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Leichtathletik WM (Sonstiges)

Mottek, Dortmund, Donnerstag, 24.08.2023, 21:20 (vor 878 Tagen)

Ich schaue seit vier Tagen die Leichtathletik WM in Budapest….
Tolle Leistungen, toll3 Wettkämpfe…
Aber:
Bisher noch immer keine einzige Medaille für Deutschland.
Vielleicht wäre Mihambo erfolgreich gewesen, sie ist j“ leider verletzt.
Haben wir denn gar keine Athleten / Athletinnen mehr, die weltweit mithalten können?
Erschreckend.

Salto nullo

Sascha, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 21:28 (vor 875 Tagen) @ Mottek

Damit ist es amtlich: keine einzige Medaille bei dieser Weltmeisterschaft.

Ein echtes Desaster für den DLV.

Salto nullo

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Sonntag, 27.08.2023, 22:20 (vor 875 Tagen) @ Sascha

Damit ist es amtlich: keine einzige Medaille bei dieser Weltmeisterschaft.

Ein echtes Desaster für den DLV.

Ich bin nicht sooo bewandert beim Thema Leichtathletik. Wie oft kommt so etwas überhaupt vor, dass ein WM-Teilnehmer gar keine Medaille mitnimmt?

Salto nullo

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 23:53 (vor 875 Tagen) @ FourrierTrans

Damit ist es amtlich: keine einzige Medaille bei dieser Weltmeisterschaft.

Ein echtes Desaster für den DLV.


Ich bin nicht sooo bewandert beim Thema Leichtathletik. Wie oft kommt so etwas überhaupt vor, dass ein WM-Teilnehmer gar keine Medaille mitnimmt?

Einfach zu beantworten (zumindest für diese WM). Von 202 Teilnehmer-Ländern haben 46 Länder min. eine Medaillie geholt.

Gruß

CHS

... die Grünen sind schuld...

Frankonius, Frankfurt, Sonntag, 27.08.2023, 21:58 (vor 875 Tagen) @ Sascha

..werden wir wohl bald aus einer bestimmten Richtung hören.
Statt zu trainieren als gäbe es kein morgen, kleben die sich auf der Straße fest ;-).

Die Ursachen sind vermutlich vielfältig und fangen in der Schule an.
Ausfall von Stunden, herunter gekommenen Sportanlagen sind sicher ein Punkt.
Das sieht man ja nicht nur in der Leichtathletik (zumindest Werfen, Hochsprung und Weitsprung waren ja deutsche Spezialitäten) auch in den Ballsportarten (Fußball, neuerdings auch Hockey).
Außer Biathlon, Rodeln und Bobfahren fällt mir kaum noch eine Sportart ein wo Deutschland spitze ist. Ach ne da gibt es ja so ein kleines Mädel (russischer Herkunft) dass mit Bällen, Keulen und Bändern richtig abgeräumt hat.

Salto nullo

Eisen, DO, Sonntag, 27.08.2023, 21:35 (vor 875 Tagen) @ Sascha

Ohne vernünftige sportförderung ist das doch kein Wunder. Ich habe letztens bezogen auf den Wintersport (Bob und Rodeln) gelesen, dass der Bund die Mittel für irgendein Labor mit Windkanal etc. massiv gekürzt hat. Wird bei den anderen Sportarten kaum besser sein.

England hat das finanzierungsproblem wohl mit einer staatlichen Lotterie gelöst. Ich persönlich finde Sport, auch breitensport und Bewegung allgemein, so wichtig für Körper und Geist, ich wäre für die Überlegung eines eigenen sportmimisteriums, kein Wurmfortsatz im Innenministerium.

Salto nullo

ram1966, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 21:34 (vor 875 Tagen) @ Sascha

Wahnsinn. Bestätigt leider, dass einiges im Argen liegt.

Salto nullo

micha87, bei Berlin, Sonntag, 27.08.2023, 21:46 (vor 875 Tagen) @ ram1966

Viele trainieren eben inzwischen auch im Ausland, weil die Strukturen in Deutschland nicht ausreichend gegeben sind. Mihambo trainiert wohl noch in Deutschland, aber auch da gab es bereits Überlegungen woanders hinzugehen. Lückenkämper & Klosterhalfen trainieren in den USA und die Ergebnisse sprechen für sich.

Mit Blick auf die Bundesjugendspiele und dem wie es um den Leistungssport bestellt ist fehlen da auch die Anreize für die Kids.

Salto nullo

bigfoot49, Leipzig, Montag, 28.08.2023, 12:27 (vor 875 Tagen) @ micha87


Mit Blick auf die Bundesjugendspiele
und dem wie es um den Leistungssport bestellt ist fehlen da auch die Anreize für die Kids.


Der überdrehte Debatte dazu, oder was ist damit gemeint?

Gab dazu die Tage ein sehr interessantes Interview bei der FAZ (?) mit einer deutschen Leichtathletin, die gleichzeitig auch Lehrerin ist, mit Hintergründen, die in der Debatte komplett keine Rolle spielen, zu dem Thema und warum das Ganze so gemacht wird, wie es künftig gemacht wird.

Salto nullo

micha87, bei Berlin, Montag, 28.08.2023, 20:23 (vor 874 Tagen) @ bigfoot49

Es meint dieses explizite Ausklammern des Leistungsprinzip und der dargestellten Traumatisierung der Kinder. Das findet da leider statt, aber genauso gibt es Millionen von Leute die nach dem Deutschunterricht keinen Bock mehr auf Bücher haben. Sei es auch um Bereich Kunst, oder nehmen wir Mathematik, wo viele mit Zahlen & Wirtschaftsthemen danach abschließen. Nehmen wir unseren Geschichts- und Politikunterricht der in manchen Gebieten unzureichend gelehrt wird.

Du findest in allen Schulfächern, welche die weniger begabt sind als andere, nur können die sich nicht dauerhaft davon befreien lassen wie beim Sport. Dann bietet halt Ersatzunterricht an, oder lasst jene etwas gemeinnütziges machen. Optional sollen sie als Schiris/Helfer eingesetzt werden usw..

Nur dieses weg vom Leistungsprinzip im Sportunterricht ist halt nichts was Resilienz fördert. Wer nicht im kleinen lernt mit dem Scheitern & Verlieren umzugehen, dem wird es auch in anderen Situationen womöglich etwas schwerer fallen.

Salto nullo

bigfoot49, Leipzig, Dienstag, 29.08.2023, 20:33 (vor 873 Tagen) @ micha87

Nach der Logik müssten wir ja haufenweise Topathleten haben, wurden die Bundesjugendspiele ja erst zu diesem Schuljahr umgeändert. Mit Planungen seit 2016(!).
Aber vielleicht liegt’s ja auch gar nicht daran, sondern an vielen anderen Sachen, u.a. an der vor Ort teils mangelnden Infrastruktur, fehlenden Lehrern in den Schulen/Trainern in den Vereinen, vielleicht auch an den Schulmodellen und später halt am Lebensunterhalt, dass es in Deutschland mittlerweile weniger Topathleten gibt.
Und da wir hier im Fußball-Forum sind: Bayer ist (oder war?) ja auch aus der allgemeinen Sportförderung ausgestiegen, wenn ich das richtig im Kopf habe.
Und die Fokussierung auf den Fußball, und im speziellen auf den Branchenprimus, tut den anderen Sportarten wahrscheinlich auch nicht gut.

Zumal man mal die Kirche im Dorf lassen sollte - die Änderung betrifft die Grundschulklassen. Da sollte der Spaß an Bewegung im Vordergrund stehen und das versucht man mit dem neuen Konzept ja wohl auch zu vermitteln.

Wie bereits gesagt: das Interview mit Carolina Krafzik, selbst Topathletin und Lehrerin, war in der Hinsicht ganz interessant und sie fuhrt auch einige der o.g. Punkte auf bzw. beschreibt, wie der Wettbewerb (den es nämlich immer noch gibt) jetzt gestaltet wird:
https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/reform-der-bundesjugendspiele-wird-der-leistungsgedanke-abgeschafft-19096272.html

In dem Zusammenhang: auf LinkedIn gab‘s einen ähnlichen Aufschrei im Bezug auf die Änderungen beim Jugendfußball.
Da schreibt der eine erst was von fehlendem Leistungsgedanken aufgrund der Umstellungen in den unteren Jahrgängen. Paar Tage später war er mit seinem Sohn bei einem Turnier (?) nach der Umstellung und ist begeistert, von dem neuen Konzept und wie toll das für die Kinder war….

PS: in meiner weiterführenden Schulzeit holten diejenigen Schüler die Goldurkunde (?) bei den Bundesjugendspielen, welche eh schon sportlich aktiv in Vereinen waren. Die anderen waren wenig bei dem Sporttag meist selten motiviert.
Und von den Sportlern sind - genauso wie bei den anderen auch - die allgemeinen Schulleistungen genauso querbeet gewesen. Hätten die jetzt nach dem viel beschworenen Leistungs-/Wettkampfgedanken her nicht besser sein müssen?
Und Topathlet ist am Ende auch keiner geworden.

Salto nullo

Sascha, Dortmund, Montag, 28.08.2023, 12:04 (vor 875 Tagen) @ micha87

Ich habe gerade gelesen, dass der Etat der Uni in Austin, Texas, an der Neugebauer trainiert, höher ist als der gesamte deutsche Olympiaetat.

Salto nullo

micha87, bei Berlin, Montag, 28.08.2023, 20:44 (vor 874 Tagen) @ Sascha

Mit den Staaten und deren Sportförderung können wir uns so nicht messen, aber die Niederlande bekommen es besser hin und zahlen den Athleten entsprechende Summen, sodass die Sportler davon leben können. Das muss in Deutschland möglich sein und da ist es mit 600€ von der Sportförderung einfach nicht getan.

Man kann natürlich genauso gut auf Medaillen usw. verzichten, aber mein Eindruck war bisher viele Menschen in Deutschland begeistern sich für Sport. Egal welchen Reisepass sie eben haben, das zu fördern ist keine Schande und man darf nicht vergessen für einige ist es sogar der Weg raus aus der Armut.

Ein Harting ist auch nicht im Sauß & Brause aufgewachsen, sondern hat sich seinen Wohlstand durch den Sport mit erarbeitet. Seine Kritik an einem Fördersystem das Probleme schafft statt welche vorzubeugen war konsequent. Da werden Fördergelder vergeben auf Basis pot. Medaillenchancen, ohne zu wissen ob jemand nicht sogar mehr Zeit benötigt. In so einem Umfeld kannst du dich nicht fokussiert auf deine Karriere konzentrieren.

Salto nullo

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 23:43 (vor 875 Tagen) @ micha87

Viele trainieren eben inzwischen auch im Ausland, weil die Strukturen in Deutschland nicht ausreichend gegeben sind. Mihambo trainiert wohl noch in Deutschland, aber auch da gab es bereits Überlegungen woanders hinzugehen. Lückenkämper & Klosterhalfen trainieren in den USA und die Ergebnisse sprechen für sich.

Du kannst da auch noch Leo Neugebauer mit aufnehmen (Sonst hätte wohl Jürgen Hingsen immer noch seinen Rekord). Gerade bei den Laufdiziplinen kann man wohl in Deutschland kaum was erreichen.

Mit Blick auf die Bundesjugendspiele und dem wie es um den Leistungssport bestellt ist fehlen da auch die Anreize für die Kids.

Naja, im Jugendbereich gibt es ja deutsche Erfolge. Aber gerade der Übergang macht es schwer, weiterhin bei der Leichtathletik am Ball zu bleiben. Überspitzt könnte man nun fragen, wie viele Leichtathleten holten sich ihre Medaillien im Wintersport?

:-)

Gruß

CHS

Salto nullo

Gargamel09, Sonntag, 27.08.2023, 21:32 (vor 875 Tagen) @ Sascha

Damit ist es amtlich: keine einzige Medaille bei dieser Weltmeisterschaft.

