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Interessante Einschätzung (Sonstiges)

Ulrich, Dienstag, 08.06.2021, 09:09 (vor 1681 Tagen) @ guy_incognito

Naja gut, es gab auch einen nicht unbeträchtlichen Teil sehr gut ausgebildeter Fachkräfte, die nach der Wende durchs Raster gefallen sind, weil ihre Betriebe dicht gemacht wurden (weil nicht rentabel, bzw. in dem von dir beschriebenen kastastrophalen Zustand was Weststandards betraf) und sie nicht flexibel genug waren, in den Westen zu ziehen.

Für die schlechte Infrastruktur konnten die nichts und viele haben die Mär der blühenden Landschaften schlichtweg geglaubt, bzw. sie wollten daran glauben.

Ich vermute, auch Helmut Kohl selbst hat an die "blühenden Landschaften" geglaubt. Teils hat man sich da schlichtweg einen in die Tasche gelogen, teils war auch die westdeutschen Experten nach dem Zusammenbruch der DDR überrascht, wie marode die gesamte Wirtschaft dort wirklich war. Dazu kam das Problem der fehlenden Produktivität. Teils hat man Arbeitskräfte einfach mit durch geschleppt, teils musste man einen riesigen Aufwand bei Instandsetzungsmaßnahmen von technischen Anlagen betreiben, die man im Westen schon Jahrzehnte früher ersetzt hätte. Ich war nach der Wende mal in einer Anlage der Braunkohlenchemie südlich von Leipzig. Wesentliche Teile der Technik stammten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.


Opfermythos trifft nur bedingt zu. Den DDR-Bürgern wurde die Versorgungsmentalität anerzogen. Dass man plötzlich alles selbst organisieren musste, angefangen mit der Suche nach einem neuen Job auf unbekanntem Terrain, dürfte vielen einfach schwer gefallen sein.

Ich denke schon, dass der Begriff passt. Und das ist eine Stimmung, die zunächst von der PDS/Linken bewusst geschürt wurde. Später hat die AfD dann diese Litanei übernommen. Und das hat sich in den Köpfen verankert.

Die DDR war in weiten Teilen völlig marode. Produktionsanlagen, Infrastruktur, Immobilien. Einiges ist nach dem zweiten Weltkrieg nur notdürftig repariert und dann bis 1989 weiter betrieben worden. Man war beim Zusammenbruch des Staates schlicht wirtschaftlich am Ende. Das wurde in den Jahren danach schonungslos offengelegt.


In der Tat. Das sind eher die Mythen, die mir bei den DDR-Nostalgikern auf den Senkel gehen. Die komplette Infrastruktur war im Arsch. Meine Mutter hatte sich zur Wendezeit die Kita abgeschaut, in der eines Kinder unserer Kontaktfamilie betreut wurde. Das war wohl ein einziges Rattenloch (in Bezug auf Hygiene und Räumlichkeit), irgendwie musste der staatliche Anspruch ja abgedeckt werden ohne Geld.

Und trotzdem meint ein nicht unbeträchtlicher Teil der jungen Leute in Ostdeutschland, in der DDR sei es besser gewesen als heute :-/


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