankheiten.
13. Todestag von Robert Enke
Rupo, Ruhrpott, Dienstag, 15.11.2022, 13:09 (vor 1159 Tagen) @ Andypsilon
Cathy Hummels empfiehlt Griechenland und Sonne!
https://www.spiegel.de/netzwelt/apps/cathy-hummels-influencerin-loescht-instagram-post-nach-kritik-a-4110f861-a22c-491a-87d7-1a6845a9dc8a
*Ich werde euch weiterhin mitnehmen durch mein Leben in all seinen Facetten.
Eure Cathy
*
Cathy, count me out please ;-)
13. Todestag von Robert Enke
Kopfi1909, Windhagen, Freitag, 11.11.2022, 12:26 (vor 1163 Tagen) @ donotrobme
Hier gab es ja gerade in letzter Zeit auch immer wieder Berühmtheiten die ganz offen mit dem Thema umgegangen sind.
Da ich ihn als Exil Berliner schon was länger verfolge ist Alexander Bojcan alias Kurt Krömer hier in Sachen Aufklärung und offenen Umgang, ja gerade dann auch in Kombination mit Torsten Sträter bei Chez Krömer sicherlich nochmal jemand gewesen der hier viele Ohren/Augen erreicht hat, auch mit seinem Buch. (Du darfst nicht alles glauben, was du denkst.)
Das waren für mich 2 Fälle die das Thema auch wieder sehr weit nach oben geholt haben. Und das Buch kann ich nur empfehlen
13. Todestag von Robert Enke
Unterhändler, Freitag, 11.11.2022, 14:39 (vor 1163 Tagen) @ Kopfi1909
Hier gab es ja gerade in letzter Zeit auch immer wieder Berühmtheiten die ganz offen mit dem Thema umgegangen sind.
Da ich ihn als Exil Berliner schon was länger verfolge ist Alexander Bojcan alias Kurt Krömer hier in Sachen Aufklärung und offenen Umgang, ja gerade dann auch in Kombination mit Torsten Sträter bei Chez Krömer sicherlich nochmal jemand gewesen der hier viele Ohren/Augen erreicht hat, auch mit seinem Buch. (Du darfst nicht alles glauben, was du denkst.)
Das waren für mich 2 Fälle die das Thema auch wieder sehr weit nach oben geholt haben. Und das Buch kann ich nur empfehlen
Hierzu ist Krömers Auftritt im Kölner Treff sehr interessant, erstaunlich wie offen er damit umgeht.
Öffentlichkeit ist bei Thema sehr wertvoll, kommt allerdings drauf an wie man das rüber bringt. Es gibt auch Negativ-Beispiele, die das sogar noch für Profit nutzen wollen und sich vor einen Karren spannen lassen, wie eine bekannte Ex-Spielerfrau.
13. Todestag von Robert Enke
Rupo, Ruhrpott, Freitag, 11.11.2022, 12:01 (vor 1163 Tagen) @ donotrobme
Moin,
ich denke es ist eine Sache der Aufklärung und der sich verändernden Gesellschaften.
Mein Onkel, der Bruder von meinem Vater, den ich nie kennen gelernt habe (geboren 66) - hat sich 1960 erhängt. Das wurde in der Familie nie thematisiert und wir Kinder haben das dann irgend wann später mal im Nebensatz mitbekommen. Auch andere Dinge wurden nie großartig thematisiert wie: Stress auf der Arbeit (Malocher Arbeit da gab es kein Mucken), Drogenkonsum (Alkohol, Tabak), ungesunder Lebenswandel, etc. das war die Nachkriegsgeneration, die waren – auch irgendwie verständlich, froh das sie wieder in die Spur gefunden hatten.
Als Kinder, Enkelkinder, etc. hast Du eine gewisse erbliche Prägung (die Wissenschaft meint Stand heute so ca. 10%) die sich da mitschleppen. Der Rest ist der Umgebung, Sozialisation, Lebenswandel, etc. geschuldet. Unsere Generation hat sicherlich den Vorteil das:
a. es leichter ist über psychische Probleme zu reden, sich krank schreiben zu lassen, Hilfe zu suchen..
b. es mehr Hilfsangebote gibt. Angefangen vom sozialen Netz (was so schlecht nicht ist), Krankenkassen, Therapie Angebote, etc.
c. die Sensibilisierung im Umfeld, Familie, Freunde, etc.
Trotzdem gibt es immer Menschen, bei denen der Leidensdruck dann so hoch ist, dass sie Suizid als letzten Weg sehen. 'Prominente' wie Robert Enke oder Robin Williams:
https://de.wikipedia.org/wiki/Robin_Williams
was mich persönlich sehr getroffen hat, sind traurige Schlaglichter.
