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Streitthema VAR: Bei Abseitspositionen "wird dem Fan etwas vorgegaukelt" (Fußball und Sport allgemein)

majae, Muc, Samstag, 02.05.2026, 12:45 (vor 10 Stunden, 44 Minuten) @ markus

Zwei drei Punkte wollte ich dazu noch loswerden:

Die Ungenauigkeit ist allerdings nicht immer exakt gleich. Sie hängt davon ab, ob man sich näher an Frame 1 oder 2 befindet sowie von der Geschwindigkeit der Bewegungen.

Das lässt sich über Fehlerfortpflanzung berechnen, zumindest sofern man die Berechnung der Interpolation kennt und es nicht einfach eine KI machen lässt. Ist kein Hexenwerk, haben wir bereits im dritten Semester regelmäßig machen müssen.

Wenn man die Ungenauigkeit exakt berechnen könnte, gäbe es auch keine Ungenauigkeit mehr – dann hätte man ja ein exaktes Ergebnis.

Das ist natürlich Blödsinn. Die Ungenauigkeit gibt einen Bereich an, in dem das wahre Ergebnis (mit einer entsprechend hohen Wahrscheinlichkeit) liegt, nicht einen fixen Offset.
Bei der abseitsposition geht es ja letztlich nur um die relative Position des Angreifers zum Verteidiger. Mit der Interpolation lässt sich das zu jeden beliebigen Zeitpunkt bestimmen, allerdings mit mehr oder weniger großer Genauigkeit. Das kann dann eben bedeuten: der Angreifer ist 1.0cm +/- 2.5cm näher am Tor.

Mir fällt keine Lösung ein, die wirklich überzeugend wäre. Solche Ideen wie Toleranzbereiche wollen zwar das Zentimeter-Thema aufgreifen, scheitern aber daran, dass es weiterhin Millimeterentscheidungen bleiben – nur leicht verschoben.

Nein, es geht eben nicht darum, knappe Entscheidungen zu vermeiden. Es geht darum einzugestehen, dass wir mit der aktuellen Technik solche knappen Positionen gar nicht auflösen und damit auch keine Aussage übers Abseits fällen können.
Wie man damit umgeht, muss woanders entschieden werden. Aber aktuell werden Tore zurück gepfiffen, weil die berechnete Position der Fussspitze des Angreifers wenige Millimeter näher am Tor liegt als die berechnete Position des Verteidigers, obwohl beide Positionen vermutlich eine höhere Ungenauigkeit haben.
Bei den oben genannten (fiktiven) Zahlen von 1.0cm +/- 2.5cm würden wir also aktuell abseits pfeifen, dabei könnten wir mit dieser Ungenauigkeit erst bei einem Abstand von mind 26mm eine definitive Aussage treffen.

Man wird wohl damit leben müssen, dass auch Technik falsche Entscheidungen treffen kann. Wenn sie aber wesentlich genauer ist als das menschliche Auge, spricht das zunächst für die Technik.

Es steht imho völlig außer Frage, dass eine 50 Hz Kamera Aufnahme mit Wiederholung und Zeitlupe um ein vielfaches genauer Ist, als das Auge des Linienrichters.


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