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Kicker | Finale Einschätzung: Kartellamt hält 50+1 für zulässig (Fußball und Sport allgemein)

tzuio09, Mittwoch, 12.08.2026, 11:29 (vor 1 Stunden, 59 Minuten) @ Kayldall

Ich würde ja gerne mal auf Basis der Fakten (die der Liga ja vorliegen sollten) ein Szenario sehen: was passiert mit der Bundesliga wenn man 50+1 konsequent anwendet und damit ein für alle Mal diesen in meinen Augen überflüssigen Blödsinn namens RB Leipzig, Wolfsburg und Leverkusen beerdigt?

Nicht in 2-3 Jahren, sondern in 5, 10, 15 Jahren. Ich kann ja nur vermuten, aber wenn sich diese "Vereine" plötzlich an die Fährnisse des Marktes halten müssen und die Grundlagen für alle gleicher werden, verliert die Bundesliga auf sehr kurze Zeit zumindest mit Leverkusen und Leipzig zwei wettbewerbsfähige Teams für die Plätze 1-4, langfristig dürfte aber die Liga und der Wettbewerb gewinnen. Warum?

Häufigere CL-und EL Qualifikation für hochrelevante Klubs wie Frankfurt, Stuttgart - vielleicht sogar mal wieder Gladbach, Bremen, HSV, Union oder der kleine Dorfverein aus Gelsenkirchen. Damit einhergehend höherer internationaler Bekanntheitsgrad eben jener Klubs, internationale Relevanz, Stärkung der Stadionauslastung und Gewinn von wirklichen Topspielen, extrem gutes Storytelling für den amerikanischen und asiatischen Markt (das Comeback der Traditionsvereine). Bessere Auslandsvermarktung, Profilschärfung für die Liga - plötzlich spielen die Zugpferde der Liga, die jede Woche 50-60.000 Leute in die Stadien holen um die spannenden Plätze. Dann will ich die Quote aber mal sehen, wenn am Spieltag 32 Gladbach gegen Köln Samstagabend um die CL Quali spielen. So viel ekelhaftes Taurin können die in Fuschl gar nicht mischen, als das diese Liga beflügeln würde.

Cramer und auch die Bayern werden ja nicht müde immer wieder zu betonen, dass die andere Klubs international mehr Stahlkraft gewinnen sollen und die Liga ins Ausland bringen sollen. Nun wird aber auch den zwei Herren aufgefallen sein, dass es für Klubs wie Frankfurt oder Stuttgart 50x lukrativer ist durch eine seriöse Saisonvorbereitung die Chance auf eine UCL Quali (was in Anbetracht der Plastikklubs, die ihnen die Plätze wegnehmen schwierig genug ist) zu erhöhen, als kurzfristig mal 2-3 Mio durch ne Japan Reise zu erwirtschaften.

Steigt aber die Häufigkeit der Quali genau dort – steigt die Planungssicherheit dort, steigt auch die Risikobereitschaft und das Invest in Marke und Sichtbarkeit.

Denn eins können wir doch schon heute sagen. Leverkusen hat es seit ihrem Uefa Pokalsieg nicht geschafft eine Grösse und Stahlkraft zu erreichen, die mit Köln oder Gladbach mithalten kann. Und der liegt paar Jahrzehnte zurück. Es bleibt ein popeliger Werksklub an einem Autobahnkreuz. Mehr wird da nicht mehr kommen.

Wolfsburg bläst ins selbe Abgasrohr. Trotz Meisterschaft und den teils mit höchsten Sponsoringeinnahmen der Liga ist da nichts nachhaltiges entstanden. Ein Klub dessen Relevanz vom Schichtplan des VW Werks abhängig ist.

Über Hoffenheim muss man gar nicht weiter reden. Die interessiert doch schon niemanden mehr zwei Ortseingangsschilder weiter. Die werden hoffentlich ein ähnliches Schicksal ereilen wie Wolfsburg sobald die Hopp Sprösslinge vielleicht weniger Lust an dem Spielzeug haben, als der Papa und sein Hausmeister.

Und RB Leipzig mag zwar sportlich beachtlich sein, wird aber niemals sein Zugpferd dieser Liga, es bleibt ein "Verein" für Leute, denen Fußballkultur relativ scheissegal ist, für Leute, die einfach mal etwas Fußball gucken wollen und denen schon die erste beschwerliche Auswärtsfahrt "zu viel" ist. Ein Klub für Verlierer und Langweiler, die nur so lange diesen Sport und diesem "Klub" verfolgen, solange es en vogue ist.. Ein Klub der unabhängig jeden Erfolgs immer nachhängen wird, das nichts in Eigenleistung geschah und die ganze Existenz nur dafür da ist um ein Fußballfremdes Produkt zu vermarkten. Na Bravo.

Ich komme also gefühlt dazu, dass wir nichts von Wert verlieren, wenn wir 50+1 konsequent anwenden. Wahrscheinlich gewinnen wir sogar an Format, an Wettbewerbsfähigkeit, an Storytelling. Der Weg der Bundesliga könnte ein einmaliger sein, klar unterscheidbar von der PL. Ein Angebot an Millionen von Fußballfans, die irgendwann nach dem "anderen, echten Fußball" suchen werden. Es wäre ein Versuch wert.


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