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Exkursion in die zivilisierte Welt des 21. Jhs.: (Sonstiges)

haweka, Donnerstag, 16.07.2026, 21:22 (vor 2 Stunden, 35 Minuten) @ Habakuk

Die Ungeduld der meisten Menschen rührt daher, dass sie sich selbst viel zu wichtig nehmen. Was ist daran so schlimm, ein paar Minuten an einer Supermarktkasse zu stehen? Und wenn ich die Zeit zum Einkaufen gar nicht habe, dann lasse ich es einfach bleiben oder sorge vor, dass ich mir den Einkauf erspare. Ich wundere mich immer über die vielen Leute, die für zwei Backwaren und eine Dose Cola in den Supermarkt gehen. In der halben Zeit hätte man auch morgens ein Brot schmieren und den Kaffee in die Thermoskanne füllen können.


Es summiert sich halt. Du stehst da ja nicht ein einziges mal in deinem Leben, sondern regelmäßig.

Zeit ist für die meisten Menschen ein begrenztes Gut. Deshalb versucht man auch sonst überall, Prozesse effizienter zu gestalten, beim Arzt, auf Ämtern oder im Kundenservice.

Und was andere einkaufen, ist deren Sache. Ob jemand einen Wocheneinkauf macht oder nur zwei Brötchen und eine Cola kauft, ändert nichts daran, dass ein Supermarkt ein Interesse daran haben sollte, seine Kunden möglichst zügig zu bedienen.


Alles im Leben kostet Zeit und im Laufe des Lebens summiert sich etliches. Socken anziehen, Mülltonen rausstellen, aufs Klo gehen, Warten an der roten Ampel, Warten auf den Forums-Server, Warten auf Godot. Natürlich kann man versuchen, alles zu optimieren, um da und dort ein paar Minuten rauszukratzen. Das Problem bleibt die persönliche Einstellung. Und ich sage das als jemand, der zeitweise soviel gearbeitet hat, dass kaum Zeit für einen Einkauf einmal in der Woche war. Man kann durchaus lernen, sich selbst weniger wichtig zu nehmen. Das hilft mehr, als immer alles optimieren zu wollen.

Der Supermarkt hat prinzipiell kein Interesse, seine Kunden möglichst zügig zu bedienen. Sollte es aber der Gewinnmaximierung sein, dann mag das ein Mittel dazu sein.

Supermärkte sparen am Personal und versuchen möglichst viele Kunden mit wenig Kassen abzukassieren. Dafür hat man bspw. vor etlichen Jahren die Fläche hinter den Kassen gekürzt, damit die Kunden ihre Einkäufe schneller wegpacken und mit dem Kassier oder Kassierin mithalten.

Ich vermute mittlerweile es ist eine Art von Protest, die Einkäufe nicht schnell und einfach in den Wagen zu werfen, sondern stattdessen die Waren vorsichtig und sortiert in die Einkaufstaschen zu packen.

Sobald ich in Rente bin, werde ich diesen Protest unterstützen, nur noch Bar zahlen und mein Portemonnaie an der Kasse ausschütten.


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