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Während einige von Euch sich den Luxus der moralischen Erhebenheit leisten können… (BVB)

markus, Mittwoch, 07.08.2024, 21:15 (vor 650 Tagen) @ majae

Das meine ich aber mit Einschränkung anderer (in dem Fall Nachfolgegeneration). Wenn du aber in erster Linie nur dich selbst schädigst, weil Bier, Motorradfahren oder auch Glücksspiele dir Freude bereiten, sehe ich weniger Raum für Regulation.


Ich würde auch niemals fordern, Motorradfahren zu verbieten. Aber gewisse Regulationen können trotzdem Sinn ergeben. Wir haben z.B. einen 24/7 Zugang zu Alkohol. Trockene Alkoholiker geben das oft als Rückfallgrund an. Wenn du am Dienstag um 2 Uhr Nachts Bock auf Alkohol bekommst, kannst du dir an der nächsten Tanke ne Flasche Schnaps kaufen. Da würde ich mir durchaus strengere Regeln wünschen.

Und dann? Mal angenommen die Rückfallquote geht dann um 5% zurück. Hat sich das Alkoholverbot ab sagen wir 1 Uhr Nachts dann gelohnt? Ist es angemessen, wenn dafür dann auch Nicht-Alkoholiker keinen Alkohol mehr kaufen können und die Tankstellen sich entsprechend organisieren müssen? Wo ziehst du die Grenze? Der nächste wird weitere 5% Rückgang einfordern und die Uhrzeit auf 0 Uhr vorverlegen wollen, der übernächste auf 22 Uhr und irgendwann sind wir dann doch bei einem Totalverbot.

Was ich sagen will: Man kann sowas doch nicht aus dem Bauch heraus entscheiden. Da benötigen wir schon Fakten. Wie viele Menschen sind aktuell betroffen? Warum ist das zu viel und warum wären 5% weniger wiederum gesellschaftlich okay? Wollen wir andere dafür bestrafen, weil sich einige nicht unter Kontrolle haben?

Aber ich trinke doch nicht deshalb weniger Bier, bloß weil die Werbung fehlt.


Die Werbung alleine ist es natürlich nicht, sondern die Normalisierung. Wenn du aber dein ganzes Leben mit der Vorstellung aufwächst, dass Biertrinken zum Fußballspielen dazu gehört, wird es für dich auch irgendwann dazugehören. Ist natürlich gesellschaftlich verankert, trotzdem finde ich - wenn man mal wirklich drüber nachdenkt - zutiefst befremdlich, dass an allen Ecken Werbung für eine der schlimmsten Drogen gemacht wird.

Das meine ich weiter oben mit Gewissen beruhigen. Ich finde das total verlogen. Ich lasse mir mein Bier nicht nehmen, aber wenn die Werbung verboten wird, ist das alles nicht mehr so schlimm und es schmeckt gleich viel besser. Tut es aber nicht. Nicht das Werbeplakat, sondern das nächste Bier ist das Problem. Ich kann damit wirklich gar nichts anfangen, zumindest nicht, solange ich selbst Bier konsumiere. Dann kann ich dazu stehen und brauche mir nichts einreden. Ich sehe es so: Wenn ich Bier trinke, dann ist mir total bewusst, dass das nicht gesund ist. Das nehme ich in kauf, weil es schmeckt. Ich finde es aber total verlogen, wenn ich mir dann einreden würde, dass aber bitte die Werbung verboten gehört, während das eigene Problem mit einem etwas beruhigtem Gewissen aber noch vorhanden ist.

Sie fehlt ja nicht einmal. Wenn ich auf Rewe.de die aktuellen Angebote durchgehe, finde ich da auch alkoholhaltige Angebote. Wenn ich den Laden betrete, ist der Alkohol ganz normal ausgestellt und wird nicht nur auf Nachfrage unter der Theke verkauft (ähnlich wie es bei indizierten Videospielen der Fall ist). Selbst im Stadion ist sie ja da. Wenn ich Heineken Bande sehe, werde ich davon vielleicht beeinflusst. Aber von der Marke an sich, nicht von dem kleinen 0,0% Zeichen.


Wie oben erwähnt, sind da durchaus Einschränkungen möglich, machen viele andere Länder ja auch vor. Dass harter Alkohol ganz normal im Supermarkt-Regal wie die Chipstüte steht, ist bspw. in den Niederlanden, den USA oder Skandinavien völlig undenkbar.

Dafür gibt es dort andere Freiheiten, die weiter als unsere gehen. Führerschein ab 16, Waffen, Drogen. Auch an der Stelle sind wir dann ganz schnell dabei, alles zu hinterfragen. Es kann nicht sinnvoll sein, einfach nachzugucken was andere machen und dann die jeweils strengsten Regeln übernehmen. Wenn sich alle gegenseitig überbieten, sind wir am Ende auch in einer Welt, in der wir sämtliche Freiheit für Sicherheit aufgegeben haben.


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