Ein echtes Desaster für den DLV.

Deutschland fährt in die Hölle! Mehrere Sportler stehen Deutschland direkt feindlich gegenüber. Das schlechte Abschneiden sei die Strafe.
Diese schockierende Pleite ist ein Symbol dafür, was unserem Land unter der Ampelregierung widerfährt.

Leichtathletik WM

Schaumkrone, Celle, Freitag, 25.08.2023, 15:09 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Es müssen ja nicht immer Goldmedaillen sein oder Bestzeiten- aber ich finde es auch auffällig wie heftig der Niedergang der deutschen Leichtathletik ist. Fast so wie bei der Automobilindustrie - da waren wir auch führend :)

Leichtathletik WM

istar, Freitag, 25.08.2023, 16:37 (vor 878 Tagen) @ Schaumkrone

Es müssen ja nicht immer Goldmedaillen sein oder Bestzeiten- aber ich finde es auch auffällig wie heftig der Niedergang der deutschen Leichtathletik ist. Fast so wie bei der Automobilindustrie - da waren wir auch führend :)

Also so groß kann der Niedergang jetzt auch nicht sein.

Bei der Europameisterschaft 2022 hat Deutschland im Medaillenspiegel Platz eins belegt.

Bei den European Games im letzten Jahr, wo nicht nur Leichtathletik war,war es Platz vier.

Von daher weiß ich nicht, ob der Vergleich mit den Autos passt:-).

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 17:47 (vor 878 Tagen) @ istar

Es müssen ja nicht immer Goldmedaillen sein oder Bestzeiten- aber ich finde es auch auffällig wie heftig der Niedergang der deutschen Leichtathletik ist. Fast so wie bei der Automobilindustrie - da waren wir auch führend :)


Also so groß kann der Niedergang jetzt auch nicht sein.

Bei der Europameisterschaft 2022 hat Deutschland im Medaillenspiegel Platz eins belegt.

Bei den European Games im letzten Jahr, wo nicht nur Leichtathletik war,war es Platz vier.

Von daher weiß ich nicht, ob der Vergleich mit den Autos passt:-).

Wobei dann in vielen Sportarten auch die absolute Weltspitze nicht dabei ist.

Zehnkampf

Abseits, Freitag, 25.08.2023, 14:21 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Ich schaue seit vier Tagen die Leichtathletik WM in Budapest….
Tolle Leistungen, toll3 Wettkämpfe…
Aber:
Bisher noch immer keine einzige Medaille für Deutschland.
Vielleicht wäre Mihambo erfolgreich gewesen, sie ist j“ leider verletzt.
Haben wir denn gar keine Athleten / Athletinnen mehr, die weltweit mithalten können?
Erschreckend.

Leo Neugebauer führt nach drei Disziplinen im Zehnkampf. Weiter geht es um 18:30 Uhr mit dem Hochsprung und um 21:08 mit den 400 Meter.

Basketball WM

Argyle, Köln, Freitag, 25.08.2023, 13:16 (vor 878 Tagen) @ Mottek

in Okinawa, Jakarta und Manila läuft seit heute morgen auch.
Viele Superstars fehlen, da die USA eher mit nem B/C Team antritt und daneben auch Jokic und Giannis abgesagt haben. Immerhin sind neben Doncic aber satte 54 NBA-Spieler am Start, generell wirkt das potenzielle Favoritenfeld, zu dem durchaus auch Deutschland gehört, recht ausgeglichen - auch wenn die USA natürlich immer das Team to beat sind. Für Schröder, Wagner und Co gehts gleich um 14 Uhr gegen ihren Vorrundengastgeber Japan los.
Live und kostenlos auf Magenta Sport, Vorbericht läuft...

Deutschald bisher souverän

el_ayudante, Dortmund-Süd, Freitag, 25.08.2023, 14:39 (vor 878 Tagen) @ Argyle

zweites Viertel läuft, 35 : 19

Deutschland erwartungsgemäß vor allem bei Rebounds dominant.

Hockey EM

Rupo, Ruhrpott, Freitag, 25.08.2023, 11:48 (vor 878 Tagen) @ Mottek

auch gerade in Deutschland unterwegs.

Damen spielen Samstag um Platz drei gegen England
https://www.kicker.de/final-traum-geplatzt-deutsche-hockey-frauen-verlieren-em-halbfinale-gegen-belgien-965230/artikel

Herren spielen heute gegen England um Einzug in das Finale
https://www.kicker.de/deutsche-hockey-herren-im-halbfinale-england-wartet-965055/artikel
hoffentlich passt das Wetter...

Hockey EM

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 12:29 (vor 878 Tagen) @ Rupo

auch gerade in Deutschland unterwegs.

Sogar reativ erfolgreich.

Damen spielen Samstag um Platz drei gegen England
https://www.kicker.de/final-traum-geplatzt-deutsche-hockey-frauen-verlieren-em-halbfinale-gegen-belgien-965230/artikel

Überzeugende Vorrunde und gestern das Tor nicht getroffen (da war sogar ein Frank Mill-Aktion dabei).

Herren spielen heute gegen England um Einzug in das Finale
https://www.kicker.de/deutsche-hockey-herren-im-halbfinale-england-wartet-965055/artikel
hoffentlich passt das Wetter...

Die Weltmacht Niederlage geschlagen, nach dem man gegen den Außenseiter Wales nur einen Punkt geholt hat. Heute wohl Favorit, mein Tip, im Finale wieder Niederlande.

Gruß

CHS

Leichtathletik WM

Raducanu, Sassenberg, Freitag, 25.08.2023, 08:39 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Deutschland ist ein Fußballland. Niemand interessiert sich für Randsportarten wie Leichtathletik, Radsport oder Tischtennis. Kein Interesse = Kein Geld.
Wir haben bei uns im Ort seit Jahren eine größere Triathlonveranstaltung. Dafür Genehmigungen, Helfer und Unterstützer zu bekommen ist immer ein riesen Kampf. Da werden 1x im Jahr für wenige Stunden ein paar Landstraßen eingeschränkt (nicht mal gesperrt) und es existiert dafür NULL Verständnis in der Bevölkerung.
Wenn aber der Schützerverein durch die Stadt maschiert ist das alles gar kein Problem

Leichtathletik WM

Didi, Schweiz, Freitag, 25.08.2023, 08:42 (vor 878 Tagen) @ Raducanu

Dass der Fussball in Deutschland alles erdrückt, ist schon problematisch. Sport1 bzw. DSF hat ja vor Jahren mal unsere Amateure ausgestrahlt. Fand ich sehr bezeichnend.

Wintersport ist dank der Öffentlichen noch recht präsent, aber Eishockey, Leichtathletik etc. haben schon einen schweren Stand, scheint mir. Und das ist schade.

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 08:50 (vor 878 Tagen) @ Didi
bearbeitet von Sascha, Freitag, 25.08.2023, 08:55

Wobei bei der Leichtathletik sich die Faszination oft auch eher ergibt, wenn man sie selber betreibt. Seitdem ich selber laufe, gucke Laufdisziplinen viel intensiver. Vorher waren das eher Sportler, die zügig über die Bahn gelaufen sind. Wenn man selber ein bisschen läuft, dann weiß man erst, was das für eine unfassbare Leistung ist, wenn da auf den Mitteldistanzen Zeiten von 2:30/km gelaufen werden. Oder dass einem jeder Geher auf der Strecke nur hilflos die Hacken sehen lässt, wenn die 20 km in unter 1:20 abreißen.

Leichtathletik WM

lothar.e, Freitag, 25.08.2023, 09:42 (vor 878 Tagen) @ Sascha

TV Problem ist, dass die Dynamik der Athleten einfach auf dem Schirm nicht sichtbar und nachvollziehbar zu machen ist. Das ist beim Skifahren und natürlich bei Ballsportarten viel einfacher zu transportieren. Die im Vergleich zu „Normalmenschen“ Leistungen kann man sehr eindrücklich live ermessen. Wenn ein Speer 100 fliegt und man sieht das direkt, ist man wohl genauso baff, wie ich, wenn ich die Führenden beim Köln Marathon an mir vorbeirennen sehe. 40 km in einem Tempo, das ich vielleicht 100m aushalte. Faszination am TV braucht dagegen den (nationalen) Bezug zu Sportlern oder die Ergebnisse, die Rekorde bedeuten.

Leichtathletik WM

Raducanu, Sassenberg, Freitag, 25.08.2023, 11:08 (vor 878 Tagen) @ lothar.e

Ja, natürlich. Ich will ja nicht sagen, dass die anderen Sportarten langweilig, eintönig, nicht herausfordernd sind. Ich fahre selber Rennrad, schaue auch viel Radsport (TdF, WM etc). Aber frag doch mal im Ruhrgebiet: Wieviel % der Bevölkerung im Ruhrgebiet bzw. Sauerland weiß dass morgen die dritte Etappe der Deutschland Tour in genau der Ecke statt findet. 1-2% maximal.
Das Dortmund aber morgen in Bochum spielt wissen mindestens 50%, ehr mehr

Leichtathletik WM

ram1966, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 08:09 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Ich schaue seit vier Tagen die Leichtathletik WM in Budapest….
Tolle Leistungen, toll3 Wettkämpfe…
Aber:
Bisher noch immer keine einzige Medaille für Deutschland.
Vielleicht wäre Mihambo erfolgreich gewesen, sie ist j“ leider verletzt.
Haben wir denn gar keine Athleten / Athletinnen mehr, die weltweit mithalten können?
Erschreckend.

Wie hier schon deutlich herauszulesen war, fehlt es an Geld und an Manpower und der zu leistende Aufwand ist sehr hoch um im Spitzensport auch mal ganz oben anzukommen.

Meine Tochter ist 13 und seit gut 5 Jahren in einem großen Dortmunder Leichtathletikverein. Selbst dieser Verein, mit einer wunderbaren Infrastruktur und Anbindung an die verschiedensten Institute (Helmut-Körnig-Halle, das neue Stadion Hacheney, Stadion Rote Erde (das wohl erst wieder 2025 zur Verfügung steht), das Goethe Gymnasium als Eliteschule des Sports, das dazugehörige Sportinternat sowie Zusammenarbeit mit bspw. Orthomed und der TU Dortmund, hat Probleme in allen Bereichen. Dieses Jahr ist ein fünfstelliger Betrag an Sponsorengeldern weggefallen. Vieles wird ehrenamtlich erledigt und bei Hilfe durch die Eltern (Catering bei Veranstaltungen, Stellen von Wettkampfrichtern, etc.) sind immer die gleichen Leute zur Stelle und opfern ehrenamtlich ihre Freizeit.

Viel Bewegung ist da nicht drin. Dazu kommt, dass Schwerpunkte in der Vergangenheit nicht gut gesetzt worden sind und ein akribisches Augenmerk auf die Ausführung/Technik bei der jeweiligen Disziplin wird viel zu spät angewendet. So stagnieren die Kinder auf einem gewissen Niveau und der Wettkampfgedanke geht ein Stück weit verloren.

Der Verein hat trotzdem einige vielversprechende Talente und ich hoffe, dass die ihren Weg gehen werden. Das ist verbunden mit einem großen Trainingsaufwand und wenn ich sehe mit welchem Tempo da teilweise trainiert wird, das ist schon beeindruckend. Letzten Endes sind die meisten Leistungen aber eher mittelmäßig.

Das fehlende Geld ist hier natürlich ein Faktor. Ausstattung der Sportler, angemessene Bezahlung der Trainer und festangestellte Mitarbeiter im Verein wären wünschenswert, sind aber in absehbarer Zeit Utopie. Und so dümpelt man vor sich hin und fragt sich bundesweit, warum es keine "großen Athleten" mehr in der deutschen Leichtathletik gibt. Eigentlich alles selbsterklärend. Auch hier haben wir den Anschluss verpasst und wie diese Lücke geschlossen werden soll, wenn sich in der Förderung nicht endlich grundlegend etwas ändert, bleibt offen. Die Niederlande haben vor Jahren die Sportförderung offensichtlich richtig eingestellt und jetzt ernten sie die Früchte ihrer Arbeit.

