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Kann jemand was zu ihm sagen? (BVB)

AGraute, Mittwoch, 16.07.2025, 10:17 (vor 181 Tagen) @ VM

Gerade die englischen Topklubs sind aber nicht dafür bekannt, den eigenen Talenten Spielzeit bei den Profis zu geben. Und auch Real Madrid bildet die Spieler selten jahrelang selbst aus, bevor sie zu den Profis aufrücken. PSG hat die Nummer erst jetzt entdeckt und profitiert natürlich massiv auch von der Art, wie die Jugendausbildung in Frankreich strukturiert ist. Und dann ist da Barca mit "La Masia", die wirklich immer wieder heraussragende Fußball ausbilden. Kehrseite ist natürlich, dass da viele Talente auch scheitern.


Durch die zunehmende Verbreitung von Multi-Club-Ownerships ist der Talentemarkt deutlich kleiner und komplizierter geworden. Talente, die sich einem dieser Konstrukte anschließen, verschwinden oft vom normalen Transfermarkt. Sie werden gezielt in Vereinen geparkt, die ihrer vermeintlichen momentanen Leistungsstufe entsprechen - mit dem Ziel interner Entwicklung. Für Klubs auf ähnlichem Niveau gibt es dann keinen fairen Zugriff mehr. Das sorgt für ungleiche Bedingungen.

Natürlich ist der Druck da, Ergebnisse zu liefern, aber es ist ja auch nicht so, dass zum Beispiel Kovac einen Duranville komplett außen vorgelassen hat. Am Ende muss der Spieler gut ausgebildet sein und da hat der BVB Probleme, weil man in den letzten Jahren eher darauf geschaut hat, dass die U17 & U19 als Mannschaft erfolgreich ist, dabei aber die individuelle Förderung der Talente nicht so hoch priorisiert hat. Das scheint man aber erkannt zu haben.

Dass es an individueller Qualität mangelt, sehen Frankfurt, Gladbach und Stuttgart offenbar anders - sonst würden sie nicht vermehrt Talente aus dem BVB-Nachwuchs verpflichten. Es scheint also entweder ein Übergangsproblem zu sein, das nun immerhin erkannt wurde oder man schätzt eigentlich alles richtig ein und muss sich nur die Frage stellen, wie man aus den eigenen Talenten, die es nicht in die erste Mannschaft des BVB schaffen, den maximalen monetären Erfolg erzielen kann.

Ist am Ende halt auch eine Frage der Vereinsphilosophie. Will ich, dass mein Trainer hoffnungsvolle Talente einsetzt oder will ich lieber viel Geld für Spieler ausgeben, mit denen ich am Ende auch um mein Saisonziel fürchten muss.

Persönlich denke ich, dass der BVB sehr viel Verbesserungspotenzial im Jugendbereich hat (im Grunde ist das ja auch ein Problem im gesamten deutschen Fußball).

Talenteentwicklung ist schön und gut, aber die sportlichen Ziele werden beim BVB immer priorisiert werden.

Transfers wie Meiser oder Campbell zeigen umgekehrt, dass auch andere Vereine ihre eigenen Jugendspieler nicht für stark genug halten und lieber in externe Talente mit besserer Ausbildung investieren. Das ist ein völlig normaler Mechanismus. Gladbach und Stuttgart haben auch Innenverteidiger oder offensive Außenspieler in der U19; scheinbar reicht deren Qualität allerdings nicht aus und die Vereine investieren lieber in Spieler mit besserer Ausbildung oder höherer individueller Qualität.

Der BVB möchte ja gerüchtehalber mit Aguado ein IV-Talent von Real verpflichten. Offensichtlich ist man also der Meinung, dass Aguado unserer Profimannschaft mehr als Meiser helfen kann. Im Optimalfall entwickelt man wie La Masia eine vollständige Profimannschaft, die den eigenen Jugendbereich durchlaufen hat, aber da sind 99% aller Vereine ziemlich weit von entfernt. Im Zweifel zählt immer sportliche Qualität mehr als emotionale Verbundenheit aufgrund von Vereinszugehörigkeit in der Jugend.


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