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Neu auf schwatzgelb.de: FIFA Klub-WM 2025: Milliardenschwer und doch ohne Wert (BVB)

chief wiggum, im schönen Münsterland, Sonntag, 15.06.2025, 18:25 (vor 214 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Sicherlich kann man so argumentieren, wie es die Autorin tut. Man kann aber auch sagen, dass der Fußball sich veränder und man diese Veränderung annehmen kann oder auch nichts. Es wird niemand gezwungen, Karten und Flüge zu kaufen oder sich zu irgendwelchen Zeiten vors TV zu setzen, um die Spiele zu sehen. Man kann aber auch sagen, dass man sich freut, den BVB in neuen Stadien (endlich mal nicht Bernabeu oder Emirates) gegen unbekannte Gegner spielen zu sehen. Aus unserem Fanclub sind einige Leute, die sich sonst in der FA oder bei 12:12 sehr engagiert für fanpolitische Themen einsetzen, in die USA geflogen. Die machen Urlaub und freuen sich den BVB zu sehen.
Auch finde ich die Argumente der Autorin schwach. Die CL wurde kritisiert bei ihrer Einführung, weil sie keine Tradition hatte und Meister von der Teilnahme ausgeschlossen wurden, dann wurde die Ausweitung auf die nicht Meister kritisiert, zuletzt der neue Modus. Und in Dortmund? Gelten Heimspiele immer noch als etwas besonderes, ist die Stimmung meistens ein bisschen besser als in normalen Heimspielen und haben die Ultras als Gralshüter der Fußballkultur auch in der letzten Saison jedes Spiel besucht. Dass Eventisierung kritisiert wird, man aber gleichzeitig noch Norbert Dickels pre Game Show ausgelebt werden darf, widerspricht sich. Jedes BVB Heimspiel soll doch ein Event sein und wenn die Stimmung nicht besonders ist, wird genölt.
Auch sollte man sich entscheiden, ob man sauteure Tickts kritisiert oder die Tatsache, dass die Karten für den kleinen Taler abgegeben werden. Ein Fakt, den es im Westfalenstadion schon lange nicht mehr erlebt hat, wenn man nicht gerade eine Süd-DK hat. Ebenso ist die Entfernung sicher ein Thema, aber ist es für BVB Fans normal, nach Aghdam, Zypern oder quer über den Kontinent zu fliegen. Wenn ich in Lissabon bin, habe ich einen Drittel des Weges nach New York schon geschafft.
Finanzielle Ungleichheit: das ist doch das, was wir Fans wollen. Schließlich muss sich der BVB unbedingt für die CL qualifizieren, zur Not über Platz 5, um sich einen Kader zu leisten, der es im nächsten Jahr wahrscheinlich macht, es wieder zu tun. Ein Trainer kann in Dortmund Fußball spielen lassen, wie er will, aber wehe, Platz vier gerät in Gefahr. Denn dann würde ja unser finanzieller Vorsprung vor den Bremens, Frankfurts, Stuttgarts dieser Liga schmelzen. Und ganz zur Not, steigen wir mit Rüstungskonzernen ins Bett.
Und nur weil die Big Four in den USA dominieren, sollen dort keine Fußball-Wettkämpfe stattfinden? Oder muss man nicht gerade dann den Fußball mit namhaften Mannschaften dorthin bringen, um ihn populär zu machen. Ähnliches macht die NFL seit einigen Jahren sehr erfolgreich in Europa. Bei den 18-34 jährigen ist Fußball genau so beliebt wie Basketball und deutlich beliebter als Baseball.
Die USA, eine Demokratie seit 1776 als jahrzehntelang demokratisch zu bezeichnen, ist eine nette Untertreibung, passt aber ins Narrativ, dass alles schlecht sein muss. Dort haben am Wochenende mehr als fünf Millionen Menschen gegen Trump demonstriert. Gab es so etwas in Deutschland in letzter Zeit oder begnügen wir uns mit dem Errichten diverser Brandmauern und hoffen, dass es gegen Faschismus und Autokratie reicht.
Man kann natürlich alles reflexhaft kritisieren, was von Infantino ersonnen wird, man muss aber auch akzeptieren, dass die Fußballweltmeisterschaft sich drehen und verändern wird und Europa nicht Nabel der Fußballwelt ist.


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