Leichtathletik WM

Fisheye, Freitag, 25.08.2023, 08:08 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Keine Ahnung aber ich würde sagen für ein kleines Land wie Deutschland sind 2 Weltklasse Atlethinnen wie Mihambo und Klosterhalven doch schon ordentlich. Was erwartet ihr eigentlich? Wenn ich mich richtig erinnere ist DE im Zehnkampf in der Regel auch ganz gut und im Stabhochsprung auch zumindest in der Spitze vertreten. Wo kommt die Absurde Erwartungshaltung her es müsste noch viel mehr sein?

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 08:35 (vor 878 Tagen) @ Fisheye

Norwegen und die Niederlande haben zusammen gerade mal ein Drittel unserer Bevölkerung und gerade in den Laufdisziplinen einige richtig starke Teilnehmer. Allen voran Femke Bol und Ingebrigtsen.

Leichtathletik WM

DieRoteKarteZahlIch, UK, Samstag, 26.08.2023, 09:52 (vor 877 Tagen) @ Sascha

Medaillenspiegel von gestern Abend:
1 USA
14 Japan

Länder dazwischen haben weniger Einwohner als Deutschland. Gibt natürlich auch viele Länder auf der Welt die kleiner sind.

Leichtathletik WM

ram1966, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 08:17 (vor 878 Tagen) @ Fisheye

Keine Ahnung aber ich würde sagen für ein kleines Land wie Deutschland sind 2 Weltklasse Atlethinnen wie Mihambo und Klosterhalven doch schon ordentlich. Was erwartet ihr eigentlich? Wenn ich mich richtig erinnere ist DE im Zehnkampf in der Regel auch ganz gut und im Stabhochsprung auch zumindest in der Spitze vertreten. Wo kommt die Absurde Erwartungshaltung her es müsste noch viel mehr sein?

Nichts für ungut, wir haben gut 80 Mio. Einwohner und da darf man durchaus schon mal davon ausgehen, dass hier wesentlich mehr dabei herauskommt. Du nennst jetzt zwei drei Athleten, die vielleicht eine Medaille geholt HÄTTEN und nennst den Zehnkampf, wo wir eine Medaille holen KÖNNTEN.

Habe gerade einmal nachgesehen, 73 Athlet*innen hat der DLV zur WM geschickt. nach 24 von 49 Entscheidungen steht nicht eine Medaille zu Buche und wenn ich es richtig im Blick habe, gab es auch keine "knapp verpasste Medaille". Sorry, aber das ist einfach viel zu wenig für den Anspruch, den der DLV immer wieder äußert.

Leichtathletik WM

Blarry, Essen, Freitag, 25.08.2023, 10:02 (vor 878 Tagen) @ ram1966

Nichts für ungut, wir haben gut 80 Mio. Einwohner und da darf man durchaus schon mal davon ausgehen, dass hier wesentlich mehr dabei herauskommt.

Was hat denn die Masse damit zu tun? China und Indien haben jeweils fünfzehnmal so viele Einwohner, besonders China auch deutlich mehr Mittel und Infrastruktur für die Sportförderung. Dominieren die beiden den Medaillenspiegel?

Leichtathletik WM

ram1966, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 10:31 (vor 878 Tagen) @ Blarry

Nichts für ungut, wir haben gut 80 Mio. Einwohner und da darf man durchaus schon mal davon ausgehen, dass hier wesentlich mehr dabei herauskommt.


Was hat denn die Masse damit zu tun? China und Indien haben jeweils fünfzehnmal so viele Einwohner, besonders China auch deutlich mehr Mittel und Infrastruktur für die Sportförderung. Dominieren die beiden den Medaillenspiegel?

Die reine Zahl an talentierten Sportlern ist rein statistisch natürlich höher als z.B. in den Niederlanden, die momentan eine richtig gute WM abliefern. Gegenüber China müssten wir klar im Hintertreffen sein. Sind es aber nicht, weil die Leichtathletik da einfach nicht so im Fokus ist.

Hier zeigt sich eben, dass es nicht gelingt, Talente früh genug zu sichten und entsprechend auszubilden. In einem Post oben beschreibe ich ein bisschen, wie es im Verein meiner Tochter läuft. Einerseits wird zu spät gefördert bzw. spezialisiert und an allen Ecken und Enden fehlt das Geld.

Leichtathletik WM

Blarry, Essen, Freitag, 25.08.2023, 11:33 (vor 878 Tagen) @ ram1966

Wobei "talentiert" auch ein gutes Stichwort ist. Manchmnal hat man einfach ein paar Jahrgänge, wo nichts hochkommt, was zur Weltspitze reicht. Ist in jedem Nachwuchssport so.

Natürlich ist man gegenüber z.B. den USA im Hintertreffen, was die Nachwuchsförderung angeht. Aber die haben auch ein streng zentralisiertes, sozialistisches Schulsportsystem, das Talent und Fähigkeit quasi automatisch erkennt und fördert, vom frühen Teenageralter bis in die Colleges. Lässt man sich dort drüben auch ganz schön was kosten, und es geht natürlich auch auf Kosten "richtiger" Schulbildung. Komplett anderes Konzept als die zerstückelte deutsche Vereinsmeierei, und nicht ohne Weiteres umsetzbar. Abgesehen von den fehlenden Anlagen und Infrastruktur fehlt den Schulen das Personal dafür; bei lt. Arbeitsagentur rund 1,6 Millionen Lehrkräften biste da locker bei einer sechsstelligen Anzahl Sportlehrer, die du dir ausm Handgelenk schütteln müsstest.

Ist also nicht vergleichbar aufgrund völlig verschiedener, über Generationen gewachsener Strukturen.

Leichtathletik WM

Dudi, Tor zum Münsterland, Freitag, 25.08.2023, 10:56 (vor 878 Tagen) @ ram1966

Ich muss dir ein Stück weit widersprechen. Ich glaube das dies eher ein strukturelles Problem innerhalb des Verbandes/ des Vereins und der beteiligten Schule ist, welches sicherlich auch mit der Finanzierung zusammenhängt. Bei meinem Sohn (Ruderer) findet die Talentsichtung z.B. sehr gezielt statt. Auch die Förderung der Talente im Juniorenbereich ist, zwar mit einigen durchaus kritikwürdigen Praktiken, zumindest auf ein relativ klares Konzept gestellt.
Die Folge, der Verband steht international im Juniorenbereich super da.
Ich glaube die Hauptproblematik ist der Übergang vom Junioren in den Erwachsenenbereich. Hier müssten den talentierten Sportlern viel mehr Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Arbeit/Studium an die Hand gegeben werden. Im Idealfall, sollten die Sportler für die Ausübung ihrer Sportart keine finanziellen/beruflichen Nebengeräusche mehr haben und da ist die deutsche Sportförderung um es vorsichtig zu formulieren ziemlich dünn aufgestellt. Hinzu kommen z.T. absolut widersinnige Leistungskriterien.

Leichtathletik WM

ram1966, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 11:05 (vor 878 Tagen) @ Dudi

Ich muss dir ein Stück weit widersprechen. Ich glaube das dies eher ein strukturelles Problem innerhalb des Verbandes/ des Vereins und der beteiligten Schule ist, welches sicherlich auch mit der Finanzierung zusammenhängt. Bei meinem Sohn (Ruderer) findet die Talentsichtung z.B. sehr gezielt statt. Auch die Förderung der Talente im Juniorenbereich ist, zwar mit einigen durchaus kritikwürdigen Praktiken, zumindest auf ein relativ klares Konzept gestellt.
Die Folge, der Verband steht international im Juniorenbereich super da.
Ich glaube die Hauptproblematik ist der Übergang vom Junioren in den Erwachsenenbereich. Hier müssten den talentierten Sportlern viel mehr Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Arbeit/Studium an die Hand gegeben werden. Im Idealfall, sollten die Sportler für die Ausübung ihrer Sportart keine finanziellen/beruflichen Nebengeräusche mehr haben und da ist die deutsche Sportförderung um es vorsichtig zu formulieren ziemlich dünn aufgestellt. Hinzu kommen z.T. absolut widersinnige Leistungskriterien.

Ich sehe da jetzt keinen Widerspruch, eher eine Ergänzung. Und was beim Rudern scheinbar funktioniert, klappt bei der LA eben nicht richtig. Dazu bin ich völlig bei dir, wenn es darum geht, die Vereinbarkeit von Job/Schule/Studium entsprechend hinzubekommen, was beim genannten Übergang oft genug nicht funktioniert.

Leichtathletik WM

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 09:06 (vor 878 Tagen) @ ram1966
bearbeitet von CHS, Freitag, 25.08.2023, 09:11

Nichts für ungut, wir haben gut 80 Mio. Einwohner und da darf man durchaus schon mal davon ausgehen, dass hier wesentlich mehr dabei herauskommt. Du nennst jetzt zwei drei Athleten, die vielleicht eine Medaille geholt HÄTTEN und nennst den Zehnkampf, wo wir eine Medaille holen KÖNNTEN.

Naja, neben den bislang genannten gab es weitere Ausfälle. Dazu Verletzungen im Wettbewerb, darunter die eigentlich beste im Siebenkampf (Silber bei der WM 2017). Übrigens, bei der WM 2021 gab es auch nur zwei Medaillen, aber bei der EM im gleichen Jahr war dann Deutschland mit sechszehn Medaillen bestes Land.

Habe gerade einmal nachgesehen, 73 Athlet*innen hat der DLV zur WM geschickt. nach 24 von 49 Entscheidungen steht nicht eine Medaille zu Buche und wenn ich es richtig im Blick habe, gab es auch keine "knapp verpasste Medaille". Sorry, aber das ist einfach viel zu wenig für den Anspruch, den der DLV immer wieder äußert.

Dann hast du dir aber die WM nicht richtig angeguckt. Fangen wir mit den Gehern an. Zweimal fünfter Platz mit jeweils deutschen Rekord. Zu einer Medaille fehlen hier max. 25 Sekunden. Im Hochsprung erreichte Potye mit der gleichen Höhe wie der Bronzemedaillengewinner den fünften Platz (Fehlversuche entscheiden da). Im Diskus Frauen erreichten man die Plätze sechs, sieben und neun. Bis auf die Favoritinnen haben alle davor Saisonbestleistungen geholt. Die Platzierungen war etwas enttäuschend, da wäre mehr möglich gewesen. Der siebte Platz von Sophie Weißenberg täuscht etwas. Bis zum letzten Wettbewerb war sie Vierte oder Fünfte. Da dieser Wettbewerb so eng war, konnten vor dem letzten Wettbewerb realistisch acht Damen eine Medaille holen. Am Ende fehlten 70 Punkte für Bronze und sie erreichte eine persönliche Bestleistung.

Übrigens, bei der letzten WM holte man eine Bronzemedaille bei der 4x100m Frauen (kommt noch) und Goldmedaille im Weitsprung Frauen (Mihambo fehlt bekanntlich als eine der Favoritin). Sieben mal gab es da Platzierungen unter den ersten Acht. Und zurück zum Zehnkampf, der deutsche Rekordhalter Leo Neugebauer ist aktuell der Weltbeste in diesem Jahr. Also ein paar Möglichkeiten gibt es da noch.

Gruß

CHS

Leichtathletik WM

ram1966, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 10:26 (vor 878 Tagen) @ CHS

Nichts für ungut, wir haben gut 80 Mio. Einwohner und da darf man durchaus schon mal davon ausgehen, dass hier wesentlich mehr dabei herauskommt. Du nennst jetzt zwei drei Athleten, die vielleicht eine Medaille geholt HÄTTEN und nennst den Zehnkampf, wo wir eine Medaille holen KÖNNTEN.