Passt gut auf euch auf!
Beste Grüße,
Thomas
13. Todestag von Robert Enke
Balin, Freitag, 11.11.2022, 11:27 (vor 1163 Tagen) @ donotrobme
Ich glaube nicht, dass es einen Fall wie Enke brauchte, um die Aufklärung voranzubringen. Natürlich ist so ein tragischer Fall, so schlimm und paradox es klingt, "hilfreich", um das Thema Leuten zugänglich zu machen, die bis dahin eher wenig Berührungspunkte hatten, aber nach meinem Gefühl ist die Akzeptanz auch unabhängig von Enke in den letzten Jahren stark gestiegen. Was sicher auch damit zu tun hat, dass immer mehr Leute im privaten Umfeld jemanden kennen, der/die darunter leidet oder durch die Aufklärung viel eher depressive Verstimmungen erkennen.
Und, so traurig es ist, man sollte nicht den Fehler machen, zu glauben, dass Depressionen auf Dauer und mit zunehmender Akzeptanz weniger gefährlich werden. Natürlich hilft es, wenn die Betroffenen es schneller erkennen und schneller Hilfe bekommen, aber es bleibt ein potenziell lebensbedrohende Krankheit. Und Enke, der ja durch sein Umfeld eigentlich beste Voraussetzungen für schnelle und professionelle Hilfe hatte, konnte auch nicht mehr geholfen werden.
13. Todestag von Robert Enke
donotrobme, Münsterland, Freitag, 11.11.2022, 13:13 (vor 1163 Tagen) @ Balin
Ich gebe dir Recht dass wir als Gesellschaft bedacht sein sollten gesundheitliche Gefahren zu erkennen und zu ausbessern.
Leider erreicht man Menschen aber mit solchen nahbaren Geschichten mehr als mit drögen Zahlen und Fakten.
Immerhin sind die Tragödien um Personen des öffentlichen Lebens wie Enke oder Williams auch ein Appell, um Bein Thema psychische Krankheiten weiter zu sensibilisieren.
Schließlich ist mit Robert Enke nicht nur ein Mensch von uns gegangen sondern
- ein Führungsspieler und Idol von Hannover 96
- Ein Nationaltorwart Deutschlands der sich einreiht mit Neuer, Kahn oder Meier
Er hat sportlich mehr erreicht als die meisten Fußballer in unserem Land und da er scheinbar bescheiden lebte, hatte er wohl auch genug Geld angespart um sich und seiner Familie ein finanziell sorgenfreies Leben zu ermöglichen.
Und dennoch entschied er sich für den Suizid. Die Geschichte ist doch ein Mahnmal dafür psychische Krankheiten ernst zu nehmen und behandeln zu lassen.
Die Geschichte um Enke hätte man aber auch anders erzählen können:
- Trotz des vielen Geldes und des Ruhms machte er seine Frau zur Witwe, die dann auch noch öffentlichen über ihre letzten Tage mit ihm erzählen musste
- Er machte seine Tochter zu Halbwaisen und den Lokführer zum Henker - wie kann er das nur seinen Mitmenschen antun?
Wie Rupo schon schilderte, früher wurden die Ereignisse so zusammengefasst und man schwieg den Rest des Lebens dazu.
Heute und das ist mein Eindruck, kann man offener darüber reden. In meiner Wahrnehmung gab es zuletzt eher zu wenig Anlaufstellen für psychische Krankheiten und das war vor covid-19 und der derzeitigen Inflation.
Ich kann trotzdem nur jeden mit psychischen Problemen nur ermutigen sich professionelle Hilfe zu holen
13. Todestag von Robert Enke
Balin, Freitag, 11.11.2022, 14:22 (vor 1163 Tagen) @ donotrobme
Ich geb dir in allem Recht. Mein Aufhänger war nur, dass es den Fall Enke "brauchte". Das sehe ich anders. Ich hatte 2004 den ersten Fall bei mir in meiner Familie und wir sind sehr offen damit umgegangen. Die Reaktionen waren zu 99 % respektvoll und positiv und die anderen 1 % waren eher unbedacht als wirklich bösartig.
Deswegen sehe ich da schon eine Tendenz auch vor Enke, die sich zum Glück sehr von Rupos Beispiel aus den 60ern unterschied.
13. Todestag von Robert Enke
stoffel85, Freitag, 11.11.2022, 12:24 (vor 1163 Tagen) @ Balin
Es hilft aber dahingehend, dass es nicht mehr tabuisiert ist und Leute sich dann eher an wen wenden bzw. sich Hilfe suchen. Das erhöht die Chancen nicht komplett ins dunkle Loch zu fallen.
