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Lars Ricken (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Montag, 23.03.2026, 00:54 (vor 14 Stunden, 21 Minuten) @ Kruemelmonster09

Bezüglich der Personalie Ricken:
Ich frage mich nachwievor, woher die Entscheidung kam das Nachwuchskonzept komplett zu verändern.

Lars Ricken war Nachwuchskoordinator. Unter ihm war die Ausrichtung auf den Teamerfolg. Man hat (unter anderem) versucht spät relativ fertige Jugendspieler zu bekommen. Die Mannschaften sollten Titel gewinnen und waren darauf ausgerichtet.

Dann wurde Lars Ricken Geschäftsführer Sport. Anschließend verpflichtete man Thomas Broich als sportlichen Leiter für das NLZ.
Thomas Broich brachte eine ganz neue, eigene Philosophie mit, welche umgesetzt wird und der vorher umgesetzten Idee im kompletten Gegensatz steht.

Nicht mehr die Teamleistung/die Team Erfolge stehen im Vordergrund.
Es geht um die individuelle Förderung der Spieler.

Ricken war für den Nachwuchs verantwortlich. Von dem Moment an, ab dem er es nicht mehr war, richtete man sich komplett neu aus.

Hat man diesen Fehler gesehen und Ricken "nach oben wegbefördert"? Hat Ricken den Fehler gesehen und wusste selbst nicht, wie er es angehen sollte? Hat Ricken ein Problem ausgemacht und wäre es ohne Beförderung selbst angegangen?

Wieso kam dieser Philosophiewechsel genau mit dem Wechsel von Ricken?

Und wenn man festgestellt hat, dass Ricken hier zuvor auf eine falsche Ausrichtung gesetzt hat, wieso hat man ihn noch befördert?

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie Matthias Sammer als Sportdirektor des DFB die Notwendigkeit für Nachwuchsteams postulierte Titel zu gewinnen und das dieser Erfahrung alles andere unterzuordnen sei. Einer der wenigen substantielleren Aussagen seinerseits zu dieser Zeit. Nun war das nicht auf seinem Mist gewachsen; dieses Denken herrschte lange Zeit in vielen Verbänden und Clubs vor. Wobei es in anderen Ländern durchaus auch zu dieser Zeit andere Ansätze gab, um die individuelle Entwicklung des einzelnen Spielers zu fördern.

Wie auch immer, dass die Ausrichtung im Nachwuchsbereich so war wie sie war, war Komsens und Unterschied sich nicht von dem Ansatz in den meisten anderen Clubs. Unter der Verantwortung Rickens hat der Nachwuchsbereich erfolgreich das abgeliefert, was gefordert wurde. Ob Ricken dies hätte hinterfragen können oder müssen, ist müßig zu diskutieren.

Dass der Wechsel Rickens in die Geschäfstführung und der Beginn der Implementierung eines neuen Ansatzes unter neuer Verantwortung zeitlich zusammenfällt, halte ich persönlich für einen Zufall. Eher noch bot sich der Zeitpunkt an. Wobei die Hintergründe für diese Entscheidung schon etwas komplexer sind und primär mit Ricken weniger zu tun haben.

In der unmittelbaren Vor-Corona-Zeit waren die Ablösesummen für Spieler immens angewachsen und Scheich-/Oligarchen-/Investorenclubs waren dabei die Treiber. Selbst Clubs wie Bayern sahen ihre Wettbewerbsfähigkeit schwinden und Uli Hoeneß forderte ein Umdenken hin zur stärkeren Nachwuchsförderung und besseren Integration eigener Nachwuchsspieler in den Profikader. Der neue ‚Campus‘ der Bayern, Ulis ‚Baby‘, sollte die Basis dafür bilden. Ein zentrale Gedanke war dabei sich nicht mehr auf Titelerfolge der Nachwuchsmannschaften zu fokussieren (die ohnehin nicht so üppig waren), sondern die individuelle Entwicklung der einzelnen Spiele in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen.

Die Coronamaßnahmen sorgten dann für einen deutlichen Rückgang der Transfersummen, was aber nur ein vorübergehender Effekt war. Nach Corona stiegen und steigen die Transfersummen wieder stark an, wobei die Coronamaßnahmen für die meisten Clubs einen erheblichen bis existenziell bedrohlichen finanziellen Verlust mit sich brachten, den die Scheich-/Oligarchen-/Investorenclubs hingegen mit Leichtigkeit kompensieren konnten. Das Thema der Wettbewerbsfähigkeit stellte und stellt sich erneut und das noch intensiver als zuvor.

Bayerns neue Nachwuchsarbeit brachte dann auch qualitativ durchaus immer bessere Spieler hervor, nur fanden diese keinen Zugang zum Profikader oder verließen diese sehr schnell wieder, weil sie keine Einsatzchancen sahen. Stattdessen gab man hohe Summen für Transfers und Gehälter aus, allerdings ohne den erhofften Effekt. Bekanntermaßen wird es Uli Hoeneß dann zu bunt und er erzwang geradezu ein anderes Handlen hinsichtlich der eigenen Nachwuchstalente, und das durchaus mit Erfolg.

Wenn auch etwas anderes gelagert und in einem etwas anderen Zusammenhang, so stellte und stellt sich im Prinzip das gleiche Thema auch für den BVB. Wie bei den Bayern, so ist es auch für den BVB von eminenter Wichtigkeit, aktuell und zukünftig einen größeren Teil des Kaders aus dem eigenen Nachwuchs zu rekrutieren. Was zum einen mehr individuelle Qualität der Nachwuchsspieler erfordert, die wiederum nur durch eine Änderung des bisherigen Konzeptes erreicht werden kann. Zum anderen bedarf es auch eines Trainers, der junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auch entsprechend sukzessive einbaut.

Der Nachwuchsbereich hat nun also eine neue Aufgabe gestellt bekommen und der entsprechend Verantwortliche wird dann eben nicht mehr an Titeln , sondern an der Anzahl von Spielern gemessen, die es in den Profikader schaffen. In meinen Augen der richtige Weg, den Ricken nun lenkend mitzugestalten hat.


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