Naja, neben den bislang genannten gab es weitere Ausfälle. Dazu Verletzungen im Wettbewerb, darunter die eigentlich beste im Siebenkampf (Silber bei der WM 2017). Übrigens, bei der WM 2021 gab es auch nur zwei Medaillen, aber bei der EM im gleichen Jahr war dann Deutschland mit sechszehn Medaillen bestes Land.

Habe gerade einmal nachgesehen, 73 Athlet*innen hat der DLV zur WM geschickt. nach 24 von 49 Entscheidungen steht nicht eine Medaille zu Buche und wenn ich es richtig im Blick habe, gab es auch keine "knapp verpasste Medaille". Sorry, aber das ist einfach viel zu wenig für den Anspruch, den der DLV immer wieder äußert.


Dann hast du dir aber die WM nicht richtig angeguckt. Fangen wir mit den Gehern an. Zweimal fünfter Platz mit jeweils deutschen Rekord. Zu einer Medaille fehlen hier max. 25 Sekunden. Im Hochsprung erreichte Potye mit der gleichen Höhe wie der Bronzemedaillengewinner den fünften Platz (Fehlversuche entscheiden da). Im Diskus Frauen erreichten man die Plätze sechs, sieben und neun. Bis auf die Favoritinnen haben alle davor Saisonbestleistungen geholt. Die Platzierungen war etwas enttäuschend, da wäre mehr möglich gewesen. Der siebte Platz von Sophie Weißenberg täuscht etwas. Bis zum letzten Wettbewerb war sie Vierte oder Fünfte. Da dieser Wettbewerb so eng war, konnten vor dem letzten Wettbewerb realistisch acht Damen eine Medaille holen. Am Ende fehlten 70 Punkte für Bronze und sie erreichte eine persönliche Bestleistung.

Übrigens, bei der letzten WM holte man eine Bronzemedaille bei der 4x100m Frauen (kommt noch) und Goldmedaille im Weitsprung Frauen (Mihambo fehlt bekanntlich als eine der Favoritin). Sieben mal gab es da Platzierungen unter den ersten Acht. Und zurück zum Zehnkampf, der deutsche Rekordhalter Leo Neugebauer ist aktuell der Weltbeste in diesem Jahr. Also ein paar Möglichkeiten gibt es da noch.

Gruß

CHS

Persönliche oder Saisonbestleistungen sind aber auch offensichtlich nicht genug, um mindestens zwei weitere Plätze nach vorne zu kommen. Das ist doch Fakt. Wenn wir gegen Bremen im Heimspiel in den letzten zwei Minuten das Spiel gekippt bekommen sagt doch auch keiner, die 88 Minuten vorher war aber alles tutti. Ich denke kaum ein Sport ist so ergebnisorientiert wie die LA, weil eben alles messbar ist und nicht im subjektiven Bereich liegt. Die Finalplatzierungen sind für den Einzelsportler sicherlich ein Erfolg und vielleicht auch ein positiver Ausblick in die Zukunft, als Bilanz in der WM ist das schlicht zu wenig.

Leichtathletik WM

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 12:23 (vor 878 Tagen) @ ram1966

Persönliche oder Saisonbestleistungen sind aber auch offensichtlich nicht genug, um mindestens zwei weitere Plätze nach vorne zu kommen. Das ist doch Fakt.

Wenn du dir die Welt so einfach machen willst. Wenn jemand Deutschen Rekord läuft und damit Fünfter wird, ist das schon eine Leistung. Man sollte nicht vergessen, dass manche Sportarten halt andere Länder Vorteile haben (Höhe, Klima), gerade bei den Sprint-Wettbewerben. Deuschland punktet meistens in den technischen Sportarten.

Wenn wir gegen Bremen im Heimspiel in den letzten zwei Minuten das Spiel gekippt bekommen sagt doch auch keiner, die 88 Minuten vorher war aber alles tutti.

Natürlich nicht, aber man sollte bei einer Bewertung halt auch die ersten 88 Minuten berücksichtigen. Am Ende gilt immer das Ergebnis. Aber durch bestimmte Vorgänge könnten Ergebnisse beeinflusst werden. Wie war das mit dem CL-Spiel gegen Bayern oder die Pokalniederlage, als ein klares Tor des BVB nicht berücksichtigt wurde? Der Ergebnis ist klar, aber das Zustandekommen zählt doch auch, oder?

Ich denke kaum ein Sport ist so ergebnisorientiert wie die LA, weil eben alles messbar ist und nicht im subjektiven Bereich liegt. Die Finalplatzierungen sind für den Einzelsportler sicherlich ein Erfolg und vielleicht auch ein positiver Ausblick in die Zukunft, als Bilanz in der WM ist das schlicht zu wenig.

Naja, Ergebnisse kann man nur berücksichtigen, wenn diese erfolgt sind. Aktuell bewertest du die Leistungen nach knapp der Hälfte der Wettbewerbe und ignorierst noch die, die kommen. Zehnkampf, Staffel, Kugelstoßen, Speerwerfen sind bestimmt noch Medaillen möglich.

Gruß

CHS

Leichtathletik WM

ram1966, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 21:32 (vor 875 Tagen) @ CHS

Zweieinhalb Tage später stehen wir ohne eine einzige Medaille da. Das ist bitter. Aber vielleicht brauchte es das auch mal um Dinge neu anzustoßen.
Es geht mir wirklich nicht darum, dir deine Aussage nun vorzuhalten. Allerdings war ich etwas überrascht ob deines Optimismus.

Ach, mach dich doch nicht lächerlich...

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 23:39 (vor 875 Tagen) @ ram1966

Es geht mir wirklich nicht darum, dir deine Aussage nun vorzuhalten. Allerdings war ich etwas überrascht ob deines Optimismus.

...natürlich geht es dir darum. Aber das interessiert mich nicht. Dir (und ein paar andere hier) geht es halt nur um Medaillien (Ja, das ist ein deutsches Debakel), ich gucke mir lieber die Leistungen an. Persönliche Bestleistungen zählen für mich eben auch.

Für dich ist der 14. Platz von Olivia Gürth eine Enttäuschung. Ich sehe da eine Nachwuchshoffnung, die zweimal bei dieser WM persönliche Bestleistung gezeigt, die Erwartungen übertroffen und die Norm für Olympia geholt hat (Ach ja, ihr eigentlicher Höhepunkt für dieses Jahr war vor 1 1/2 Monaten, als sie U23-Europameisterin geworden ist). Für dich ist ein fünfter Platz von Leo Neugebauer im Zehnkampf eine Enttäuschung (nach Platz 10 im Vorjahr), ich sehe darin eine weitere Möglichkeit für Olympia. Seine Möglichkeiten hat man am ersten Tag gesehen (da führte er den Wettbewerb an), am zweiten Tag hatte er seine Schwächen (Wohl der Druck, wie man in den ersten beiden Wettbewerben am zweiten Tag gesehen hat). Hätte er die Punktzahl von seinem Deutschen Rekord geschafft (was ja auch in diesem Jahr war und, ich glaube, vor der WM Weltjahresbestleistung war), wäre er Zweiter gewesen. Auch ein Niklas Kaul hätte vielleicht was reißen können, aber da kam die Verletzung dazwischen (dürfte ein besonderes Kapitel bei dieser WM für Deutschland sein). Auch der vierte Platz für Weber ist sicherlich für dich enttäuschend, aber wenn man weisst, dass er diesen Kunststück bei drei internationalen Großereignisse geschafft hat (Olympia 21, WM 22 und WM 23), zeigt das wohl, dass er nicht so schlecht ist, oder? Es reicht halt nicht für vorne, es waren halt immer andere Werfer stärker (Nicht immer die gleichen übrigens).

Aber wie gesagt, natürlich ist es eine große Enttäuschung, dass es keine Medaille gab. Es wäre was drin gewesen. Und damit meine ich nicht nur die ganzen Ausfälle durch Verletzungen und glücklicheren Begründungen, sondern auch die Ergebnisse bei dieser WM. Es sollte halt eben nicht sein.

Wobei bei den letzten beiden kontinentale Großereignisse sah es auch nicht wirklich besser aus. Bei Olympia 2021 gab es auch nur drei Medaillien (Gold durch Malaika Mihambo [Weitsprung - verletzt], Silber durch Jonathan Hilbert [50 km Gehen- Gibt es nicht mehr und bei den beiden Geher-Wettbewerben nicht am Start] bzw. Kirstin Pudenz [Diskus, wurde Sechste]. Und die beiden Medaillen bei der WM 2022 (Gold für Mihambo und Silber 4x100m Staffel) waren auch kein Ruhmesblatt.

Aber ich finde es trotzdem erfrischend, dass andere Nationen plötzlich mitmischen. Obwohl man zum Beispiel bei Bahrain gucken sollte, woher die Gewinnerin herkommt. :-) Und auch interessant, dass andere Leichtathletik-Nationen der Vergangenheit auch im Nirvana verschwunden sind (Bulgarien, Mexiko und Belgien zum Beispiel). Die WM ist halt internationaler geworden und die Europäer geraten immer mehr im Hintergrund. Das Problem haben also nicht nur wir Deutsche.

Aber im nächsten Jahr gibt es einen neuen Wettbewerb, da wären vielleicht ein paar Kandidaten zurückkommen. Und wenn man sich Leistungen in den Jugendbereichen anguckt, kommt da schon etwas nach (Okay, eher für 2028 als für 2024). Die Frage ist, ob die dort auch weitermachen können oder lieber einen sicheren Weg gehen. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Gruß

CHS

Ach, mach dich doch nicht lächerlich...

ram1966, Dortmund, Montag, 28.08.2023, 09:13 (vor 875 Tagen) @ CHS

Es geht mir wirklich nicht darum, dir deine Aussage nun vorzuhalten. Allerdings war ich etwas überrascht ob deines Optimismus.


...natürlich geht es dir darum. Aber das interessiert mich nicht. Dir (und ein paar andere hier) geht es halt nur um Medaillien (Ja, das ist ein deutsches Debakel), ich gucke mir lieber die Leistungen an. Persönliche Bestleistungen zählen für mich eben auch.

Für dich ist der 14. Platz von Olivia Gürth eine Enttäuschung. Ich sehe da eine Nachwuchshoffnung, die zweimal bei dieser WM persönliche Bestleistung gezeigt, die Erwartungen übertroffen und die Norm für Olympia geholt hat (Ach ja, ihr eigentlicher Höhepunkt für dieses Jahr war vor 1 1/2 Monaten, als sie U23-Europameisterin geworden ist). Für dich ist ein fünfter Platz von Leo Neugebauer im Zehnkampf eine Enttäuschung (nach Platz 10 im Vorjahr), ich sehe darin eine weitere Möglichkeit für Olympia. Seine Möglichkeiten hat man am ersten Tag gesehen (da führte er den Wettbewerb an), am zweiten Tag hatte er seine Schwächen (Wohl der Druck, wie man in den ersten beiden Wettbewerben am zweiten Tag gesehen hat). Hätte er die Punktzahl von seinem Deutschen Rekord geschafft (was ja auch in diesem Jahr war und, ich glaube, vor der WM Weltjahresbestleistung war), wäre er Zweiter gewesen. Auch ein Niklas Kaul hätte vielleicht was reißen können, aber da kam die Verletzung dazwischen (dürfte ein besonderes Kapitel bei dieser WM für Deutschland sein). Auch der vierte Platz für Weber ist sicherlich für dich enttäuschend, aber wenn man weisst, dass er diesen Kunststück bei drei internationalen Großereignisse geschafft hat (Olympia 21, WM 22 und WM 23), zeigt das wohl, dass er nicht so schlecht ist, oder? Es reicht halt nicht für vorne, es waren halt immer andere Werfer stärker (Nicht immer die gleichen übrigens).

Aber wie gesagt, natürlich ist es eine große Enttäuschung, dass es keine Medaille gab. Es wäre was drin gewesen. Und damit meine ich nicht nur die ganzen Ausfälle durch Verletzungen und glücklicheren Begründungen, sondern auch die Ergebnisse bei dieser WM. Es sollte halt eben nicht sein.

