schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Heute vor 60 Jahre wurde John F. Kennedy ermordet (Sonstiges)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 23.11.2023, 20:40 (vor 787 Tagen) @ Will Kane

Der Jahrhundertmord. Für mich persönlich ein frühes prägendes Ereignis.

Müßig, die Bedeutung dieses Attentats zu beschreiben.

Und ebenso müßig, alles was sich um diesen Mord an Mythen und (Verschwörungs-)Theorien rankt zu benennen.

Passend dazu heute Abend auf 3sat die Doku des ‚umstrittenen’ (man könnte auch sagen ‚in Ungnade gefallenen‘) Oliver Stone von 2021:

https://www.3sat.de/film/dokumentarfilm/jfk-revisited---die-wahrheit-ueber---den-mord-an-john-f-kennedy-100.html

MMn sehr empfehlenswert, ganz gleich wie man zu Stone und/oder den Aussagen dieser Doku stehen mag.


Ich fand die Doku gut, nur stellt sich mir immer die Frage ab wann ist es wirklich eine Verschwörung und in welchen Fällen wird Sie dann zur Theorie diskeditiert. Gerade in dem Kennedyfall gibt es so viele Ungereimtheiten und Ermittlungsfehler.

Interessanterweise waren all diese Ungereimtheiten und Ermittlungsfehler Ursprung der Theorie/Verschwörungstheorie vom ‚Deep State‘, die in den 60ern im politisch linken Milieu der USA entstand und gepflegt wurde. Der Watergate-Skandal wirkte da wie eine Bestätigung.

‚New Hollywood‘ hat das auch in den 70ern allzu gerne aufgegriffen und an dieser Theorie/Verschwörungstheorie mitgesponnen. Der Film ‚Die drei Tage des Condor‘ (nach einer Romanvorlage; Regie: Sidney Pollack; Hauptdarsteller: Robert Redford) ist da ein gutes Beispiel.

Vom rechten politischen Milieu der USA wurde die Theorie/Verschwörungstheorie vom ‚Deep State‘ seinerzeit stets energisch als Nonsens abgetan. Mittlerweile ist die Theorie/Verschwörungstheorie vom ‚Deep State‘ im rechten politischen Milieu der USA en vogue und das linke politische Milieu bestreitet dessen Existenz vehement.
Schon irgendwie witzig.

Wie auch immer, an einer Alleintäterschaft Oswalds habe ich meine großen Zweifel. Was Stone anbelangt, so bin ich bei ihm eher zurückhaltend. Sein Spielfilm ‚JFK‘ aus den 90ern war mir persönlich zu manipulativ.

Wobei ich seinen Rückgriff auf die Abschiedsrede Eisenhowers und seine darin enthaltene eindringliche Warnung vor dem militärisch-industriellen Komplex als Gefahr für die demokratischen Institutionen und die Demokratie selbst als durchaus legitim empfand.

Man muss es sich einmal vorstellen: Ein ehemaliger General und Held des Zweiten Weltkriegs, zweimal als Republikaner in der Hochphase des Kalten Krieges zum Präsidenten gewählt, als solcher für eine konservative Politik bekannt und mit den Interna vertraut, warnt vor den Gefahren einer zunehmenden. Verquickung von Rüstungsindustrie, Militär und Politik für die Demokratie.

Der Mann wusste, wovon er sprach.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1525510 Einträge in 16392 Threads, 14355 registrierte Benutzer Forumszeit: 19.01.2026, 09:02
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln