Julian Brandt - der Mann für die schönen Tore (BVB)
Morgen wird Julian Brandt verabschiedet.
Damit geht jemand, der hier auch immer wieder für wunderschöne Tore stand.
Ein Mann, der uns durch wilde Jahre begleitet hat.
Lasst uns hier nicht wieder über Einsatz diskutieren.
Lasst uns hier bitte einfach über etwas positives reden, hinter dem man gemeinsam stehen kann.
Schöne Tore, spannende Erinnerungen - mal gut, mal schlecht. Aber immer absolut Borussia.
Julian Brandt stand hier für vieles, vorallem auch für wunderschöne Tore.
Was sind die 1 bis 3 Tore, die euch beim Namen Julian Brandt einfallen?
Ich fange einfach mal mit drei an, ohne dass diese eine Reihenfolge ergeben:
1. Eines der sicherlich technisch anspruchsvollste Tor, welche je in schwarz gelb geschossen wurden:
Diese Saison auswärts auf St. Pauli.
Langer Ball von Gross. Guirassy lässt durch. Julian Brandt läuft aufs Tor zu. Nimmt den von hinten und oben kommenden Ball, in einer perfekten Bewegung und Berührung an und mit. Er hält die Körperspannung, der Ball tropft von seinem Fuß Millimeter vor seinem Gesicht an ihm vorbei. Dann nimmt er ihn aus der Drehung Volley, ohne dass der Ball den Boden berührt. Ein perfekter, harter, trockener Abschluss.
Der Ball jagt am Pauli Keeper vorbei, ins Netz.
Die pure Perfektion.
Zwei perfekte magische Ballberührungen.
Einfach Wunderschön.
Fußball-Magie.
Dieses Tor könnte ich mir jeden Abend vor dem zu Bett gehen anschauen.
2. Dieses Tor war schön und euphorisierend zugleich.
Champions League Saison 23/24, Heimspiel gegen Atletico.
Hinspiel 2-1 verloren. Nach circa einer halben Stunde streichelt Mats Hummels in seiner unnachahmlichen Art einen Ball mit dem Außenrist in den Strafraum. In etwa 11 m Totentfernung, weit außen im Sechzehner, nimmt Julian Brandt den Ball mit dem Rücken zum Tor an. Er legt sich den Ball aus der Drehung vor und zieht seitlich mit zwei schnellen Schritten an Axel Witsel vorbei.
Dann zimmert er das Ding aus spitzem Winkel, mit seinem schwachen linken Fuß aufs Tor.
Der Torwart ist noch dran, aber vergebens.
3. Heimspiel gegen Leipzig 2019.
Es war, meiner Meinung nach, vielleicht seine beste Phase in schwarz gelb. Im 5-2-3 gemeinsam auf der 6/8 mit Julian Weigl.
Jadon Sancho hat den Ball auf dem linken Flügel. Er dribbelt kurz an, spielt den Ball dann in die Mitte auf Julian Brandt.
Jule steht mit dem Rücken zum Tor. Er nimmt den Ball mit dem Absatz des rechten Fußes an, der Ball springt dabei leicht nach vorne. Julian Brandt dreht sich über die Mitte ein. Man merkt es war so beabsichtigt, der Ball perfekt vorgelegt.
So, wie es sonst schon oft Zizou tat.
Dann steht dort aber noch ein Leipziger. Mit einem langen Bein versucht er an den Ball zu kommen. Julian Brandt legt den Ball mit einer sanften Berührung nocheinmal einen halben Meter nach links raus und zieht dann ohne zögern, mit seinem schwachen linken, ab.
Wunderschönes Tor.
Und noch eins außerhalb der Konkurrenz.
Es war nicht besonders, aber es war ein Tor, welches die pure Euphorie gebracht hat.
2023, Auswärts in Augsburg.
Julian Brandt beseitigt letzte Zweifel am Sieg.
Skurrilerweise auch dieses Tor mit seinem schwächeren Linken.
An Spieltag 33 wird die Tabellenspitze übernommen.
Ich hab es hier schon oft geschrieben... Wir brauchen nicht darüber reden, wie sehr Mainz weh getan hat. Aber ich war einfach unfassbar glücklich über diese Woche, zwischen diesen beiden Spielen.
Bis dahin hatte ich fast vergessen wie schön Fußball doch sein kann und was es alles positiv mit einem machen kann.
Euphorie, begleitet von Sorge und Anspannung. Aber auch Vorfreude.
Und jetzt ihr.
Ich würde mich freuen.
Ich werde ihn vermissen.