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Politik von und für Boomer (Politik)

Ulrich, Montag, 02.11.2026, 09:03 (vor 3 Stunden, 25 Minuten) @ Frankonius

Leute die 30-40 Jahre gearbeitet haben (oder noch arbeiten) als Feindbild darzustellen greift auch zu kurz.
Ich selbst habe als IT-ler im Job nie meine Gesundheit gefährdet, gibt aber auch Boomer die sich in körperlich anstrengenden Berufen kaputt gearbeitet haben.

Wobei man sage muss, auch in den körperlich weniger anstrengenden Berufen ist die Arbeit in den letzten Jahrzehnten vielfach deutlich verdichtet worden. Nach dem, was ich so höre, ist das Stresslevel häufig deutlich gestiegen.

Einerseits hört man, dass alle länger arbeiten sollen, faktisch ist das durchschnittliche Renteneintrittsdatum deutlich gestiegen. Auch, weil es große Frühverrentungsaktionen nicht mehr gibt. Aber trotzdem höre ich von Leuten, die sich langsam dem regulären Rentenalter nähern, immer wieder mal, dass sie im Unternehmen gefragt werden, ob sie sich vorstellen könnten, etwas früher aufzuhören. Das kommt sowohl von vorgesetzter Seite als auch aus dem Kollegenkreis, wo Personen auf die frei werdende Stelle spekulieren. Gleichzeitig kommt vielfach der Hinweis von Vorgesetzten, etc. "Wenn Du willst, kannst Du gerne als Rentnerin oder Rentner in Teilzeit weiter arbeiten". Man erhofft sich wohl, dass man so flexibel Auftragsspitzen, etc. abdecken kann. Und wenn nicht genügend Arbeit da ist, dann muss der Rentner halt zuhause bleiben.

In den Medien und von Seiten der Politik ist immer wieder von der "Rente mit 63" die Rede. Viele Leute in dem Alter treibt diese Begrifflichkeit auf die Palme. Wer 45 Beitragsjahre in der Rentenversicherung erreicht hat, der kann aktuell noch zwei Jahre vor dem regulären Rentenalter in den Ruhestand gehen. Dieses reguläre Alter liegt aktuell bei 66 Jahren und 8 Monaten, demnächst steigt es auf 67 Jahre an. Eigentlich müsste man deshalb von der "Rente nach 45 Beitragsjahren mit 64 Jahren und acht Monaten" reden.

Dass die dann später mal das Leben noch genießen wollen, ist denen nicht vorzuwerfen.

Ich selbst habe Abitur gemacht und studiert. Aber vorher war ich auf der Realschule. Der überwiegende Teil meiner Mitschülerinnen und Mitschüler hat damals eine Berufsausbildung gemacht, danach die Mitschüler in der Regel Wehr- oder Zivildienst. Seitdem haben sie gearbeitet. Da höre ich "Nach 45 Jahren reicht es!". Und das halte ich auch für nachvollziehbar. Auch deshalb, weil die durchschnittliche Rentnerin oder der durchschnittliche Rentner bei Renteneintritt gerade einmal auf gut 34 Beitragsjahre zurückblicken kann. Von einigen Leuten habe ich zudem gehört, dass sie die widersprüchlichen Signale der Politik deutlich stören. "Für die Erweiterung der Mütterrente ist das Geld da, aber ich soll nicht mehr mit 65 Jahren in Rente gehen dürfen!" Vielfach ist zudem der Eindruck da, die Abschaffung der Regelung droht sehr kurzfristig, quasi "ab morgen".

Ich selbst habe beobachtet, dass Kolleginnen und Kollegen sich durch die letzten Berufsjahre "gequält" haben. Und in einigen Fällen haben sie dann von ihrem Ruhestand nicht mehr viel gehabt, weil sie recht früh verstorben sind. Ggf. auch, weil sie nicht rechtzeitig die Reißleine gezogen haben.


Was für die jungen Leute jetzt an Arbeit über bleibt, ist problematisch.
Mit AI fallen viele einfache Arbeiten einfach weg.

Definitiv.

Teilweise reicht es auch schon aus, dass die Unternehmen nicht wissen, wie sich KI auf ihre Branche auswirkt und sie deshalb präventiv die Neueinstellungen herunterfahren.

Auf der anderen Seite haben die KI-Unternehmen Stand heute allesamt keine noch profitablen Geschäftsmodelle. Man setzt bei jeder Anfrage Geld zu. Und auf der anderen Seite werden die Anfragen teilweise immer "dümmer". Trotzdem sind die Börsenkurse aller Unternehmen, die irgendetwas mit dem KI-Boom zu tun hatten, lange extrem in die Höhe geschossen. Mittlerweile zittern viele vor einer massiven Marktbereinigung, und das wohl auch zurecht.


Software-Entwickler ohne Berufserfahrung braucht man nicht.
"Ich brauche eine Upload-Funktion in PHP 8.5.12 mit Drag & Drop die mir Bilder in diesen Größen liefert...".
Das Ergebnis ist schneller als da, als das Eintippen der Frage dauert.
Man muss schon hochspezialisiert sein oder extrem vertrauenswürdig sein, wenn man da noch gebraucht wird.

Bereits jetzt ist absehbar, dass wir irgendwann keine Fachleute mehr haben, die den maschinell erzeugten Code überprüfen können. Das muss dann eine andere KI machen. Gleichzeitig ist die KI sehr effizient, wenn es um das Auffinden von Sicherheitslücken geht. Ich befürchte, wir stehen erst am Anfang, was spektakuläre KI-unterstützte Hacks angeht.

Die Entwicklung haben aber die Boomer nicht verschuldet

Außerdem gibt es Leute, die trotz 60+e (Greise!!!) sowohl körperlich als auch geistig manchen Jungspund weit überlegen sind.


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