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Mit reinen Verbands-/Auswahltrainern ist der DFB bislang am besten gefahren, mit reinen Clubtrainern am schlechtesten (Fußball und Sport allgemein)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 25.07.2026, 00:14 (vor 3 Stunden, 44 Minuten) @ markus93

Rein Interessehalber. Kann mich bewusst mit meinen 33 Jahren nicht daran erinnern, Völler war vorher noch kein Trainer, Klinsmann nicht, Löw ok mal DFB Pokal-Sieger und Meister in Österreich, Flick Weltmeister allerdings als Co und ein geschenkter Corona CL Titel, und Nagelsmann auch ein paar Titel mit Bayern aber auch nichts besonderes.
Was davor war kann ich schlecht beurteilen, aber selbst Beckenbauer war ja kein Trainer bevor er Nationaltrainer wurde.

Einen hauptamtlichen Trainer für die Fußballnationalmannschaft hat der DFB erst 1928 zu den Olympischen Spielen in Amsterdam installiert. Als Reichstrainer wurde Otto Nerz berufen, dessen größter Erfolg der 3. Platz bei der WM 34 in Italien war.

1936 wurde er durch seinen Assistenten Sepp Herberger abgelöst. Herberger blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Funktion tätig, nun als Bundestrainer. Dessen größter Erfolg war zweifelsohne der Titel bei der WM 54 in der Schweiz („Das Wunder von Bern“).

Sein Nachfolger wurde 1964 sein Assistent Helmut Schln, der vorher bereits hauptamtlich die Saarländische ‚Nationalmannschaft‘ trainiert hatte. Helmut Schön war der bislang erfolgreichste Bundestrainer mit dem Gewinn der Heim-WM 74 und der EM 72.

Wiederum dessen Assistent Josef „Jupp Derwall“ wurde 1978 Schöns Nachfolger, sein größter Erfolg war der Gewinn der EM 1980. 1984 wurde er durch den ‚Teamchef‘ Franz Beckenbauer abgelöst.

Die Übernahme der Cheftrainerposition durch den Franz bildete in zweierlei Hinsicht eine erste Zäsur. Zum einen war Beckenbauer in dieser Funktion der erste, der kein Verbandstrainer war. Seine Vorgänger waren sämtlich Trainer des DFB und hatte keine oder eine zu vernachlässigende Vorgeschichte als Clubtrainer. Zum Zeitpunkt ihrer Amtsübernahme waren sie bereits Assistenten ihrer jeweiligen Vorgänger. Zum anderen war Beckenbauer der erste in dieser Position, der weder eine Trainerausbildung absolviert hatte, noch in irgendeiner Form vorher in ähnlicher Funktion tätig gewesen wäre oder aus dem Verband gekommen wäre. Seine Amtszeit endete mit seinem größten Erfolg als Bundestrainer, dem Gewinn des Titels bei der WM 90 in Italien.

Mit seinem Nachfolger Hans-Hubert („Berti“) Vogts kehrte der DFB wieder zu seinem Prinzip zurück, den Bundestrainer wieder aus dem eigenen Verband zu rekrutieren. Vogts war auch einer der Assistenten Beckenbauers gewesen. Mit dem Gewinn des EM-Titels 96 errang er seinen größten Erfolg.

Der Nachfolger von Vogts war Erich Ribbeck, der 1998 zum Teamchef ernannt wurde. Das war die zweite Zäsur, denn Ribbeck war (trotz einiger Jahre als Assistentrainer von Jupp Derwall) der erste ausgebildete Trainer auf der Position des Bundestrainers/Teamchefs, der nicht aus dem Verband kam, sondern vorher eine Karriere als Clubtrainer hatte. Er blieb nur zwei Jahre in dieser Funktion tätig und war der erste seit Nerz, der ohne Titel blieb.

Mit Rudolf „Rudi“ Völler wurde dann 2000 wieder eine Lösung wie seinerzeit mit Beckenbauer gewählt. Eigentlich wollte man mit Christoph Daum nach Ribbeck erneut einen reinen Clubtrainer zum Bundestrainer machen und Völler sollte nur eine Interimslösung sein, doch durch Daums ‚Kokainskandal‘ kam es anders. Völler blieb ohne Titel, erreichte mit seinem Team bei der WM 02 in Südkorea das Finale.

Auch Völlers Nachfolger Jürgen Klinsmann, der 2004 übernahm, war wiederum eine Lösung à la Beckenbauer und Rudi Völler. Er erreichte bei der Heim-WM mit der DFB-Auswahl den dritten Platz. Sein Nachfolger Joachim „Jogi“ Löw war zwar einerseits von seinen Ursprüngen und seiner Historie her Clubtrainer, war allerdings bei seiner Berufung zum Bundestrainer vorher Assistent Klinsmanns gewesen. Wenn man so will eine leicht hybride Lösung. Sein größter Erfolg war der Gewinn des Titels bei der WM 14 in Brasilien.

Sein Nachfolger ab 2021, Hans „Hansi“ Flick, war wiederum ein Hybrid aus Club- und Verbandstrainer, wobei er die meiste Zeit als Co-Trainer beim DFB gearbeitet hatte. Gestartet war der als Clubtrainer in unteren Klassen, bevor er längere Zeit Assistent Löws bei DFB war und seinen Anteil am WM-Titel hatte. Als Clubtrainer hatte er als gerade erst eingestellter Co-Trainer die Chefcoachposition bei Bayern übernommen und mit dem ‚Sextuple‘ einen außergewöhnlichen Erfolg erzielt. Zum DFB auf die Bundestrainerposition wechselte er als Deutscher Meister . Als Bundestrainer blieb er ohne Titel und mit dem zweitschlechtesten Ergebnisschnitt nach Ribbeck.

Der letzte in der Riege der Chefcoaches der Nationalmannschaft war Julian Nagelsmann. Er war auch der erste ausgebildete Trainer, der als reiner Clubtrainer ohne jegliche Verbandshistorie Bundestrainer wurde. Er blieb ohne Titel.

Sein Nachfolger Jürgen Klopp ist dann auch gleich der zweite ausgebildete Trainer, der vorher reiner Clubtrainer war und keinerlei Verbandshistorie hat.

Die meisten Titel hat der DFB mit reinen Verbandstrainern auf der Bundestrainerposition geholt (Herberger / 1 WM-Titel; Schön / 1 WM- und 1 EM-Titel; Derwall / 1 EM-Titel; Vogts / 1 EM-Titel). 1 WM-Titel wurde mit einem einem Teamchef ohne jegliche Trainerausbildung und -erfahrung errungen (Beckenbauer), 1 WM-Titel mit einer hybridähnlichen Lösung (Löw / 1 WM-Titel).

Mit reinen Clubtrainern ohne jegliche Erfahrung als Auswahltrainer hatte der DFB bisher die schlechteste Bilanz (eingeschränkt Ribbeck; Nagelsmann).


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