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FC Bayern mit DFB-Star Nathaniel Brown mündlich einig (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 05.06.2026, 09:47 (vor 1 Tag, 5 Stunden, 20 Min.) @ Gazelle

Wenn die jetzt einen LV für sehr viel Geld holen, muss man aber wirklich mal fragen, wieso der Vertrag mit Davies für so ein hohes Gehalt verlängert wurde.

Die Frage ist sehr mMn sehr berechtigt. Und übrigens einer der Kritikpunkte von Hoeneß an Eberl. Dieser hat zwar letztlich im Aufsichtsrat dem neuen Vertrag zugestimmt, aber im Laufe der Verhandlungen hat sich die Clubseite mehrfach die Pistole auf die Brust setzen lassen.

Ich persönlich halte Davies nicht so herausragend, wie es seinem neuen Vertrag entsprechen würde. Er lebt vor allem von seiner (in der Tat beeindruckenden) Schnelligkeit, was allerdings bei der Spielweise Kompanys ein absolutes Plus ist. Sein Zweikampfverhalten ist dabei nicht immer das geschickteste und sein taktisches Verhalten mMn optimierungsbedürftig. Wobei sein größtes und vielleicht entscheidendes Manko seine offensichtliche Verletzungsanfälligkeit ist.

Im ‚Gesamtpaket‘ ist Davies auf der Mangelposition des linken Außenverteidigers sicherlich international eine Hausnummer. Was ihn auch für Real und andere Topclubs neben den Bayern interessant macht. Gerade Real, wo diese Position neu zu besetzen war, zeigte starkes Interesse an Davies und spekulierte auf einen ablösefreien Wechsel bei Vertragsablauf. Ähnlich wie seinerzeit bei Alaba drohte den Bayern der Verlust eines Spielers, den man eigentlich halten wollte, und das ohne noch eine akzeptable Ablösesumme für ihn zu erhalten.

Die Daviesseite hat da sämtliche Register gezogen, die man in einer (vermeintlichen oder tatsächlichen) starken Verhandlungsposition ziehen kann. Was Eberl die Sache nicht erleichterte. Einerseits der Auftrag des Aufsichtsrats, mit Davies zu verlängern. Andererseits überzogene Forderungen der Spielerseite und immer das Fragezeichen der Verletzungaanfälligkeit im Hintergrund. Bei Alaba hatte der Club irgendwann die Verhandlungen abgebrochen und das Angebot zurückgezogen. Das wollte Eberl wohl nicht; er stand halt unter Erfolgszwang. Er hat es aber offensichtlich versäumt seinerseits in die Offensive zu gehen, als es Anzeichen dafür, dass das Interesse Reals (wie konkret es auch immer gewesen sein mag) erkaltete. Am Ende hat der Aufsichtsrat dann Vorstandschef Dreesen mit der Finalisierung der Vertragsverhandlungen beauftragt.

Die Kröte mit dem überteuerten Vertrag hätte man wahrscheinlich noch mit etwas Murren geschluckt, obwohl der Auftrag nach den Erfahrungen mit den seinerzeitigen Vertragsverlängerungen mit Goretzka, Sané, Gnabry und Kimmich anders lautete. Aber die erneute Verletzung von Davies hat dann noch einmal deutlich gemacht, dass man mit Laimer oder Stanišić zwar ordentliche, aber positionsfremde Backups hat, aber auf höchstem Niveau sich hier schon eine Schwachstelle auftut. Zumal wenn es nicht um einige wenige Spiele geht, sondern um längere Ausfallzeiten.

Dass die Bayern Brown verpflichten wollen, ist für mich absolut nachvollziehbar. Ganz gleich, ob sie nun ‚nur‘ 40 oder 50 Mio € für ihn zahlen wollen und nicht die geforderten 60 Mio und ob sie ihn am Ende nun bekommen oder nicht. Es ist für mich allerdings auch klar, dass die teure Vertragsverlängerung mit Davies kein Meisterstück war. Zumal man zu diesem Zeitpunkt selbst keine Alternativein petto hatte.

Wobei es immer passieren kann, dass sich ein Leistungsträger schwer verletzt, lange ausfällt und nie mehr an seine frühere Leistungsfähigkeit herankommt oder gar Sportinvalide wird.


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