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Hüpfverbot im Ruhrstadion (Fußball und Sport allgemein)

Habakuk, OWL, Donnerstag, 08.10.2026, 14:25 (vor 4 Stunden, 59 Minuten) @ VM

Dann hat man als zuständige Behörde das aber genauso zu benennen. "Einigen Zuschauern könnte dabei unwohl werden" ist in meinen Augen da absolut kontraproduktiv, weil sich der geübte Stadiongänger, also nach eigener Beurteilung vermutlich >95% der Menschen auf der Tribüne, davon nicht angesprochen fühlen.

Das Problem bei der Kommunikation ist hier möglicherweise der Effekt der "stillen Post". Ein Ingenieurbüro erstellt ein Gutachten und teilt das Ergebnis an die Stadt Bochum mit. Deren Bauaufsichtsbehörde erlässt eine Ordnungsverfügung und teilt diese der Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mit, die wiederum den Verein informiert. Nun gibt der Verein gemeinsam mit der Besitzgesellschaft eine Presseerklärung mit der o.g. Formulierung ab. Was nun genau in dem ursprünglich erstellten Gutachten steht und warum daraufhin die Verfügung erlassen wurde, können wir nur spekulieren.

Hier noch mal die Pressemitteilung des Vfl:

https://www.vfl-bochum.de/aktuelles/2026/10/ordnungsverfugung-hupfverbot-auf-der-ostkurve-ab-sofort/

Beim WDR findet sich noch ein etwas ausführlichrer Artikel, der auch noch mal auf eine ähnliche Verfügung in Magdeburg 2016 verwiesen wird.

https://www1.wdr.de/sport/vfl-bochum/fussball-huepfverbot-im-stadion100.html

Die Bochumer Ingenieure hatten zudem Kontakt zu den Kollegen in Magdeburg aufgenommen. Eine wichtige Textpassage im Artikel scheint mir die folgende zu sein:

"Messungen beim Heimspiel gegen Hansa Rostock drei Wochen zuvor hatten ergeben, dass FCM-Fans Schwingungen auf der Nordtribüne der Arena auslösten. Diese lagen über der sogenannten "Panikgrenze", bei der Menschen das Gefühl haben, angesichts tatsächlicher oder angenommener Gefahr fliehen zu müssen."

Das ist also vermutlich ein recht komplexes Gebiet im Bereich der Psychologie von Massenphänomenen. Letztlich sind wir da als Laien alle raus und sollten uns mit allzuviel Kritik vielleicht etwas zurückhalten. Ich kann es nachvollziehen, dass weder die Gutachter noch die Mitarbeiter der Behörde ihren Kopf für ein (wenn auch unwahrscheinliches) schwerwiegendes Ereignis hinhalten möchten. Die verhängte Maßnahme ist ja auch nicht wirklich besonders eingreifend und nicht alles, was untersagt wird, ist ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Und es ist auch nicht unbedingt erforderlich, dass jeder einzelne Besucher auf der Osttribüne die Zusammenhänge bis ins Detail nachvollziehen kann.


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