Wobei bei den letzten beiden kontinentale Großereignisse sah es auch nicht wirklich besser aus. Bei Olympia 2021 gab es auch nur drei Medaillien (Gold durch Malaika Mihambo [Weitsprung - verletzt], Silber durch Jonathan Hilbert [50 km Gehen- Gibt es nicht mehr und bei den beiden Geher-Wettbewerben nicht am Start] bzw. Kirstin Pudenz [Diskus, wurde Sechste]. Und die beiden Medaillen bei der WM 2022 (Gold für Mihambo und Silber 4x100m Staffel) waren auch kein Ruhmesblatt.

Aber ich finde es trotzdem erfrischend, dass andere Nationen plötzlich mitmischen. Obwohl man zum Beispiel bei Bahrain gucken sollte, woher die Gewinnerin herkommt. :-) Und auch interessant, dass andere Leichtathletik-Nationen der Vergangenheit auch im Nirvana verschwunden sind (Bulgarien, Mexiko und Belgien zum Beispiel). Die WM ist halt internationaler geworden und die Europäer geraten immer mehr im Hintergrund. Das Problem haben also nicht nur wir Deutsche.

Aber im nächsten Jahr gibt es einen neuen Wettbewerb, da wären vielleicht ein paar Kandidaten zurückkommen. Und wenn man sich Leistungen in den Jugendbereichen anguckt, kommt da schon etwas nach (Okay, eher für 2028 als für 2024). Die Frage ist, ob die dort auch weitermachen können oder lieber einen sicheren Weg gehen. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Gruß

CHS

Guten Morgen, auch wenn du es so empfindest, es geht mir tatsächlich nicht darum, auch wenn es dich nicht interessiert ;-)

Ich habe nur das Gefühl, dass wir uns - nicht nur in der Leichtathletik - immer wieder in die Tasche lügen. Defizite werden benannt und offensichtlich auch erkannt und dann ändert sich erst einmal wenig bis gar nichts. Die Förderung der Athleten ist seit Jahren im Fokus.

Meine Tochter, die durchaus ambitioniert Leichtathletik betreibt und eine gewisse Perspektive hat, meinte jetzt schon mit ihren 13 Jahren, dass sie nicht das Ziel hat, Spitzenleichathletin zu werden, weil da so schlecht bezahlt wird. Das muss man natürlich schon etwas relativieren, aber ich war sehr überrascht, als sie das so deutlich sagte.

Natürlich habe ich die guten Leistungen, die du angesprochen hast, sehr positiv aufgenommen, dazu zählt auch die Kugelstoßerin Ogunleye, die sicher eine Perspektive bei den nächsten Wettkämpfen hat. Und natürlich ist der 14. Platz von Olivia Gürth für mich keine Enttäuschung, im Gegenteil war das ein Lichtblick bei dieser WM! Auch bin ich bei dir, dass da etwas nachkommt. Aber eine Weltmeisterschaft verlangt eben auch "komplette" Leistungen, nicht nur SB oder PB sondern auch Nervenstärke unter solch einer extremen Belastung für Körper und Geist. Und gerade im mentalen Bereich hat der ein oder andere Athlet seine Schwierigkeiten gehabt.

So gibt es für die ein oder andere (verpasste gute) Leistung genügend Erklärungen, was hier oder da gefehlt hat. Mögen es Verletzungen sein, deren Ursache wir nicht kennen, fehlende mentale Belastbarkeit (fehlende Erfahrung) oder schlicht und ergreifend falsche Taktik oder nicht richtig angepasste Trainings auf den Höhepunkt der Saison hin.

Das Europa so langsam abgehängt wird, sehe ich nicht so deutlich, wie du vielleicht. Bei den Medaillen gingen Gold/Silber/Bronze mit 12/8/9 an die USA und GB, NL, Norwegen, Schweden und Spanien hatten 12/7/8 bei weniger als die Hälfte der Gesamteinwohnerzahl.

Ja, auch in der Leichtathletik spielen plötzlich Nationen mit, die sonst keine große Rolle gespielt haben. Ist sicher auch eine Folge der Globalisierung und das auch dort mittlerweile professionell gearbeitet wird. Ja, auch ich finde das spannend und gut anzusehen.

Alles in allem bin ich der Ansicht, dass auch in der Leichtathletik einiges auf den Prüfstand muss. Allen voran die Förderung der Athleten, damit diese sich 100 %ig auf ihren Sport konzentrieren können.

Leichtathletik WM

ram1966, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 13:14 (vor 878 Tagen) @ CHS

Persönliche oder Saisonbestleistungen sind aber auch offensichtlich nicht genug, um mindestens zwei weitere Plätze nach vorne zu kommen. Das ist doch Fakt.


Wenn du dir die Welt so einfach machen willst. Wenn jemand Deutschen Rekord läuft und damit Fünfter wird, ist das schon eine Leistung. Man sollte nicht vergessen, dass manche Sportarten halt andere Länder Vorteile haben (Höhe, Klima), gerade bei den Sprint-Wettbewerben. Deuschland punktet meistens in den technischen Sportarten.

Wenn wir gegen Bremen im Heimspiel in den letzten zwei Minuten das Spiel gekippt bekommen sagt doch auch keiner, die 88 Minuten vorher war aber alles tutti.


Natürlich nicht, aber man sollte bei einer Bewertung halt auch die ersten 88 Minuten berücksichtigen. Am Ende gilt immer das Ergebnis. Aber durch bestimmte Vorgänge könnten Ergebnisse beeinflusst werden. Wie war das mit dem CL-Spiel gegen Bayern oder die Pokalniederlage, als ein klares Tor des BVB nicht berücksichtigt wurde? Der Ergebnis ist klar, aber das Zustandekommen zählt doch auch, oder?

Ich denke kaum ein Sport ist so ergebnisorientiert wie die LA, weil eben alles messbar ist und nicht im subjektiven Bereich liegt. Die Finalplatzierungen sind für den Einzelsportler sicherlich ein Erfolg und vielleicht auch ein positiver Ausblick in die Zukunft, als Bilanz in der WM ist das schlicht zu wenig.


Naja, Ergebnisse kann man nur berücksichtigen, wenn diese erfolgt sind. Aktuell bewertest du die Leistungen nach knapp der Hälfte der Wettbewerbe und ignorierst noch die, die kommen. Zehnkampf, Staffel, Kugelstoßen, Speerwerfen sind bestimmt noch Medaillen möglich.

Gruß

CHS

Vielleicht kommt es schärfer bei dir an, als ich es gemeint habe. Natürlich ist ein Deutscher Rekord mit 5. Platz beachtenswert, jede persönliche Best- (Saisonbestleistung) und natürlich jeder Finaleinzug. Für mich ist es auch die Summe der Leistungen, die bisher nicht zu Medaillen geführt haben. Sich immer wieder auf die bestimmten Vorgänge zu konzentrieren, die eben dazu geführt haben, dass irgendwas nicht optimal geklappt hat, beobachten wir doch bei unseren Fußballnationalmannschaften. Die Damen als auch die Herren haben sich immer als Titelkandidat gesehen und ich habe mich da immer gefragt, ist das jetzt Selbstbewusstsein oder totale Arroganz. So gibt man den Spielern ein Alibi, ebenso wie den Leichtathleten. Diese Bissigkeit und den absoluten Willen muss man herausfordern. Wenn man das selbst nicht auf die Bahn bringt, dann tun es eben andere.

Gerne lasse ich mich von den noch zu absolvierenden Disziplinen überraschen, letztlich kann das aber die Defizite nach der Hälfte der Entscheidungen überdecken.

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 09:12 (vor 878 Tagen) @ CHS

Übrigens, bei der letzten WM holte man eine Bronzemedaille bei der 4x100m Frauen (kommt noch) und Goldmedaille im Weitsprung Frauen (Mihambo fehlt bekanntlich als eine der Favoritin). Sieben mal gab es da Platzierungen unter den ersten Acht.

Gruß

CHS

Allerdings wurde auch diese WM als katastrophal für den DLV gewertet und es gab etliche Diskussionen, weil man davor immer im Bereich von 7 bis 10 Medaillen gewesen ist.

Leichtathletik WM

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 09:19 (vor 878 Tagen) @ Sascha

Allerdings wurde auch diese WM als katastrophal für den DLV gewertet und es gab etliche Diskussionen, weil man davor immer im Bereich von 7 bis 10 Medaillen gewesen ist.

Stimmt, nur haben viele Athleten halt ihr Leistungshoch nicht auf die WM im Juli ausgerichtet, sondern auf die EM in München im August ausgerichtet (Wegen Olympia wurde die WM auch auf 2022 verschoben).

Gruß

CHS

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 09:27 (vor 878 Tagen) @ CHS

Allerdings wurde auch diese WM als katastrophal für den DLV gewertet und es gab etliche Diskussionen, weil man davor immer im Bereich von 7 bis 10 Medaillen gewesen ist.


Stimmt, nur haben viele Athleten halt ihr Leistungshoch nicht auf die WM im Juli ausgerichtet, sondern auf die EM in München im August ausgerichtet (Wegen Olympia wurde die WM auch auf 2022 verschoben).

Gruß

CHS

Das macht man aber nur, wenn man schon weiß, dass man auf Weltniveau nicht wirklich konkurrenzfähig ist.

Leichtathletik WM

CHS ⌂ @, Lünen / Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 09:40 (vor 878 Tagen) @ Sascha

Das macht man aber nur, wenn man schon weiß, dass man auf Weltniveau nicht wirklich konkurrenzfähig ist.

Oder wenn man sich lieber Zuhause präsentieren will anstatt bei einer WM in den USA.

;-)

Es war halt einzigartig, dass zwei Großveranstaltungen der Leichtathletik im gleichen Jahr war. Btw., bestes europäisches Land mit einer Gold und drei Silbermedaillen war bei der WM Polen.

Bei der WM davor holte Deutschland zwei Gold (Weitsprung und Zehnkampf) und vier Bronze. Man sieht also, ähnliche Platzierung wären wieder möglich gewesen, wenn Mihambo dabei gewesen wäre.

Gruß

CHS

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 09:45 (vor 878 Tagen) @ CHS

Das macht man aber nur, wenn man schon weiß, dass man auf Weltniveau nicht wirklich konkurrenzfähig ist.


Oder wenn man sich lieber Zuhause präsentieren will anstatt bei einer WM in den USA.

;-)

Es war halt einzigartig, dass zwei Großveranstaltungen der Leichtathletik im gleichen Jahr war. Btw., bestes europäisches Land mit einer Gold und drei Silbermedaillen war bei der WM Polen.

Bei der WM davor holte Deutschland zwei Gold (Weitsprung und Zehnkampf) und vier Bronze. Man sieht also, ähnliche Platzierung wären wieder möglich gewesen, wenn Mihambo dabei gewesen wäre.

Gruß

CHS

Da steckt aber noch viel mehr dahinter. Unter anderem die Sportfördergelder. Da wird es sich keiner leisten können, eine WM unterzuordnen.

BTW: Es ist Sport. Wettkampf. Ein "wäre möglich gewesen" ist da einfach ein "Ziel nicht erreicht".

Leichtathletik WM

Talentförderer, Dortmund, Donnerstag, 24.08.2023, 23:36 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Letztendlich ist es aber weniger „erschreckend“, als typisches 1st world problem. Seien wir ehrlich, ist doch völlig wumpe ob ein Land erfolgreich ist im Leistungssport.

Leichtathletik WM

Scherben, Kiel, Freitag, 25.08.2023, 09:37 (vor 878 Tagen) @ Talentförderer

Letztendlich ist es aber weniger „erschreckend“, als typisches 1st world problem. Seien wir ehrlich, ist doch völlig wumpe ob ein Land erfolgreich ist im Leistungssport.

