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[2. Bundesliga] alles läuft für Scheiße (Spieltage)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Sonntag, 18.01.2026, 18:48 (vor 1 Stunden, 57 Minuten) @ markus

Ich hab ja nun auch schon einige Derbies hinter mir...vorm TV, im Westfalenstadion und in der Turnhalle. Kein einziger Sieg war den ganzen Heckmeck vorher wert. Mag daran liegen, dass ich nicht im Pott aufgewachsen bin und (noch) nicht lebe...aber eigentlich (so in der Rückschau mit ein paar Jahren Pause) ist das ein völlig aufgebauschtes Spiel. Mir haben die nicht eine einzige Saison gefehlt


Ist der ganze Bums oder "die schönste Nebensache der Welt" das nicht ohnehin?
Die Kernfrage ist ja lediglich, warum sollte ein Spiel gegen Heidenheim für uns Fan-Sicht attraktiver sein, als gegen Blau? Ich finde irgendwie nichts abstoßender, als diese elenden Kicks gegen Leipzig, Hoffenheim und Heidenheim, und wie die alle heißen. Wenn man jetzt eine geile Liga hätte mit alteingesessenen Clubs, die oben und in der Liga mitmischen, HSV, H96, Nürnberg, wie auch immer, dann würde ich sagen "gut, Blau darf auch unten bleiben". Aber so, in dieser Verfassung der Liga? Ich würde das wirklich nachempfinden wollen, dass man sich freiwillig lieber einen Kick gegen Heidenheim, Hoffenheim oder Elversberg wünscht, als gegen Blau.


Bei einigen ist diese Entfremdung vielleicht altersbedingt. Hinzu kommt, dass nach Klopp eine gähnende Langeweile eingesetzt hat. Es sind nicht nur unattraktive Gegner, sondern vor allem die immer gleichen Abläufe – seit mehr als zehn Jahren. Man hat sich längst daran gewöhnt, und solche Aufreger wie der irre Schlussspurt der letzten Saison, ein Saisonendspiel gegen Mainz (das man dann vergeigt) oder auch ein Derby sorgen plötzlich für zu viel Puls durch zu viel Emotion.

Früher hat man immer gesagt, die emotionale Achterbahnfahrt mache den Fußball aus. Aufgrund des Gewöhnungseffekts wollen das viele heute aber nicht mehr. Es soll bitte möglichst unaufgeregt und möglichst vorhersehbar sein. Das macht zwar auch keinen Spaß (daher das viele Gemoser), aber aus diesem Komfortzonen-Effekt will man nicht ausbrechen.

Haben wir das aber nicht ohnehin schon viel zu häufig in der heutigen Gesellschaft, wenn man mal aktuelle geopolitische Verwerfungen aus der Gleichung nimmt?
Ich will das Thema jetzt hier nicht noch weiter aufspreizen, aber gerade so als Mann ist doch diese hiesige Gesellschaft das komplette Gegenteil eines Abenteuerspielplatzes geworden. Gänzlich ohne Risiko, ohne Abenteuer, ohne Ecken und Kanten. Wenn man früher gesagt hat "der hatte ein bewegtes Leben" oder "der hat für zehn Leben gelebt" müsste man doch heute sagen "der könnte auch noch vier weitere Leben leben und er hätte nichts zu erzählen". Ich schließe mich als Millenial da mit ein. Die "Konzernifizierung" hin zu Corporate Germany hat im Grunde auch viele Bereiche der Berufswelt als "Spielplatz" zerstört. Dass man sich jetzt auch noch darauf freut, mit einem warmen Ingwer-Tee ein ungefährdetes 4:1 gegen Heidenheim und 50 vorbildlichen Gästefans im Gästeblock zu sehen, verblüfft mich einfach total. Wie gesagt, ist keine Wertung, ich komme da nur einfach inhaltlich/gefühlsmäßig nicht mit irgendwie.


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