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Anonymität / Diskriminierung (Sonstiges)

NeusserJens, Dort wo die Erft den Rhein begrüßt, Donnerstag, 19.02.2026, 15:44 (vor 7 Stunden, 36 Minuten) @ TeddyNr1

Generell ein guter Ansatz, aber ich bin da anderer Meinung.
Mir kommt es so vor, als wäre die Verurteilung, Verunglimpfung und der Hass durch die Anonymität noch größer und stärker geworden. Auch die falschen Behauptungen sind durch diesen Umstand noch viel mehr und größer geworden.

MMn ist die Gesellschaft hierdurch auch nicht mehr diskussionsfähig, kritikfähig und auch nicht mehr lernfähig geworden. Hinzukommt das man völlig den Respekt voreinander verloren hat.

Frei nach dem Motto: Es fällt ja gar nicht mehr auf, wenn ich "Mist" erzähle, jemanden diskreditieren und ob ich nichts dazu lerne....

Mein Eindruck ist ein anderer: Es gibt tatsächlich eine generelle Verrohung, insbesondere im digitalen Raum, weil Menschen für schwachsinnige Meinungen, Verunglimpfungen, Beleidigungen und Co. viel zu selten Konsequenzen spüren. Das, was man früher nur nach 5 Bier im kleinsten Kreis am Stammtisch gesagt hat, schreibt man jetzt offen ins Netz – und kriegt dafür im Zweifel sogar Zuspruch von irgendwelchen Fremden. Und wofür man sich in der Kneipe oder auf der Straße früher eine gefangen hätte, kann man heute bequem von der Couch aus posten – ohne dafür die berechtigte Quittung zu bekommen. Da sind wir uns einig.

Das hat aber nichts mit Anonymität zu tun. Leute, die sich aufs Übelste über Ausländer, Frauen, LGBTQI+, die Grünen oder sonstwas auslassen, machen das z.B. bei Facebook ohne Hemmungen mit ihrem Klarnamen und offen erkennbarem Profilbild, oft auch mit Verknüpfung zu Freunden und Verwandten, sodass du deren halbes Leben kennst. Es sind längst nicht mehr nur die shitpostenden anons von 4chan, die absoluten "Müll" von sich geben.

Das Problem ist nicht die Anonymität, das Problem ist das vollkommen fehlende Schamgefühl. Der Titel des Buchs von Gisèle Pelicot trifft das bestens: Die Scham muss die Seite wechseln.


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