Agree. Und die Vorbilddiskussion ist m.E. auch albern. Ich mache gern Sport und bewege mich gern, aber ich habe dafür nie Vorbilder benötigt. Dieser Bewegungsdrang ist doch in uns Tieren angelegt. Man muss vor allem schauen, dass man ihn nicht verlernt. Aber das reicht dann auch. Und auf der Gegenseite eben auch, dass man es nicht übertreibt. Viele Leistungssportler*innen sind mit Mitte 30 doch körperlich im Arsch.

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 10:03 (vor 878 Tagen) @ Scherben

Sehe ich nicht so. Es ist sicherlich nicht für alle was, aber dieser Drang, sich zu messen, Grenzen zu verschieben und ans Limit zu gehen, ist doch mit ein Hauptgrund für unsere Entwicklung.

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.

Leichtathletik WM

CF, Freitag, 25.08.2023, 10:34 (vor 878 Tagen) @ Sascha

Sehe ich nicht so. Es ist sicherlich nicht für alle was, aber dieser Drang, sich zu messen, Grenzen zu verschieben und ans Limit zu gehen, ist doch mit ein Hauptgrund für unsere Entwicklung.

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.

Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.

Leichtathletik WM

Scherben, Kiel, Freitag, 25.08.2023, 13:39 (vor 878 Tagen) @ CF

Sehe ich nicht so. Es ist sicherlich nicht für alle was, aber dieser Drang, sich zu messen, Grenzen zu verschieben und ans Limit zu gehen, ist doch mit ein Hauptgrund für unsere Entwicklung.

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.


Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.

Ach komm. Natürlich spielt Sport eine Rolle, auch als sozialer Kitt heutzutage, aber Leistungssport an sich ist doch i.W. eine Erfindung der letzten 150 Jahre. Für den großen Zivilisationsfortschritt seit der Steinzeit sind ganz andere Faktoren zu nennen, Wissenschaft und Literatur natürlich in allererster Linie. Und ganz grundsätzlich bleibt eben die Frage, welche Rolle der absolute Spitzensport gesellschaftlich spielen sollte. Tendenziell halte ich den Breitensport für viel wichtiger.

Leichtathletik WM

Habakuk, OWL, Freitag, 25.08.2023, 12:05 (vor 878 Tagen) @ CF

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.


Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.

Das sind aber schon steile Thesen. Meiner Meinung nach, würde es am Leben der Menschheit wenig ändern, wenn noch niemand auf dem Mond oder dem Mount Everest gewesen wäre. Die wesentlichen Errungenschaften der menschlichen Zivilisation sind kaum aus irgendwelchen Höchstleistungen hervorgenangen, sondern in der Regel aus Notwendigkeiten zur Erleichterung des Alltags oder aus dem Streben (besser: der Gier) nach Macht und Reichtum. Natürlich kann man darüber hinaus aus diskutieren, ob uns der "Fortschritt" in seiner Gesamtheit (Teilbereiche wie Ernährung, Hygiene, Medizin, Bildung etc. mal ausgenommen) wirklich zu glücklicheren Menschen gemacht hat.

Leichtathletik WM

Scherben, Kiel, Samstag, 26.08.2023, 09:27 (vor 877 Tagen) @ Habakuk

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.


Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.


Das sind aber schon steile Thesen. Meiner Meinung nach, würde es am Leben der Menschheit wenig ändern, wenn noch niemand auf dem Mond oder dem Mount Everest gewesen wäre. Die wesentlichen Errungenschaften der menschlichen Zivilisation sind kaum aus irgendwelchen Höchstleistungen hervorgenangen, sondern in der Regel aus Notwendigkeiten zur Erleichterung des Alltags oder aus dem Streben (besser: der Gier) nach Macht und Reichtum. Natürlich kann man darüber hinaus aus diskutieren, ob uns der "Fortschritt" in seiner Gesamtheit (Teilbereiche wie Ernährung, Hygiene, Medizin, Bildung etc. mal ausgenommen) wirklich zu glücklicheren Menschen gemacht hat.

Ich finde allein die Vorstellung absurd, dass das unsportlichste Tier von allen ausgerechnet aufgrund des sportlichen Wettkampfs so weit gekommen sein soll. Ahistorischer kann man doch gar nicht denken, sorry. Der Mensch hat aufgrund von Zusammenarbeit, Organisation, Cleverness, etc. überlebt.

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Sonntag, 27.08.2023, 21:30 (vor 875 Tagen) @ Scherben
bearbeitet von Sascha, Sonntag, 27.08.2023, 21:34

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.


Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.


Das sind aber schon steile Thesen. Meiner Meinung nach, würde es am Leben der Menschheit wenig ändern, wenn noch niemand auf dem Mond oder dem Mount Everest gewesen wäre. Die wesentlichen Errungenschaften der menschlichen Zivilisation sind kaum aus irgendwelchen Höchstleistungen hervorgenangen, sondern in der Regel aus Notwendigkeiten zur Erleichterung des Alltags oder aus dem Streben (besser: der Gier) nach Macht und Reichtum. Natürlich kann man darüber hinaus aus diskutieren, ob uns der "Fortschritt" in seiner Gesamtheit (Teilbereiche wie Ernährung, Hygiene, Medizin, Bildung etc. mal ausgenommen) wirklich zu glücklicheren Menschen gemacht hat.


Ich finde allein die Vorstellung absurd, dass das unsportlichste Tier von allen ausgerechnet aufgrund des sportlichen Wettkampfs so weit gekommen sein soll. Ahistorischer kann man doch gar nicht denken, sorry. Der Mensch hat aufgrund von Zusammenarbeit, Organisation, Cleverness, etc. überlebt.

Wer soll das sein? Als "Tier" gesehen ist der Mensch mit am besten dafür angelegt, seine Beute über lange Distanzen zu verfolgen.

Ganz davon abgesehen, gibt es einen Unterschied von Überleben und Fortschritt. Organisation und Zusammenarbeit, ja sogar Cleverness, haben andere Tiere auch. Orcas beispielsweise. Aber vermutlich werden die immer damit zufrieden sein, wenn sie ausreichend Robben von Eisschollen schuppen können.

Leichtathletik WM

Habakuk, OWL, Samstag, 26.08.2023, 09:52 (vor 877 Tagen) @ Scherben

Ich finde allein die Vorstellung absurd, dass das unsportlichste Tier von allen ausgerechnet aufgrund des sportlichen Wettkampfs so weit gekommen sein soll. Ahistorischer kann man doch gar nicht denken, sorry. Der Mensch hat aufgrund von Zusammenarbeit, Organisation, Cleverness, etc. überlebt.

In der Tat. Wer sich mal etwas intensiver mit Frühgeschichte beschäftigt hat, der wird leicht feststellen, dass diese Menschen sehr viel innovativer waren als der moderne Mensch, und das ganz ohne Wettbewerb.

Der Mensch ist das ja auch einzige Lebewesen, das Sport treibt, um im Rahmen seiner Degeneration nicht völlig zu verfetten. Es gehört schon eine Menge Selbstüberschätzung dazu, sich selbst als "Krone der Schöpfung" zu bezeichnen.

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 12:25 (vor 878 Tagen) @ Habakuk

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.


Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.


Das sind aber schon steile Thesen. Meiner Meinung nach, würde es am Leben der Menschheit wenig ändern, wenn noch niemand auf dem Mond oder dem Mount Everest gewesen wäre. Die wesentlichen Errungenschaften der menschlichen Zivilisation sind kaum aus irgendwelchen Höchstleistungen hervorgenangen, sondern in der Regel aus Notwendigkeiten zur Erleichterung des Alltags oder aus dem Streben (besser: der Gier) nach Macht und Reichtum. Natürlich kann man darüber hinaus aus diskutieren, ob uns der "Fortschritt" in seiner Gesamtheit (Teilbereiche wie Ernährung, Hygiene, Medizin, Bildung etc. mal ausgenommen) wirklich zu glücklicheren Menschen gemacht hat.

Aber allein die Schaffung der technologischen Möglichkeiten zur bemannten Raumfahrt haben doch völlig neue Entwicklungen und einen weiteren Fortschritt mit sich gebracht. Natürlich "auf dem Mond spazieren gehen" ist kein Wert an sich. Aber der Antrieb, das möglich zu machen, hat in der Folge viel bewirkt und verändert.

Leichtathletik WM

Habakuk, OWL, Freitag, 25.08.2023, 12:50 (vor 878 Tagen) @ Sascha

Aber allein die Schaffung der technologischen Möglichkeiten zur bemannten Raumfahrt haben doch völlig neue Entwicklungen und einen weiteren Fortschritt mit sich gebracht. Natürlich "auf dem Mond spazieren gehen" ist kein Wert an sich. Aber der Antrieb, das möglich zu machen, hat in der Folge viel bewirkt und verändert.

Es ging mir eigentlich mehr um die Erbringung von Höchstleistungen an sich. Diese haben verhältnismäßig wenig Einfluss auf nachfolgende Entwicklungen. Auch ohne Menschen auf dem Mond hätten sich die meisten Dinge (Satellitentechnik und daraus resultierende Möglichkeiten etc.) wohl ebenso entwickelt, wie wir sie jetzt kennen. Und schon gar nicht hatten sportliche Höchstleistungen irgendeinen Einfluss auf die Menschheitsgeschichte. Wissenschaftliche Erkenntnisse und nachfolgender Nutzen entstehen in erster Linie durch langwierige Arbeit, nicht durch irgendeine Ausnahmeleistung mit großer Öffentlichkeitswirkung.

Leichtathletik WM

Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 12:54 (vor 878 Tagen) @ Habakuk

Aber allein die Schaffung der technologischen Möglichkeiten zur bemannten Raumfahrt haben doch völlig neue Entwicklungen und einen weiteren Fortschritt mit sich gebracht. Natürlich "auf dem Mond spazieren gehen" ist kein Wert an sich. Aber der Antrieb, das möglich zu machen, hat in der Folge viel bewirkt und verändert.


Es ging mir eigentlich mehr um die Erbringung von Höchstleistungen an sich. Diese haben verhältnismäßig wenig Einfluss auf nachfolgende Entwicklungen. Auch ohne Menschen auf dem Mond hätten sich die meisten Dinge (Satellitentechnik und daraus resultierende Möglichkeiten etc.) wohl ebenso entwickelt, wie wir sie jetzt kennen. Und schon gar nicht hatten sportliche Höchstleistungen irgendeinen Einfluss auf die Menschheitsgeschichte. Wissenschaftliche Erkenntnisse und nachfolgender Nutzen entstehen in erster Linie durch langwierige Arbeit, nicht durch irgendeine Ausnahmeleistung mit großer Öffentlichkeitswirkung.

Doch, das "Mindset" ist immer das gleiche, es ändert sich nur das Betätigungsfeld. Bei dem einen ist es der Antrieb, die hundert Meter als erster unter 10 Sekunden zu laufen, bei dem anderen der, der erste Mensch zu sein, der diese verdammte Glühbirne zum leuchten bringt. Gerade die Geschichte der Wissenschaft ist doch auch eine Geschichte von Wettbewerb und Obsession. Auch ins Ungesunde hinein gesteigert.

Leichtathletik WM

CF, Freitag, 25.08.2023, 14:44 (vor 878 Tagen) @ Sascha

Aber allein die Schaffung der technologischen Möglichkeiten zur bemannten Raumfahrt haben doch völlig neue Entwicklungen und einen weiteren Fortschritt mit sich gebracht. Natürlich "auf dem Mond spazieren gehen" ist kein Wert an sich. Aber der Antrieb, das möglich zu machen, hat in der Folge viel bewirkt und verändert.


