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Toleranzbereich der Premier League = 5cm (Fußball und Sport allgemein)

markus, Samstag, 17.01.2026, 07:25 (vor 11 Stunden, 5 Minuten) @ Scherben

Ich sehe sogar einen Nachteil. Wenn Abseits nicht mehr bedeutet „näher zum Tor als der Verteidiger“, sondern „näher – aber nicht zu sehr“, wird das Prinzip selbst inhaltlich aufgeweicht und damit ad absurdum geführt.


Es geht mir nur um Praktikabilität.

Was man als VAR am Bildschirm direkt sehen kann, muss nicht überprüft werden.

Das gibt es heute faktisch schon: Wenn ein Angreifer mit bloßem Auge klar hinter dem Verteidiger steht, muss nichts überprüft werden. Daran ändert eine verschobene Skala nichts. Auch mit Toleranzbereich müsste der Spieler erst deutlich hinter der neuen Grenze stehen, damit es offensichtlich ist.

Im Gegenteil: Es wird sogar schwieriger. Denn zusätzlich zum Abseits muss man gedanklich noch den Toleranzbereich berücksichtigen. Wie sollen etwa „zusätzliche 5 cm“ eingeschätzt werden, wenn man weder die Kameradistanz kennt noch weiß, wie vielen Zentimetern der Abstand im Bild tatsächlich entspricht?

Was angeblich praktikabler sein soll, erhöht damit eher die kognitive Komplexität, für VAR wie für Zuschauer.

Was das System schnell als "too close to call" ausspuckt, ist schnell erledigt.

Meine Hoffnung wäre, dass die Szenen dazwischen einerseits sehr wenige sind und andererseits dann mit technischer Hilfe recht schnell korrekt entschieden werden können.

Genau bei der Praktikabilität sehe ich das Problem. Auch bei einem „too close to call“ muss, zumindest in chappis +-5 cm Modell, das System zunächst exakt messen, um überhaupt feststellen zu können, dass es „too close“ ist. Diese Messung ist identisch mit der heutigen Abseitsprüfung, sie wird also nicht eingespart.

Was der VAR „direkt sehen kann“, ist zudem subjektiv und wird gerade deshalb technisch überprüft. Der Toleranzbereich ersetzt diese Prüfung nicht, sondern verschiebt lediglich den Punkt, an dem sie relevant wird.

Die Hoffnung, dass es nur sehr wenige Szenen „dazwischen“ gibt, ist letztlich eine Annahme, für die es keinen strukturellen Grund gibt: Spieltempo, Laufwege und Messgenauigkeit bleiben unverändert. Entsprechend bleiben auch knappe Situationen gleich häufig, sie liegen nur an einer anderen Stelle der Skala.

Der einzige reale Unterschied ist folgender: Bei einer bloßen Verschiebung der Abseitslinie gäbe es schlicht weniger Abseitsentscheidungen. Im Toleranzmodell hingegen werden bewusst asymmetrische Grenzfälle akzeptiert, in denen objektiv gleiche Abstände unterschiedlich bewertet werden. Damit wird nicht vereinfacht, sondern inkonsistenter entschieden.


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