13. Todestag von Robert Enke
Rupo, Ruhrpott, Freitag, 11.11.2022, 13:01 (vor 1163 Tagen) @ stoffel85
wobei mich bei dem ein oder anderen im öffentlichen Licht stehenden Menschen (aka Celebrity) manchmal 'das Gefühl' beschleicht, dass es als so ne Art 'angesagte' Sache durch die Medien geschleppt wird...(ich nenne bewusst keine Namen) ala: ich war dann mal depressiv - aber ich habe es geschafft - mit XY...
13. Todestag von Robert Enke
Balin, Freitag, 11.11.2022, 12:35 (vor 1163 Tagen) @ stoffel85
Klar, ich habe ja auch geschrieben, dass es hilfreich ist. Aber ich würde nicht sagen, dass es den Fall Enke "brauchte", um diese Entwicklung einzuleiten. Ich finde Rupo hat die Wandlung sehr gut beschrieben.
Das der Fall Enke dann noch mehr Bewusstsein schafft, ist natürlich klar. Ganz blöde gesprochen: Unsere Serie 2019 über Depressionen und Druck im Profifußball hätte es ohne den Fall Enke nicht gegeben.
13. Todestag von Robert Enke
Didi, Schweiz, Freitag, 11.11.2022, 09:34 (vor 1163 Tagen) @ stoffel85
Ich habe seine Biografie gehört und die ist schon sehr interessant, aber natürlich auch sehr bedrückend.
Wenn ich aber so in meinem Umfeld 3-4 eher leichte Fälle erlebt habe, war Enke im Vergleich einfach schon sehr, sehr schwer krank. Es gibt da schon auch grosse Unterschiede beim Schweregrad von Depressionen, wie lange sie anhalten und wie gut man auch mit Medikamenten unterstützen kann.
13. Todestag von Robert Enke
stoffel85, Freitag, 11.11.2022, 09:57 (vor 1163 Tagen) @ Didi
bearbeitet von stoffel85, Freitag, 11.11.2022, 10:01
Klar, gibt Riesenunterschiede. Kontakt zu dieser Krankheit wird wohl jeder schon gehabt haben und wenn wir alle so weitermachen, wird diese auch immer mehr Raum gewinnen. Große Punkte sind oft auch die Ungleichheit, die Leistungsgesellschaft und die soziale Ungerechtigkeit.
Wenn wir als Menschen diese Missstände nicht langsam in den Griff bekommen, sind wir einfach Wichser.
13. Todestag von Robert Enke
LukeHansen, Hamburg, Freitag, 11.11.2022, 10:09 (vor 1163 Tagen) @ stoffel85
Naja was heißt „Wichser“?
Wir haben uns eine Welt aufgebaut, die für viele zwar Wohlstand bedeutet, aber gleichzeitig auch krank macht.
Der Mensch war nie dafür gedacht, komische Berufe 40-50h die Woche auszuführen, und das über 50 Jahre hinweg.
Der Mensch kommt, wie jedes Tier, aus der Natur und ist frei. Unsere Welt, die wir geschaffen haben, ist aber das genaue Gegenteil davon. Alles voller Zwänge und Verpflichtungen, auf die wir eigentlich keine Lust haben.
Ich denke wir stehen erst am Anfang der psychischen Erkrankungen, sollten wir nicht „Back to the Roots“ gehen.
13. Todestag von Robert Enke
Sascha, Dortmund, Freitag, 11.11.2022, 09:47 (vor 1163 Tagen) @ Didi
Ich habe seine Biografie gehört und die ist schon sehr interessant, aber natürlich auch sehr bedrückend.
Wenn ich aber so in meinem Umfeld 3-4 eher leichte Fälle erlebt habe, war Enke im Vergleich einfach schon sehr, sehr schwer krank. Es gibt da schon auch grosse Unterschiede beim Schweregrad von Depressionen, wie lange sie anhalten und wie gut man auch mit Medikamenten unterstützen kann.
Was ja auch völlig nachvollziehbar ist, wenn das eigene Kind im Alter von 2 Jahren verstirbt. Das Kind zu Grabe tragen zu müssen, ist für viele Eltern eine schlimmere Vorstellung als der eigene Tod.