Es ging mir eigentlich mehr um die Erbringung von Höchstleistungen an sich. Diese haben verhältnismäßig wenig Einfluss auf nachfolgende Entwicklungen. Auch ohne Menschen auf dem Mond hätten sich die meisten Dinge (Satellitentechnik und daraus resultierende Möglichkeiten etc.) wohl ebenso entwickelt, wie wir sie jetzt kennen. Und schon gar nicht hatten sportliche Höchstleistungen irgendeinen Einfluss auf die Menschheitsgeschichte. Wissenschaftliche Erkenntnisse und nachfolgender Nutzen entstehen in erster Linie durch langwierige Arbeit, nicht durch irgendeine Ausnahmeleistung mit großer Öffentlichkeitswirkung.


Doch, das "Mindset" ist immer das gleiche, es ändert sich nur das Betätigungsfeld. Bei dem einen ist es der Antrieb, die hundert Meter als erster unter 10 Sekunden zu laufen, bei dem anderen der, der erste Mensch zu sein, der diese verdammte Glühbirne zum leuchten bringt. Gerade die Geschichte der Wissenschaft ist doch auch eine Geschichte von Wettbewerb und Obsession. Auch ins Ungesunde hinein gesteigert.

Das ist doch auch eigentlich ganz selbstverständlich. Jeder Mensch hat andere Stärken und Talente und versucht diese so gut wie es geht zu nutzen. Der eine ist klug, der andere schnell, der dritte stark - und jeder versucht das beste daraus zu machen.

Leichtathletik WM

CF, Freitag, 25.08.2023, 12:23 (vor 878 Tagen) @ Habakuk

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.


Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.


Das sind aber schon steile Thesen. Meiner Meinung nach, würde es am Leben der Menschheit wenig ändern, wenn noch niemand auf dem Mond oder dem Mount Everest gewesen wäre. Die wesentlichen Errungenschaften der menschlichen Zivilisation sind kaum aus irgendwelchen Höchstleistungen hervorgenangen, sondern in der Regel aus Notwendigkeiten zur Erleichterung des Alltags oder aus dem Streben (besser: der Gier) nach Macht und Reichtum. Natürlich kann man darüber hinaus aus diskutieren, ob uns der "Fortschritt" in seiner Gesamtheit (Teilbereiche wie Ernährung, Hygiene, Medizin, Bildung etc. mal ausgenommen) wirklich zu glücklicheren Menschen gemacht hat.

Das kann man ja nicht voneinander trennen - nach dem Motto: diese Streben ist jetzt sinnvoll und jenes nicht. Die Besteigung des Mount Everest folgt demselben (inneren) Antrieb wie die Entwicklung neuer Medikamente.

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Habakuk, OWL, Freitag, 25.08.2023, 12:33 (vor 878 Tagen) @ CF

Das kann man ja nicht voneinander trennen - nach dem Motto: diese Streben ist jetzt sinnvoll und jenes nicht. Die Besteigung des Mount Everest folgt demselben (inneren) Antrieb wie die Entwicklung neuer Medikamente.

Diese Antwort verstehe ich jetzt nicht. Warum sollte man da nicht differenzieren können? Und warum sollte der Antrieb für all diese völlig unterschiedlichen Leistungen und Entwicklungen der gleiche sein? Und was hat uns allen beispielsweise die Erstbesteigung des Mount Everest gebracht?

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Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 12:46 (vor 878 Tagen) @ Habakuk

Du kannst doch nicht alles daran bewerten, ob es einen materiellen Nutzen hat. Van Gogh hat in den wenigen Jahren seines Schaffens obsessiv gemalt, wollte immer mehr auf Papier bringen. Wenn man den kulturellen Nutzen negiert, kann man ketzerisch fragen, ob uns die paar Sonnenblumen und Windmühlen irgendwie weitergebracht haben.

Der Antrieb ist immer, etwas Neues zu schaffen und Grenzen zu verschieben. Körperliche, geistige, technologische und gesellschaftliche.

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ram1966, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 11:13 (vor 878 Tagen) @ CF

Sehe ich nicht so. Es ist sicherlich nicht für alle was, aber dieser Drang, sich zu messen, Grenzen zu verschieben und ans Limit zu gehen, ist doch mit ein Hauptgrund für unsere Entwicklung.

Der Antrieb, den Marathon unter 2 Stunden zu laufen, ist doch der gleiche, als der erste Mensch den Nordpol zu erreichen, oder Raketen zu konstruieren, mit denen man den Mars erreichen kann.

Ich glaube schon, dass es gefährlich ist, wenn dieser Antrieb verloren geht und auch der Verlust wäre wohl nicht nur auf den Sport beschränkt.


Vollkommen richtig! Der (sportliche) Wettkampf ist das, was die menschliche Zivilisation erst so weit gebracht hat. Jetzt kann man diskutieren, ob alle Errungenschaften so toll sind, aber ohne diesen Antrieb wären wir noch in der Steinzeit.

Ich denke, dass es heute natürlich viel schwieriger ist, irgendwelche neuen Rekorde aufzustellen, weil wir technisch/medizinisch weltweit mittlerweile so gut aufgestellt sind, dass das Potenzial an Top-Leistungen deutlich gewachsen ist. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann haben sich einige 800 m-Läufer mit herausragenden Zeiten ab 1:44,30 min nicht für das Finale qualifizieren können. Das Leistungsniveau in der Spitze ist so eng mittlerweile, dass ganz viele Dinge eine Rolle spielen, ob man ganz vorne landet oder nicht.

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Talentförderer, Freitag, 25.08.2023, 08:51 (vor 878 Tagen) @ Talentförderer

Nein. Kinder machen auch Sport aufgrund von Vorbildern.

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Mottek, Donnerstag, 24.08.2023, 23:04 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Sport bedeutet massive Entbehrungen und Qual. Und in Deutschland ist die Förderung von Sportarten extrem dünn.

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Dennis-77, Freitag, 25.08.2023, 07:34 (vor 878 Tagen) @ Taifun

Fängt doch schon in der Schule an - es kann kaum weniger Sport angeboten werden und die Anerkennung für sportliche Leistungen wird schulisch ebenfalls fast ins lächerliche gezogen.

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Habakuk, OWL, Donnerstag, 24.08.2023, 23:13 (vor 878 Tagen) @ Taifun

Sport bedeutet massive Entbehrungen und Qual. Und in Deutschland ist die Förderung von Sportarten extrem dünn.

Ich bin nicht ganz sicher, ob man dieser Parole Millionen junger Menschen für den Sport begeistern können wird.

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Habakuk, Donnerstag, 24.08.2023, 23:20 (vor 878 Tagen) @ Habakuk

Ist aber so. Wer beim Tischtennis zum Beispiel nicht im Alter von 5 Jahren angefangen hat wird die absolute Weltspitze nicht erreichen.

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Eisen, DO, Donnerstag, 24.08.2023, 23:11 (vor 878 Tagen) @ Taifun

Das war ja mal anders, aber ebenso wie in vielen anderen Bereichen, verliert Deutschland aufgrund massiver Strukturmängel und Unterfinanzierung im Spitzensport den Anschluss.

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hami, Donnerstag, 24.08.2023, 22:24 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Der einzige deutsche Teilnehmer heute Abend (geboren und ausgebildet in den USA) musste im 5.000m Lauf verletzungsbedingt aufgeben. Okay, kann er nichts für, aber irgendwie symptomatisch.

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Rupo, Ruhrpott, Freitag, 25.08.2023, 03:11 (vor 878 Tagen) @ hami

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Braumeister, BaWü, Donnerstag, 24.08.2023, 22:04 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Wir haben bei Sportarten bei welchen Eltern Kohle brauchen bspw. Wintersport noch Weltklasse Sportler. Einfach weil das in wenigen Ländern gefördert werden kann. Ansonsten ist der Sport doch sinnbildlich für unsere Gesellschaft.

Bloß keine ehrliche Kritik, man könnte ja jemand verletzen. Individuelle stärken nicht fördern, da man sonst schwächere schlecht aussehen lässt, anstatt dass man da andere stärken sucht und formt.

Gleichzeitig ist Fußball so dominant, dass andere Sportarten in der Jugend kaum noch Chancen erhalten. Blöd dass wir beim Fußball alle zu Querpassmaschinen ausgebildet haben.


Leichtathletik, Radsport etc haben dazu in Deutschland das Problem, dass doch eh alle gedoped sind.

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Abseits, Donnerstag, 24.08.2023, 22:57 (vor 878 Tagen) @ Braumeister

Wir haben bei Sportarten bei welchen Eltern Kohle brauchen bspw. Wintersport noch Weltklasse Sportler. Einfach weil das in wenigen Ländern gefördert werden kann. Ansonsten ist der Sport doch sinnbildlich für unsere Gesellschaft.

Oh Mann, mittlerweile ist jeder Misserfolg sinnbildlich für unsere Gesellschaft. Jamaika, Äthiopien und Burkina Faso stehen im Medaillenspiegel vor uns. Ist dies sinnbildlich für deren Gesellschaften?

Gleichzeitig ist Fußball so dominant, dass andere Sportarten in der Jugend kaum noch Chancen erhalten. Blöd dass wir beim Fußball alle zu Querpassmaschinen ausgebildet haben.

Dies ist der erste Thread nach sieben Tagen Leichtathletikmeisterschaften. Dank Fußball interessiert sich halt niemand mehr für Leichtathletik.

Bloß keine ehrliche Kritik, man könnte ja jemand verletzen. Individuelle stärken nicht fördern, da man sonst schwächere schlecht aussehen lässt, anstatt dass man da andere stärken sucht und formt.

Quatsch. Überall dort, wo Leistungssport betrieben wird, gibt es ehrliche Kritik und Auslese.

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Franke, Donnerstag, 24.08.2023, 21:59 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Ich schaue seit vier Tagen die Leichtathletik WM in Budapest….
Tolle Leistungen, toll3 Wettkämpfe…
Aber:
Bisher noch immer keine einzige Medaille für Deutschland.
Vielleicht wäre Mihambo erfolgreich gewesen, sie ist j“ leider verletzt.
Haben wir denn gar keine Athleten / Athletinnen mehr, die weltweit mithalten können?
Erschreckend.

"In den Niederlanden gibt es 4.000, 5.000, 6.000 € Grundgehalt statt 600 € Sporthilfe."

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Fisheye, Freitag, 25.08.2023, 08:10 (vor 878 Tagen) @ Franke
bearbeitet von Fisheye, Freitag, 25.08.2023, 08:18

Ich schaue seit vier Tagen die Leichtathletik WM in Budapest….
Tolle Leistungen, toll3 Wettkämpfe…
Aber:
Bisher noch immer keine einzige Medaille für Deutschland.
Vielleicht wäre Mihambo erfolgreich gewesen, sie ist j“ leider verletzt.
Haben wir denn gar keine Athleten / Athletinnen mehr, die weltweit mithalten können?
Erschreckend.


"In den Niederlanden gibt es 4.000, 5.000, 6.000 € Grundgehalt statt 600 € Sporthilfe."

In was sind die Niederlande denn besonders gut? OK offensichtlich 400 m Hürden, gerade Weltmeister geworden.

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Dudi, Tor zum Münsterland, Freitag, 25.08.2023, 08:59 (vor 878 Tagen) @ Fisheye

Abseits der Leichtathletik fällt mir so einges ein:

Eisschnellauf... (Nationalsport)
Radsport... (kein Wunder)
Fussball... (wenn man die Größe des Landes berücksichtigt)
Rudern...

Was man aber sagen muss, es sind einzelne Sportarten die man gezielt fördert.
In Deutschland hat die Fördergiesskanne natürlich viel mehr Öffnungen...

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Franke, Donnerstag, 24.08.2023, 23:21 (vor 878 Tagen) @ Franke

Wird man in Deutschland mit der Neidgesellschaft niemals mehr machen.

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bigfoot49, Leipzig, Freitag, 25.08.2023, 09:16 (vor 878 Tagen) @ Taifun

Wurde die Sportförderung über Bundespolizei/-Wehr eingestellt?
Ernstgemeinte Frage.

