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Niebaum in den RN (BVB)

Ricola1, Ort, Freitag, 02.10.2026, 21:24 (vor 1 Stunden, 5 Minuten) @ Freiburger
bearbeitet von Ricola1, Freitag, 02.10.2026, 21:40

Danke für den Link. Das hatte ich gar nicht mehr im Gedächtnis, dass der BVB wegen der hohen Schulden die Lizenz für 2004/5 fast nicht bekommen hätte.

Allerdings steht im Kicker-Artikel nicht wörtlich, dass der BVB überschuldet gewesen sei. Das kann man reininterpretieren, aber das steht da nicht. Überschuldung würde bedeuten, die Fremdschulden übersteigen die Vermögenswerte. Das ist etwas anderes als „nur“ sehr hohe Schulden.

Im Buch „Akte Schwarz-Gelb“ von Frank und Sascha Fligge wird der Wirtschaftsprüfer Rölfs zitiert. Nachdem er vom BVB engagiert wurde, habe er als erstes die Vermögenssituation geprüft und dabei festgestellt, dass die BVB KGaA nicht überschuldet sei und der kurzfristige Fokus auf der Liquidität liegen muss. Das müsste Ende 2005 oder Anfang 2006 gewesen sein.

Ja, das stimmt, dass Rölfs das zum Zeitpunkt, als er engagiert wurde, das so festgestellt hat. Daran erinnere ich mich auch (durch den Hinweis), ohne es nachzuschlagen. Aber entscheidend ist auch nicht die faktische Überschuldung (für die Lizenzerteilung), sondern der Umstand, dass die Vermögenssituation zum Zeitpunkt der Lizenzerteilung bereits dramatisch war. Ohne den Kicker-Artikel (dazu gab es damals auch noch andere Beiträge, z. B. SZ meine, Zeit und natürlich die regionale Berichterstattung) nochmal zu lesen, war die eigentliche Kernfrage die Liquidität. Die damaligen DFL-Experten (so hießen die "Prüfer", ohne WP zu sein) haben mit Blick darauf die Lizenzverweigerung empfohlen.
Hackmann und Co. (damaliger Vorstand der DFL) haben dennoch durchgewunken, weil es ja "nur" um die Liquidität ging und die sei von der KGaA nachgewiesen. Was natürlich hanebüchen ist. Der BVB wird Unterlagen eingereicht haben, aus denen hervorging, dass man die Liquidität, Achtung, bis Saisonende sichergestellt hat. Faktisch zeigte sich im März 2005, dass die Fachleute in der DFL mit ihrer Empfehlung Recht behalten sollten. Denn meiner Erinnerung nach hat z. B. Watze schon vor Düsseldorf betont, dass, kommt die Zustimmung nicht zustande, man direkt den Laden zusperren werde. Sprich: Die Situation hatte sich erwartbar bis zu jenem Tag (oder Wochen zuvor schon) zugespitzt.
So kam ja u.a. auch der Firlefanz-Kredit der Bayern zustande. Waren nur sehr wenige Millionen damals, um die es 10 Jahre später Streit gab. Watzke behauptete, man habe nichts geschenkt erhalten sondern die Zinsen gezahlt, Dreesen (oder irgendwer) betonte, Bayern habe das zinslos gemacht und damit Dortmund "gerettet".

Kurz: Die DFL-Führung hat sich nicht getraut, den BVB über die Wupper gehen zu lassen bei der Lizenzerteilung für 04/05. Wäre sehr schwierig geworden (meiner Einschätzung nach) die DFL-"Experten" zu widerlegen und schon gar nicht ex post. Man hat meiner Erinnerung nach einfach Glück gehabt.


* Ergänzung: Rölfs wurde erst Ende 2004 mit dem Sanierungskonzept beauftragt. Hat mit der Lizenzerteilung für 2004/2005 zum damaligen Zeitpunkt nichts zu tun.

Am 17.02.2005 hat die KGaA dann die Hosen runterlassen müssen: https://www.wallstreet-online.de/diskussion/955258-1/17-02-05-dgap-ad-hoc-borussia-dortmund-de0005493092. "Für die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA (nachfolgend "Gesellschaft" genannt)
ist eine existenzbedrohende Ertrags- und Finanzsituation eingetreten."

Am 23.12.2004 war RölfsPartner beauftragt worden, um ein Sanierungskonzept zu erstellen. Was schon damals die Frage aufwarf, warum die (Börsen-)Öffentlichkeit erst Wochen später informiert wurde durch die Ad-hoc-Erklärung. Aber das ist ein anderes Thema.

Lt. Treß selbst (Präsentation Jahre später: https://www.ifu.ruhr-uni-bochum.de/mam/content/pdf/folien/10_7_18_folien_tress.pdf, S. 10) drohten Überschuldung und Illiquidität am oder zum 31.12.2024.

Wäre der 14.03. (dank Sanierungskonzept von RölfsPartner) nicht so ausgefallen, wie er ausgefallen ist, wäre der Laden dichtgemacht worden. Was den relativ eigenmächtig handelnden DFL-Vorstand (so meine persönliche Einschätzung) nicht nur weggepustet hätte, sondern wahrscheinlich auch rechtlich in erhebliche Probleme gebracht hätte.


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