schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Streitthema VAR: Bei Abseitspositionen "wird dem Fan etwas vorgegaukelt" (Fußball und Sport allgemein)

markus, Donnerstag, 30.04.2026, 13:35 (vor 1 Tag, 9 Stunden, 14 Min.) @ majae

Für mich gäbe es dann eben einen Spielraum von den technisch bedingten 20 Zentimetern und dem expliziten Hinweis auf die "Messungenauigkeit" die nun einmal technisch bedingt ist.


Wie schon woanders gesagt: Die Rechnung, dass ein Spieler mit 35 km/h in einer Fünfzigstelsekunde (also zwischen zwei Frames) 20cm (bzw. 19,4cm) zurückliegt, ist zwar richtig. Aber das entspricht ja nicht der Messungenauigkeit. Selbst wenn man sich nur für das "bessere" Frame (ohne Interpolation) entscheidet, wäre der Fehler max. die Hälfte dieser 20cm. Mit Interpolation sieht das nochmal ganz anders aus.

Die angebliche Ungenauigkeit von 20cm ist also auch "vorgegaukelt".


Gibt es dieses „bessere Frame“ überhaupt? Man würde doch immer das Frame wählen, in dem erstmalig ein Ballkontakt zu sehen ist. Die beiden Alternativ-Frames scheiden doch aus: Das Frame davor ist irrelevant, da noch kein Ballkontakt erkennbar ist. Das Frame danach ist ebenfalls ungeeignet, da durch die zusätzliche zeitliche Verzögerung nur eine größere Ungenauigkeit entsteht.


Ich bin mir nicht sicher, wie die Technik hier funktioniert. Wird der Ballkontakt auch rein optisch über Kamera-Frames erkannt und dann die Position der Spieler zu dem entsprechenden Zeitpunkt angeschaut oder nur über die Beschleunigungsdaten im Ball?
Wenn es ersteres ist (also nach deiner "Idee"), dann liegt die Ungenauigkeit weniger in der Position der Spieler als im exakten Zeitpunkt des Ballkontakts, der nur auf 0,02s genau bestimmt werden kann.
Da im Artikel von 500Hz Abtastrate des Ballsensors gesprochen wird, wäre es bei einer elektronischen Bestimmung bei 0,002s. Dann wäre die Ungenauigkeit die Positionsbestimmung der Spieler die nur mit 50Hz gemessen wird. In 9/10 Fällen liegt das nicht mit dem Zeitpunkt des Ballkontakts übereinander und es muss das Frame davor und danach verwendet werden um die Bewegung dazwischen linear zu interpolieren. Je gleichförmiger die Bewegung dazwischen, desto besser klappt das. Bei einer weitestgehend Beschleunigungsfreien Bewegung, käme durch die Interpolation gar kein zusätzlicher Fehler rein. Dann hat man eher den Fehler eher bei der optischen Positionsbestimmung.
Ist die Frage wie schnell beim Fußball einzelne Körperteile in 0,02s-Zeitschritten beschleunigt werden können. Wirklich beantworten, wie gravierend die Ungenauigkeit ist, lässt sich das wohl nur nach Sichtung der Bilder.
Imho aber wenig zielführend darüber zu diskutieren, wie realistisch eine Ungenauigkeit von 60cm ist. Fakt ist doch, dass Abseitsentscheidungen tlw wegen wenigen Zentimetern gefällt werden, obwohl die Technik eine solch genaue Aussage gar nicht zulässt. Man müsste also eigentlich die Ungenauigkeit der Interpolation bestimmen und Abseitspositionen nur noch Pfeifen, wenn diese größer als die Ungenauigkeit sind. Vermutlich möchte man dem Zuschauer aber nichts von irgendwelchen Fehlern, Ungenauigkeiten, Abweichungen und Toleranzen erzählen.

Die Ungenauigkeit ist allerdings nicht immer exakt gleich. Sie hängt davon ab, ob man sich näher an Frame 1 oder 2 befindet sowie von der Geschwindigkeit der Bewegungen. Wenn man die Ungenauigkeit exakt berechnen könnte, gäbe es auch keine Ungenauigkeit mehr – dann hätte man ja ein exaktes Ergebnis.

Mir fällt keine Lösung ein, die wirklich überzeugend wäre. Solche Ideen wie Toleranzbereiche wollen zwar das Zentimeter-Thema aufgreifen, scheitern aber daran, dass es weiterhin Millimeterentscheidungen bleiben – nur leicht verschoben.

Man wird wohl damit leben müssen, dass auch Technik falsche Entscheidungen treffen kann. Wenn sie aber wesentlich genauer ist als das menschliche Auge, spricht das zunächst für die Technik. Beim autonomen Fahren ist es nicht anders: Auch dort gibt es Unfälle. Wenn aber statistisch gesehen weniger Unfälle pro Kilometer passieren, erscheint es mir sinnvoller, die Technik zu nutzen, statt den fehleranfälligeren Menschen fahren zu lassen.

Störender in Sachen VAR sind für mich eher die Entscheidungen, die relativ lange dauern. Torlinientechnik und Abseits sollen ja eigentlich sehr schnell entschieden werden, eben weil dort niemand mehr mit bloßem Auge draufschaut.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


schwatzgelb.de unterstützen

1567892 Einträge in 16824 Threads, 14386 registrierte Benutzer Forumszeit: 01.05.2026, 22:50
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln