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DFL Investor - 10 Klubs haben sich für eine Neuwahl positioniert (Fußball und Sport allgemein)

markus, Freitag, 16.02.2024, 19:06 (vor 728 Tagen) @ BloodsuckingZombie

Das macht es aber auch nicht viel besser, wenn man einfach immer nur eine Kleinigkeit ändern muss, um damit dann solange abstimmen kann, bis es angenommen wird. Eine dritte Abstimmung ist vor dem Hintergrund, dass Kind sich nicht an die Vorgabe des Vereins gehalten hat, schon viel logischer. Hier wurde der Grundsatz 50+1 missachtet. Die notwendige 2/3 Mehrheit liegt in Wahrheit gar nicht vor. Zumindest nicht, wenn man 50+1 tatsächlich ernst meinen würde.

Wie das rechtlich ist, kann ich nicht beurteilen. Ich sehe den Fehler schon darin, dass die Abstimmung von den Delegierten erfolgt ist. Richtiger wäre aus meiner Sicht, die Entscheidungen der jeweiligen Vereine einzuholen und die Ergebnisse dann nur noch zu ermitteln. Stattdessen haben die Delegierten selbst abgestimmt. Es ist im Vereinsrecht auch Usus, dass geheim abgestimmt wird, sobald auch nur ein Stimmberechtigter das beantragt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Stimmabgabe unbefangen und unbeeinflusst erfolgen kann. Strenggenommen ist genau das gelebte Demokratie. Und nicht etwa die Forderung nach einer offenen Abstimmung. Sobald also Delegierte selbst demokratisch abstimmen, werden die wohl nicht an irgendwelchen Weisungen gebunden sein.

Mich erinnert das immer an Abstimmungen im Gesamtbetriebsrat. Da ist es ähnlich. Jeder Betriebsrat delegiert zwei seiner Vertreter dorthin. Da gibt es dann auch zwei Meinungen: Die einen meinen, dass alles erst mit ihrem Betriebsrat abgestimmt werden muss und die Vertreter dann entsprechend der Vorgabe im Gesamtbetriebsrat abstimmen müssen. Die anderen meinen, dass sie dort ihre eigene Meinung vertreten und im eigenen Ermessen abstimmen. Letzteres ist tatsächlich richtig. Der Betriebsrat kann höchstens die Delegation wieder entziehen, wenn er der Meinung ist, dass die Arbeit des Delegierten nicht gut genug ist, aber er kann keine Vorgaben in Sachen Abstimmung machen. Oft wird vor den Abstimmungen ja auch noch einmal diskutiert. Und auch das ist ja Teil der Demokratie: Mit Argumenten vielleicht nochmal versuchen, andere von seiner Position zu überzeugen. Und auch sich mit Argumenten überzeugen zu lassen, ist Demokratie. Das wäre ja alles komplett überflüssig, wenn das Abstimmungsverhalten schon durch die örtlichen Betriebsräte vorbestimmt wäre.


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