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Politik meldet sich zu Wort: FC-Choreo sorgt für Empörung (Fußball und Sport allgemein)

koom, Donnerstag, 27.02.2025, 16:27 (vor 344 Tagen) @ Sascha

Um das auch inhaltlich zu füllen, was ich daran absurd finde:

1. Ich denke der Unterschied zwischen körperlicher Gewalt und einer Choreo ist so selbsterklärend, dass ich das nicht weiter ausführen muss.

2. Der Unterschied zu homophoben und rassistischen Beleidigungen besteht für mich auf zwei Ebenen.

- Wenn ich eine Person derart beleidige, dann will ich ihn konkret treffen und als Person mit meinen Worten verletzen. Das hat eine persönliche Ebene. Diese Ebene fehlt z.B. bei dem "Messerlied", weil es an eine unspezifizierte Gruppe gerichtet ist.

- Was ich am wichtigsten finde: ich (und sicherlich auch viele, viele andere) können Blaue in der Familie, am Arbeitsplatz und im Freundeskreis haben und super mit ihnen auskommen. Und trotzdem schafft man es im Derbykontext "Am Tag als der FC Scheiße starb" zu singen. Nach Abpfiff ist dann wieder alles gut.

Wenn man aber jemanden wegen seiner Hautfarbe, oder sexuellen Ausrichtung beleidigt, dann hält man eben genau diese Eigenschaft für "minderwertig". Sonst würde man es ja nicht als Schimpfwort sehen.

Wenn ich also im Stadion einem gegenüber Spieler Affenlaute oder "Schwuchtel" als Beleidigung äußere, dann bin ich sehr wahrscheinlich auch im Leben außerhalb des Stadions rassistische und/oder homophob.

Deswegen kann ich das eine (Messer) im Rahmen eines Derbies als "derbytypisches Aufplustern" akzeptierten, das andere aber nicht.

Danke für die Ausführung.

Ich denke, eines der Probleme dabei ist einfach, welches Publikum man hat. Unter "Freunden" kann man sehr viel derber und zotiger sein. Wenn jetzt aber wildfremde Kinder dabei sind, wird man bestimmte Worte und Sprüche schon mal nicht bringen.

Genau diesen Grundanspruch an Anstand und Respekt ist dann die Sache mit der Choreo. Der Kontext ist da nicht nur Derby (da hätte ich weniger ein Problem damit), sondern auch die heutige Zeit, bei der Messerattacken ein (übertrieben) gewichtiges Thema in der Politik und Sicherheit darstellen. Und Femizid (als viel. zu. gering. kommuniziertes Thema) auch eine Rolle spielt. Und just in Düsseldorf hatte es _just_ vor 10 Jahren dann auch noch einen prominenten Fall gehabt.

Das ist mindestens unsensibel, ums mal vorsichtig auszudrücken.

Mal etwas themenfremder: Generell find ich es kacke, wenn man konkrete Gewaltaufrufe unironisch bei Anfeindungen verwendet. Denn nicht jeder empfindet es als ironisch/übertrieben, es gibt nach jedem einzelnen Spieltag bei jedem einzelnen Spiel kleinere und größere Vorfälle von Gewalt zwischen Fans. Und ich frag mich wirklich, ob das unbedingt ein muss bei etwas so dämlich bescheuerten Spiel wie Fußball, wo man einen ordentlich Geld investiert um ein paar Millionäre beim Balltreten zuzuschauen.


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