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13. Todestag von Robert Enke (Sonstiges)

Andypsilon, Freitag, 11.11.2022, 18:06 (vor 1163 Tagen) @ guy_incognito

Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, dass der Umgang mit psychischen Krankheiten in den letzten Jahren verbessert hat.
Depressionen sind in meiner Wahrnehmung nach kein Tabu-Thema mehr und viele sind zu der Einsicht gekommen, dass man solche Probleme/Krankheiten nicht nur mit einem gut gemeinten "Das wird schon wieder" löst.

Es ist halt dennoch bitter, dass es erst Opfer, wie Robert Enke, brauchte, damit hier ein Fortschritt wurde.

Oder wie seht ihr das?


Ich sehe ehrlich gesagt nicht, dass sich sonderlich viel getan hat.

Klar, das Thema ist mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und es gibt immer mehr Behandlungsangebote.


Sehe ich zum Teil auch so, wobei die Aussage, dass es mehr Behandlungsangebote gibt zwar nicht falsch ist, aber leider ist es eine der Aussagen zum Thema, die zu falschen Annahmen führt. Denn sie verführt zum beispiel dazu zu denken, heute sei es leichter einen Therapieplatz zu finden und gerade was den Punkt angeht ist die Lage einfach katastrophal.

Mal zum Beispiel, 2009 habe ich auf meinen Therapieplatz in einer psychosomatischen Klinik 7 Monate gewartet, 2008 waren es 5 einhalb Monate. 2017 habe ich 15 Monate gewartet. Zwischendurch musste ich eine Therapie ganz absagen, da habe ich nach 21 Monaten Wartezeit die Zusage für meinen Platz bekommen und konnte nicht, weil ich da gerade mit einem Hodentumor beschäftigt war.

Ähnlich ist die Situation auch mit ambulanten Therapieplätzen und gerade da gibt es zwar deutlich mehr Angebote als früher, aber auch deutlich mehr an meiner Meinung nach nicht ungefährlichem Schwachsinn, der legal angeboten werden darf. Also sowas wie coachings, Energiefeldgedöns und was es da nicht alles für einen Quatsch gibt. Das bezahlt zwar nicht die Krankenkasse, aber naja, es gibt genug Leute die sich, eben genau wegen der langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz, auf sowas einlassen. Verzweifelung und so.
Ich bin vor 1,5 Jahren von der Stadt nach hinterm Hügel links aufs Land gezogen, die seriösen Therapeuten hier im Umkreis nehmen entweder gar keinen mehr auf weil die Wartelisten so voll sind, oder man kommt auf eine Warteliste, darf sich aber auf bis zu 2 Jahren Wartezeit freuen. Das andere sind dann irgendwelche Gesprächsangebote nach dem Motto "innere Mitte finden, dann klappt das schon mit der Depression."

Ist wirklich kein front gegen Dich, ich glaube, Du meinst schon das richtige. Es ist halt als Betroffener schon sehr frustrierend wie groß, leider auch zusammenhängend mit einem immer mal wieder kurz aufflackernden öffentlichen Interesse am Thema, teilweise die Fehlannahmen sind rund um die Topic psychische Krankheiten.


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