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Unsere Realität (Spieltage)

odenwaelder09, Montag, 19.01.2026, 00:57 (vor 5 Stunden, 21 Minuten) @ Will Kane
bearbeitet von odenwaelder09, Montag, 19.01.2026, 01:06

So siehts aus. Das geht mir auch um die ganzen Manager-Diskussionen (wer so super arbeitet und wer nicht) auf die Nieren. Fakt ist, jeder macht mal gute und schlechte Arbeit mit den Transfers gleichermaßen. Aber nur ein Verein kann mit den Gehältern hochskalieren, um die Spieler die funktionieren zu halten. Der Rest muss neu anfangen (Leistungsträger ersetzen). Wir könnten heute auch eine Flügelzange Dembele/Sancho, vorne Haaland, hinten Bellingham (der andere) und Hakimi haben. Ist alles nur an einem Grund gescheitert.


Dembélé, Sancho, Haaland oder Bellingham sind nie zu uns gelotst worden und zu uns gekommen, um längerfristig bei uns zu bleiben.

Bei ihnen handelte es sich um im Fußballgeschäft allseits bekannte Top-Talente, die für ihre weitere Entwicklung viel Spielpraxis auf hohem Niveau und für ihre weitere Karriere im internationalen Rampenlicht benötigten. So gut wie jeder Topclub war an diesen Spielern interessiert, allein der BVB konnte ihnen das bieten was sie wollten.

Für uns waren diese Spieler der entscheidende Teil eines Geschäftsmodells, das uns in Zeiten immer höherer Ablösesummen und Gehälter sowie Scheich- und Investorenclubs als Treiber dieser Aufwärtsspirale einigermaßen wettbewerbsfähig in der Spitzengruppe der Bundesliga und in der europäischen Top 15 gehalten hat. Wir haben sie recht günstig bis gerade sich rechnend verpflichtet, ihnen adäquate Gehälter gezahlt und dann haben wir sie nach einem bis drei Jahren mit sehr hohem Gewinn verkauft. Sportlich haben sie uns die erhoffte Qualitätssteigerung und entsprechende Ergebnisse gebracht; finanziell haben sie den Laden hier an Laufen gehalten. Die Spieler selbst sind dann in jungen Jahren als Topspieler bei ihren eigentlichen Zielclubs angekommen.

Dieses Geschäftsmodell wurde irgendwann kopiert und die absoluten Spitzenclubs holen mittlerweile die Toptalente ohne den ‚Reifeprozess‘ bei uns zu sich. Dieses Modell ist daher für uns mittlerweile eher noch punktuell ein Thema, bildet aber keinen Schwerpunkt mehr. Was vielleicht auch gar nicht so schlecht ist, denn eine risikoreiche Wette war dieses Modell schon.

Im übrigen können auch die Bayern sich nicht so einfach der finanzstärkeren Konkurrenz erwehren. Man baut mittlerweile mehr auf eigenen Nachwuchs, wofür Uli Hoeneß lange gekämpft hat. Und wenn man in die Vollen geht, dann sehr gezielt (Kane, Díaz). Aber auch dann bekommt man nicht unbedingt die Spieler, die man im Visier hat (Wirtz, Woltemade). Spitzenspieler mit Spitzengehältern weit jenseits unserer Möglichkeiten werden die Bayern immer haben, Aber mit dem Geld aasen wie noch unter Brazzo können und wollen sie sich auch nicht mehr leisten.

Unsere Realität war nie ein Team, in dem fünf oder sieben Jahre lang Spieler wir Haaland , Bellingham und Dembélé zusammenspielen. Unser aktueller Kader bildet da schon deutlich unsere Realität ab. Darauf kann man aufbauen und muss man feilen. Einen Olise, der für die Bayern ein wirkliches ‚Schnäppchen‘ war, werden wir uns in überschaubarer Zukunft nicht leisten können. Und er würde wohl auch kaum zu uns kommen wollen. Wir müssen andere Wege gehen und das tun wir auch.

Ja klar hätten/wollten wir diese Spieler gerne länger halten, Angebote/Perspektiven hat es unsererseits bestimmt gegeben, aber diese waren nicht mehr ihre Kragenweite so wie sie sich entwickelt haben. Das war natürlich von Anfang an der Karriereplan der Spieler gewesen, welcher auch aufgegangen ist.

Und ja, mein Beitrag hat da hinsichtlich einen Logik-Fehler. Das Bild was ich mit unseren ehemaligen Weltklassespielern gezeichnet habe, dass wir die hätten behalten können, wenn wir einfach nur finanziell in der Lage wären, ist in der Konstellation semantisch falsch (hätte es nicht gegeben). WENN wir finanziell so stark wären (Größenordnung >400 Mios Personal-Budget pro Jahr), dann hätten wir selbstredend einen ganz anderen Kader. Dann hätten wir dem 2020er Haaland nicht die Stürmerposition Nr.1 bieten können. Somit hätte er einen großen Bogen um Dortmund gemacht. Die anderen genauso (sehr jung eingekauft und die nötige Spielpraxis gegeben, wäre auch nicht passiert).

Mein eigentlicher Kernpunkt war (mich treibt gerade die aktuelle Manager-Diskussion um), dass Vereine (bzw. deren Manager), egal ob groß oder klein, meiner Meinung nach über längere Strecke alle gleich gut oder schlecht einkaufen (Transfers sind mehr oder weniger Wetten). ABER große/finanzstarke Vereine können mit ihren guten Transfers einen langen Weg gehen (Dominanz/Stärke aufbauen) und dann fallen die schlechten Transfers gar nicht so sehr ins Gewicht. Während die kleineren Vereine wieder (nach einem Aderlass) neu anfangen müssen, nur langsam korrigieren können, sportlich herabfallen können.


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