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Blarry, Essen, Freitag, 25.08.2023, 09:51 (vor 878 Tagen) @ bigfoot49

Natürlich nicht; die nehmen immer noch jeden auf, der zehn Schritte geradeaus laufen kann. Und wie man an Claudia Pechstein sieht, auch jeden, der keine zehn Sekunden geradeaus denken kann. Aber woanders ists natürlich besser, weils woanders ist.

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simie, Krefeld, Donnerstag, 24.08.2023, 21:58 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Sie Sportförderung in Deutschland ist halt in vielen Punkten deutlich hinter andere Länder zurückgefallen. Und das fängt dann zwar in den Schulen an, aber setzt sich beim Übergang zu den Senioen fort. Es ist kein Zufall, dass doch einige der deutschen Leichtathleten in den USA leben und trainieren.
Man sollte sich auch fragen, ob die derzeitige Vereinsstruktur, die man in Deutschland findet, noch die geeignete Art der Sportförderung ist, oder ob man nicht, wie andere Länder, mehr auf Sportförderung in den Schulen setzen müsste.

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Franke, Donnerstag, 24.08.2023, 22:08 (vor 878 Tagen) @ simie

Sie Sportförderung in Deutschland ist halt in vielen Punkten deutlich hinter andere Länder zurückgefallen. Und das fängt dann zwar in den Schulen an, aber setzt sich beim Übergang zu den Senioen fort. Es ist kein Zufall, dass doch einige der deutschen Leichtathleten in den USA leben und trainieren.
Man sollte sich auch fragen, ob die derzeitige Vereinsstruktur, die man in Deutschland findet, noch die geeignete Art der Sportförderung ist, oder ob man nicht, wie andere Länder, mehr auf Sportförderung in den Schulen setzen müsste.

In den Schuuulen? Von denen wird gefordert, einen Sportunterricht anzubieten, der auch den Fußkranken Spaß macht. Jaaa, auch denen muss man ein gutes Angebot machen, aber da wird sich dann halt kein Olympiasieger entwickeln.

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Dudi, Tor zum Münsterland, Freitag, 25.08.2023, 06:25 (vor 878 Tagen) @ Franke

Im Grunde sind das 2 Diskussionen denen man sich stellen muss, will man den deutschen Sport wieder konkurrenzfähig machen. Zum einen fängt es bei den Kindern und der Förderung im Schulssport an.

Mein Sohn rudert im Juniorenbereich und trainiert mittlerweile 6 mal die Woche. Das reicht für Teilnahme und mittlere Platzierungen bei deutschen Spitzenregatten, nur mal so zur Einordnung. D.h. um in diesem Sport halbwegs erfolgreich zu sein, muss man unfassbar viel Zeit investieren und wenn man das mit Fußballern in dem Alter vergleicht.. ich schweife ab...

Rudern war früher im Rahmen der Lehrerausbildung (Sportstudium) Pflichtfach. Heute haben die Vereine das Problem , das es an den Schulen keine Lehrer mehr gibt, die mögliche AGs oder Kurse betreuen könnten. Trainer die zu diesen Zeiten zur Verfügung standen sind auch schwer zu kriegen... Es ist also keineswegs nur eine Geld Frage, wenn man an den Schulen die Kinder für andere Sportarten als rudern begeistern will.

Zum Leistungssport im Seniorenbereich: Da ist es dann vor allem eine Geldfrage. Die Sportart Rudern verliert derzeit in Deutschland den internationalen Anschluss und das, obwohl im U19 und u23 Bereich nach wie vor große Erfolge erzielt werden. Danach klafft eine Riesenlücke und da ist es am Ende dann tatsächlich eine Geldfrage und weniger eine strukturelle...

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Talentförderer, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 16:55 (vor 878 Tagen) @ Dudi

Danach klafft eine Riesenlücke und da ist es am Ende dann tatsächlich eine Geldfrage und weniger eine strukturelle...

Da muss man auch nicht lange drum rum reden. In Zeiten in denen ein 100 Mrd Sonderfonds für die Bundeswehr aufgesetzt wird, aber kein Geld für eine Kindergrundsicherung da ist, lässt sich eben auch schwer mit Geldern für Sporthilfe oder sportliche Infrastruktur argumentieren, wovon der größte Teil der Gesellschaft sowieso nicht profitiert.

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Sascha, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 07:12 (vor 878 Tagen) @ Dudi

Ist ja auch kein Wunder, wenn selbst Olympiasieger im besten Alter den Leistungssport aufgeben müssen, weil sie es nicht schaffen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wenn sie das notwendige Trainingspensum schaffen wollen.

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simie, Krefeld, Freitag, 25.08.2023, 10:09 (vor 878 Tagen) @ Sascha

Ist dann halt auch immer die Frage, für wie wichtig eine Gesellschaft Sport, sowohl im Leistungssportbereich, aber auch im Breitensport, hält. Und in beiden Bereichen sieht es in Deutschland dann doch ziemlich mau aus. Was ich für einen Fehler halte.

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CF, Freitag, 25.08.2023, 10:37 (vor 878 Tagen) @ simie

Ist dann halt auch immer die Frage, für wie wichtig eine Gesellschaft Sport, sowohl im Leistungssportbereich, aber auch im Breitensport, hält. Und in beiden Bereichen sieht es in Deutschland dann doch ziemlich mau aus. Was ich für einen Fehler halte.

Ist das so? Also ich stelle in meinem Umfeld eine große Sportbegeisterung fest - sowohl für sich privat als auch als Zuschauer bei den unterschiedlichsten Sportveranstaltungen im TV.

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simie, Krefeld, Freitag, 25.08.2023, 11:00 (vor 878 Tagen) @ CF


Ist das so? Also ich stelle in meinem Umfeld eine große Sportbegeisterung fest - sowohl für sich privat als auch als Zuschauer bei den unterschiedlichsten Sportveranstaltungen im TV.

Von dieser Begeisterung bleibt dann aber häufig nicht viel übrig, wenn es darum geht Sportinfrastruktur bereitzustellen. In meiner Heimatstadt fiel beispielsweise das 50m Schwimmbecken dem Umbau des Schwimmbades zum Opfer.

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CF, Freitag, 25.08.2023, 12:24 (vor 878 Tagen) @ simie


Ist das so? Also ich stelle in meinem Umfeld eine große Sportbegeisterung fest - sowohl für sich privat als auch als Zuschauer bei den unterschiedlichsten Sportveranstaltungen im TV.


Von dieser Begeisterung bleibt dann aber häufig nicht viel übrig, wenn es darum geht Sportinfrastruktur bereitzustellen. In meiner Heimatstadt fiel beispielsweise das 50m Schwimmbecken dem Umbau des Schwimmbades zum Opfer.

Das ist leider wahr. Ich empfinde das als soliden Widerspruch. Am Ende auch nur ein kleines Rädchen im Getriebe der allgemeinen Unzufriedenheit in der Gesellschaft.

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Dudi, Tor zum Münsterland, Freitag, 25.08.2023, 07:22 (vor 878 Tagen) @ Sascha

Ja das ist der springende Punkt. Es muss meiner Meinung nach eine Sportförderung her,die den Namen auch verdient. Stand jetzt ist es z.b. so, dass man es erst min. in einen WM/Olympia Kader geschafft haben muss, um Förderung zu erhalten. Das ist kein Fördern, das ist fordern. Um mal beim Beispiel Leichtathletik zu bleiben, die Niederlande ziehen ihre Talente an einem Ort zusammen und dann kriegen die ein anständiges Grundgehalt um den Sport auszuüben. Die Amerikaner haben ihren College Sport. Auch ne interessante Variante. Übrigens haben die sogar Scouts die Sportler gezielt ansprechen.... Auch in Europa, sogar beim Rudern

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DerInDerInderin, Donnerstag, 24.08.2023, 22:46 (vor 878 Tagen) @ Franke

In den Schuuulen? Von denen wird gefordert, einen Sportunterricht anzubieten, der auch den Fußkranken Spaß macht. Jaaa, auch denen muss man ein gutes Angebot machen, aber da wird sich dann halt kein Olympiasieger entwickeln.

Wenn ich auf mein Gymnasium schaue, dann finde ich das schon krass. Wir hatten damals (das war vor über 15 Jahren) ab der Oberstufe auch einen Sportkurs, den die meisten von dir genannten "Fußkranken" wählen konnten und dann einfach ihre guten Noten erhalten haben, ohne wirklich etwas getan zu haben. Ja, Sport ist ein weitgedehnter Begriff, von daher will ich da keinem einen Vorwurf machen. Man will ja bestimmte Personen auch nicht ausgrenzen.

Was ich aber einfach mal in den Raum werfe: Bei uns gab es damals 2 Lehrer, die während ihrer Zeit das Thema Kanu richtig gepusht haben. Unsere Schule lag perfekt an einem fließenden Gewässer. Die Schule war regional bekannt dafür, dass man gute Schüler im Bereich Kanu ausgebildet und gefördert hat. Ich selbst habe mich einfach aus Eigeninteresse damals, obwohl ich noch nebenbei Fußball-Training etc. hatte, für ein paar Jahre dem Kanu Sport gewidmet. Das hat einfach Spaß gemacht.

Aber es war halt eine Zusatzarbeit für das Lehrpersonal, was mit keinem Gehalt zusätzlich vergütet wurde. Die haben sich einfach darum bemüht, dass z. B. Neulinge Zeiten im Hallenbad bekommen, damit man dort die ersten Erfahrungen sammeln kann. Oder waren bei Turnieren als Ansprechpartner dabei. Usw.

Seitdem die beiden aber in ihrem wohlverdienten Ruhestand sind, hat sich das Thema Kanu komplett erledigt. Keiner der neuen Lehrer wollte das ganze übernehmen. Also kommt es, wie es kommen muss, nun dazu, dass demnächst der Steg am Schulgelände komplett entfernt wird. Der liegt schon länger brach und rottet vor sich hin. Als wir letztens mal privat fahren wollten, haben wir ausdrücklich einen anderen Einstiegspunkt gewählt, weil dieser einfach besser ist.

Meine damalige Schule hat beileibe keine Olympia- oder Weltmeister hervorgebracht. Aber es waren durchaus mehrere Personen dabei, die auf Landes- und Bundesebene erfolgreich um Titel gekämpft und den Wettbewerb angefeuert haben. Wenn halt die Basis wegfällt, weil jeder nur noch "Dienst nach Vorschrift" macht und der Rest wegfällt, dann müssen wir uns nicht mehr um die aktuelle Situation wundern.

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simie, Krefeld, Donnerstag, 24.08.2023, 23:55 (vor 878 Tagen) @ DerInDerInderin

Das ist ein schönes Beispiel dafür, was möglich wäre. Was spräche denn dagegen, wenn jede Schule neben dem normalen Sportunterricht zusätzlich eine Sportabteilung hätte. Eine Schule, wie deine, die an einem Gewässer liegt, würde dann halt Kanusport anbieten. Dafür müsste natürlich auch Geld investiert werden, damit eben nicht so eine Situation, wie in deinem Beispiel, passiert, wo ein solches Projekt einschläft, da es auf dem freiwilligen Engagement weniger basierte.

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Mottek, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 07:29 (vor 878 Tagen) @ simie

Moin, das klingt sehr gut….
Aber:
Wo sollen all die Sportlehrer herkommen?
Zig- tausende Lehrer fehlen in unseren Schulen.

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Talentförderer, Dortmund, Freitag, 25.08.2023, 00:06 (vor 878 Tagen) @ simie

Da muss nicht „einfach“ Geld investiert werden.
Da fehlen Hallenzeiten, Lehrerpersonal und Infrastruktur.

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simie, Krefeld, Freitag, 25.08.2023, 07:43 (vor 878 Tagen) @ Talentförderer

Niemand sagt, dass solche Änderungen über Nacht geschehen.

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Sascha, Dortmund, Donnerstag, 24.08.2023, 21:54 (vor 878 Tagen) @ Mottek

Konstanze Klosterhalfen fehlt ebenfalls.

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