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FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Mittwoch, 23.09.2026, 16:16 (vor 9 Stunden, 22 Minuten) @ markus
bearbeitet von FourrierTrans, Mittwoch, 23.09.2026, 16:21

Kein Mimimi, ich wollte es nur nachvollziehen können.

Mir war nicht klar, dass der "Normalverdienerhaushalt" in Stuttgart 8.000 € netto hat.


Hat er auch nicht. Stuttgart belegt zwar regelmäßig Spitzenplätze, was die Höhe des Haushaltseinkommen angeht, aber der Durchschnitt für einen Stuttgarter Familienhaushalt liegt bei 5.000 bis 5.500 € netto. Ein Hausbau im direkten Umfeld von Stuttgart ist unter 1 Mio. € (sofern Baugrundstück mitgekauft werden muss) allerdings völlig illusorisch. Alleine ein 500 qm² Baugrundstück in Randlage kostet locker 400-500k.

https://www.zeit.de/arbeit/2026/gehalt-stuttgart-vergleich-deutschland


Ich habe auch nicht vom Normalverdienerhaushalt gesprochen, wenn man meinen Text sauber liest.
Da sind die Stichworte "gut verdienend" und "Akademiker*innen" drin.
Aber die Situation, wie ich sie geschildert habe, gibt es aber schon recht häufig.
Es gibt aber im Speckgürtel durchaus Wohnungen um die 100qm mit um die 400k und Reihenhäuser um die 700k.
Ist aber jetzt nicht wirklich Thema. Ich wollte nur sagen, dass Immobilien ein wichtiger Bestandteil sind, und dass es Leute gibt, die sich die auch leisten können.


Auf jeden Fall ist das so.
Aber du sprachst ja von "mimimi" und "normal in der Ecke". Das stimmt sicherlich für heute, aber ich bin recht gut vernetzt in der Ecke und es ist einfach so, dass vor 30 Jahren ganz andere Handlungsspielräume für den Normalverdiener (mit einem Einkommen) in vielen Teilen BaWüs gegeben waren. Klar, Akademikerpärchen können sich, wenn sie sehr asketisch leben, da auch heute noch was leisten. Profis vom VfB auch. Oder die Erben von Mahle und Breuninger. Aber man sollte auch anerkennen, dass es für den Ottonormal-Verbraucher gerade in solchen Regionen komplett aussichtslos geworden ist, solides Eigentum zu finanzieren.

Die von dir genannten Beispiele gibt es, sind aber bei den Preisen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest in Teilen renovierungsbedürftig.


Was spricht denn gegen andere Regionen? Warum will man ausgerechnet in Ballungsgebieten leben, in denen die Arbeitslosigkeit oft sogar höher ist als im Durchschnitt? Es ist ja auch alles eine Frage der Kompromisse und Flexibilität. Ich kann auch nicht auf Sylt in einer 500-m²-Villa leben. Das muss alles immer im Verhältnis zum eigenen Einkommen stehen. Und wenn es anderswo sinnvoller bzw. leichter zu erreichen ist, muss man sich halt überlegen, was man tut.

Bin ich komplett bei dir.
Aber ich kann schon verstehen, wenn man in BaWü aufgewachsen ist oder gar im Großraum Stuttgart, dass man da gerne bleiben möchte. Ganz generell eine Verbundenheit zur Heimat. Ich habe jetzt im etwas gesetzteren Alter, für mich persönlich gesprochen, Null Verständnis dafür, dass man dem Job hinterherzieht. Kenne ich so einige bei uns im Konzern, die 3-4 mal incl. Ausland verzogen sind. Haben dickste Gehälter aber ein Privatleben, was mich psychisch krank machen würde. Wäre für mich ein absolutes no-go, wenn man nicht vor dem unmittelbaren Ruin steht und man deswegen wegziehen muss. Bei mir ist es sogar eher umgekehrt, ich würde freiwillig gar nicht im Ballungsgebiet oder nah dran leben wollen. Bevor ich viel Geld für eine Doppelhaushälfte in FFM oder Stuttgart ausgäbe, würde ich mir lieber einen alten Reiterhof in Sachsen kaufen oder so. Wo schön viel Fläche ist.

Wobei Sylt natürlich auch ein Fiebertraum ist. Das ist ja keine Wohngegend, wie beispielsweise Stuttgart und Umgebung, das ist ja einfach nur noch Assets und Reichenschau.


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