13. Todestag von Robert Enke
Kayldall, Luxemburg, Freitag, 11.11.2022, 18:32 (vor 1163 Tagen) @ Sascha
Ich weiss noch, ich war damals echt schockiert, weil gerade Enke immer voranging bei 96 und eigentlich immer noch der war, der sich selbst bei schlimmsten Niederlagen noch zum Interview gestellt hat. Natürlich war das verlorene Kind für beide schwierig, aber seine Frau erzählte nachher noch, dass es halt nicht nur das war und beide die Situation eigentlich zusammen überstehen wollten. Offenbar hat er sich auch Sorgen gemacht, das Amt würde ihnen das adoptierte Kind wegnehmen, obwohl es ja dafür gar keinen Grund gab. Wo wäre ein Kind besser aufgehoben als bei liebevollen Eltern und am Geld wird es ja wohl auch nicht scheitern bei einem Profifussballer. Ich fand Robert Enke war auch immer ein hervorragender Torwart und hatte mich schon gewundert, warum der bei Hannover bleibt, eigentlich war der zu gut für das Team. Trotzdem hat er sich offenbar Sorgen gemacht, er könnte das Team, die Kollegen verlieren, die ihm so viel Halt gaben. Daran sieht man schon, dass es eine Krankheit ist, wenn jemand sich so unnötige Sorgen macht. Offenbar hat er auch nie verkraftet, dass er sich beim FC Barcelona nicht durchsetzen konnte, aber trotzdem war er doch ein super Torwart, Andere schaffen es nicht mal überhaupt das Interesse eines solchen Spitzenvereins zu wecken. Bei Benfica war er auch äusserst erfolgreich unterwegs. Was ich eigentlich sagen will, da waren viele Sorgen oder Dinge, die er offenbar negativ sah und die es gar nicht waren, sondern eher positiv.
13. Todestag von Robert Enke
Didi, Schweiz, Freitag, 11.11.2022, 09:51 (vor 1163 Tagen) @ Sascha
In der Bio kam das aber als "Treiber" für die zweite Depression nicht so stark rüber, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Und es lagen ja dann doch mehr als drei Jahre zwischen den beiden Todesfällen.
Er war halt schlicht krank. Und das wird sicher von Aussen begünstigt, aber primär geraten doch da einfach Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht und "man" ist einfach nicht mehr Herr der Lage und der eigenen Gedanken.
13. Todestag von Robert Enke
ram1966, Dortmund, Freitag, 11.11.2022, 09:57 (vor 1163 Tagen) @ Didi
Das perfide an Depressionen ist für die nahestehenden Personen, dass man kaum mitbekommt, wenn jemand in dieser Situation Suizidgedanken hat. So ist es wohl auch im Fall Robert Enke gewesen, bei dem wohl die Familie und auch der Berater dachten, dass er sich in einem aufsteigenden Zustand befand. Stattdessen war er wohl fest entschlossen Tatsachen zu schaffen :-(
13. Todestag von Robert Enke
Karak Varn, Strobelallee 50, Freitag, 11.11.2022, 08:55 (vor 1163 Tagen) @ stoffel85
Ein Dienstag. Und Mittwoch musste ich als Sozialarbeiter an einer Schule die gesamte Situation gefühlten 60 individuellen Schüler*innen erklären. Die standen einfach mit verheulten Augen um kurz nach 7h vor der Bürotür...
Meine "Ausführungen" gingen nicht leicht von der Hand. Die Kinder waren unheimlich verängstigt. Eine Mischung aus Unverständnis, Angst und dem Drang es doch verstehen zu wollen...
Dieser Kontext aus "Held/ beim nächsten Turnier Torwart der Nationalmannschaft/ Vorbild/ so ein netter Kerl" und die dunklen Abgründe der Seele des Erwachsenen Privatmenschen, waren etwas, was einfach schwer zu erklären war. Aber auch etwas was nun mal da war. Und etwas was tief verwurzelt in Familien sein kann. Vielleicht tabuisiert. Und flankiert- durch Süchte z. Beispiel. So zog ich das Thema auch, unter anderem, auf.
Man muss auch wissen wie Enke wahrgenommen wurde: Da waren keine Allüren. Der war so mega freundlich und reflektiert.
Die -meine- "Erklärungen" gingen. Klar. Aber einfach...war es nicht. Und all das war für die Kids zwischen 10 und 16 meiner Meinung nach auch ein Erlebnis, welches einen Blick voraus in die Erwachsenen Welt bereit hielt. Das Unbekannte wurde kurz erleuchtet. Und es war ein Schock. Ein großer Schock. Das Jahr, das Thema, und meine Beobachtungen gingen weiter...und vielleicht ist das Spinnerei, aber ein paar kleine Prozente kindliche Unbefangenheit sind damals tatsächlich bei dem einen oder der anderen gewichen und nicht wiedergekehrt.
13. Todestag von Robert Enke
stoffel85, Freitag, 11.11.2022, 09:43 (vor 1163 Tagen) @ Karak Varn
„Schöne“ Geschichte. Auch wenn soziale Arbeit schwer bis kaum messbar ist, sind das die Momente in denen man als Sozialarbeiter prägen kann. Sie werden es mitgenommen und nicht vergessen haben. Deine Worte könnten für die Leben der Kinder nochmal ganz ganz wichtig werden. Kommen sie jemals - wie auch immer - mit dieser Krankheit in Kontakt sind sie sensibilisiert und stehen nicht in einer anderen Lebenslage vor einem Berg Unsicherheit und Unwissen. Well done!
13. Todestag von Robert Enke
bobschulz, MS, Donnerstag, 10.11.2022, 19:25 (vor 1164 Tagen) @ stoffel85
Für mich einer der Momente, an denen ich noch genau weiß wo ich war und was ich gemacht habe.
Hier nochmal das Interview mit seinem Freund und Berater Jörg Neblung zu seinem zehntem Todestag 2019.
Grad durch Zufall bei Spox drüber gestolpert und sofort wieder en dicken Klos im Hals. Eine unfassbare Krankheit, die (weiter) vollste Aufmerksamkeit von allen erfordert.
Besonders bei den Betroffenen!
To whom it may concern: Seid es Euch wert, lasst Euch helfen!
Wenn ich was am Knie habe gehe ich zum Orthopäden, WAS in aller Welt spricht dagegen, sich bei psychischen oder seelischen Problemen oder Beschwerden in Therapie zu begeben?!
Klar dauert es und ist nicht analog zum Knie nach einer OP nach einer bestimmten Therapiezeit sicher wieder okay, aber wer sich helfen lassen will kann das tun. Wobei niedergelassene Psychiater und Psychologen selten schnell "verfügbar" sind.
RIP Robert Enke
Und auch wichtig: Alles Gute für Theresa Enke!
13. Todestag von Robert Enke
herrNick, Freitag, 11.11.2022, 09:57 (vor 1163 Tagen) @ bobschulz
Für mich einer der Momente, an denen ich noch genau weiß wo ich war und was ich gemacht habe.
Hier nochmal das Interview mit seinem Freund und Berater Jörg Neblung zu seinem zehntem Todestag 2019.
Grad durch Zufall bei Spox drüber gestolpert und sofort wieder en dicken Klos im Hals. Eine unfassbare Krankheit, die (weiter) vollste Aufmerksamkeit von allen erfordert.
Besonders bei den Betroffenen!
To whom it may concern: Seid es Euch wert, lasst Euch helfen!
Wenn ich was am Knie habe gehe ich zum Orthopäden, WAS in aller Welt spricht dagegen, sich bei psychischen oder seelischen Problemen oder Beschwerden in Therapie zu begeben?!
Dagegen spricht oft, dass einen Termin dort auszumachen und dann hinzugehen schon wie ein übergroßer, nicht schaffbarer Aufwand erscheint, den man einfach nicht angehen kann.
13. Todestag von Robert Enke
Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 10.11.2022, 22:51 (vor 1163 Tagen) @ bobschulz
Für mich einer der Momente, an denen ich noch genau weiß wo ich war und was ich gemacht habe.
Hier nochmal das Interview mit seinem Freund und Berater Jörg Neblung zu seinem zehntem Todestag 2019.
Grad durch Zufall bei Spox drüber gestolpert und sofort wieder en dicken Klos im Hals. Eine unfassbare Krankheit, die (weiter) vollste Aufmerksamkeit von allen erfordert.
Besonders bei den Betroffenen!
To whom it may concern: Seid es Euch wert, lasst Euch helfen!
Wenn ich was am Knie habe gehe ich zum Orthopäden, WAS in aller Welt spricht dagegen, sich bei psychischen oder seelischen Problemen oder Beschwerden in Therapie zu begeben?!
Klar dauert es und ist nicht analog zum Knie nach einer OP nach einer bestimmten Therapiezeit sicher wieder okay, aber wer sich helfen lassen will kann das tun. Wobei niedergelassene Psychiater und Psychologen selten schnell "verfügbar" sind.
RIP Robert Enke
Und auch wichtig: Alles Gute für Theresa Enke!
Ihre Worte auf der Pressekonferenz habe ich nach wie vor im Ohr und ich werde sie auch nicht vergessen.
13. Todestag von Robert Enke
Rupo, Ruhrpott, Donnerstag, 10.11.2022, 19:05 (vor 1164 Tagen) @ stoffel85