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Kosten Polizeieinsatz (Spieltage)

Matze_82, Rheinhessen, Samstag, 14.02.2026, 16:54 (vor 6 Stunden, 44 Minuten) @ FourrierTrans
bearbeitet von Matze_82, Samstag, 14.02.2026, 17:00

Deine Krav Maga Trainer, insofern sie seriös waren, würden sicher dazu raten, einer Konfrontation mit einem Menschen mit einer Dachlatte oder Eisenstange aus dem Weg zu gehen. Das Risiko ist eben nicht zu vernachlässigen, ein unglücklicher Treffer und die beste Kampfsportausbildung bringt dir nix mehr. Also: lieber Abstand halten. Nur wenn es gar nicht mehr anders geht kämpfen!


Selbstverständlich ist Deeskalation immer die beste Variante, wenn sich jemand deeskalieren lässt. Nur hat das mit der o.g. Situation nichts zu tun, da zu dem Zeitpunkt schon Passanten bedroht, zwei Streifenwagen, Privat-PKWs und etliche Geschäftsimmobilien massiv beschädigt worden sind. Eine Situation, die in jeder Gesellschaft täglich vorkommt, dass eine Person "austickt". Deswegen gibt es die exekutive Gewalt, die dann ab einem bestimmten Zeitpunkt auch Gewalt anwenden muss, wenn sie ernst genommen werden will.

Natürlich muss hier die Exekutivgewalt die Situation lösen, aber unter Beachtung der Eigensicherung.

Natürlich kann auch eine Streifenbesatzung auf Risiko gehen und eine Festnahme zu zweit versuchen. Aber warum sollte man das tun, wenn man das Risiko durch Verstärkung minimieren kann? Weil man dann ein harter Kerl ist???


Ob es nun zwei sind oder ob man eine zweite Streife dazuholt, sei's drum.

Das macht sehr wohl einen großen Unterschied! Eine Person, selbst wenn sie schmächtig ist, die im psychischen Ausnahmezustand randaliert, kriegst du auch zu zweit nicht leicht unter Kontrolle. Je mehr Hände helfen, desto weniger Verletzungsrisiko. Ich weiß aus eigener (leidvoller) Erfahrung wovon ich rede.

Jeder Kampfsportler mit ein bisschen Hirn wird dir auch bestätigen dass Training oder Wettkampf nichts mit einem Straßenkampf ohne Regeln gemein hat. Warum also sinnlos den Helden spielen in solchen Situationen?


Hier muss man unterscheiden, von welchem Kampfsport man spricht. Sinnvoll sind für solche Szenarien und Berufe nur bestimme Arten. Krav Maga ist z.B. von Imi Lichtenfeld ganz konkret für den Straßenkampf ohne Regeln entwickelt worden (es gibt auch keinen wirklichen Wettkampf-Modus), weshalb diese Sportart weltweit sehr beliebt ist bei der Ausbildung von Polizei, Militär und Sicherheitsdienst.

Mein Punkt ist: Du kannst jahrelang Krav Maga trainieren, und dann in der Realität trotzdem hilflos sein. Im Training sticht dich keiner ab oder beißt dir in den Hals etc. Natürlich ist es trotzdem sinnvoll Selbstverteidigung zu trainieren, alleine schon um selbstbewusster und stressresistenter sowie körperlich fitter zu werden. Ich habe auch schon verschiedene Kampfsportarten ausgeübt, und trotzdem würde ich nie alleine in so eine Situation wie die beschriebene gehen, wenn ich auf Verstärkung warten kann. Es ist logisch, daß dies nicht immer möglich ist, und man manchmal sofort handeln muss.

Zumal viele tolle, im Training oft geübte Techniken und Griffe in der Realität dann doch nicht funktionieren. Armstreckhebel zum Beispiel, wenn sich jemand extrem sperrt...

Hast du schonmal dein Krav Maga in der Praxis anwenden müssen? Stand dir schonmal ein Mensch mit einer Waffe oder einem gefährlichen Gegenstand gegenüber? Ernstgemeinte Frage.


Nein, aber ich bin auch Laie, habe das nur aus reinen Fitness-Zwecken gemacht, und trage keine Uniform. Ich weiß nicht, was die Polizei in Deutschland trainiert, aber ein gut ausgebildeter Krav Maga Schüler ist auf genau solche Entwaffnungszenarien auf der Straße trainiert.

Die Polizei trainiert u.a. Ju-Jutsu. Du bekommst in der Ausbildung aber vermittelt, dass bei einer Bedrohung mittels einer Eisenstange andere Einsatzmittel zu wählen wären als ein gefährlicher "Enrwaffnungs-Versuch"mittels einfacher körperlicher Gewalt, z.B. Pfefferspray, Schlagstock und zuletzt die Schusswaffe.

"Live beobachten kann man sowas z.B. regelmäßig auf dem Hamburger Kiez, die Türsteher sind da auch teilweise sehr "kampferprobt" in Sachen Krav Maga, was Hieb- und Stichwaffen angeht."

Hierzu gibt es gutes Videomaterial von UCC Hamburg, ein ehemaliger Türsteher ist da glaube ich Chef. Die Türsteher agieren aber in der Regel deutlich offensiver als die Polizei. Da wird schneller und brutaler zugeschlagen.

"Sicherlich gibt es keine 100%ige Garantie, das nichts schiefgeht, dennoch hat man als exekutive Gewalt auch einfach ein Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu befriedigen. Ob das in dem o.g. Beispiel gegeben war, nachdem man dann am Ende den Angreifer ins Bein geschossen hat, darf sicherlich bezweifelt werden."

Optimal ist es vielleicht nicht gelaufen, aber so ist es nunmal oft in der Realität / Praxis.

"Denn ohne jede Frage würde dir jeder erfahrene Kampfsportler, wie z.B. beim Krav Maga, sagen, dass diese Situation nicht souverän gelöst wurde."

Man muss auch feststellen: der durchschnittliche Streifenbeamte ist eben auch kein Kampfsportler. Für gescheites Training ist im Alltag viel zu wenig Zeit, gerade im Wechselschichtdienst.


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