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Frankreich / Stand Donnerstagabend (Corona)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 24.04.2020, 17:25 (vor 2089 Tagen) @ CHS

Hier die Zahlen vom Donnerstagabend:

- 120.804 identifizierte Infizierte aktuell seit dem 01.03. bislang.

- 29.219 Patienten werden aktuell in den Kliniken behandelt.

- 5.053 Patienten befinden sich aktuell auf den Intensivstationen; im Saldo hinzugekommene / auf die Stationen zurückverlegte Patienten ergibt sich zum fünfzehnten Mal in Folge ein negativer Wert (- 165). Der Trend ist eindeutig und wird den Maßnahmen des confinement zugeschrieben. Vor zwei Wochen wurden in der Spitze fast 7.200 Patienten auf den Intensivstationen behandelt, nun sind es über 2.000 weniger.

- 21.856 Tote sind aktuell seit dem 01.03. in den Krankenhäusern sowie den Alten-/Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen bislang zu verzeichnen; davon 516 in den letzten 24 Stunden.

- In den Kliniken sind seit dem 01.03. aktuell 13.547 Tote bislang zu verzeichnen (+ 311 in den letzten 24 Stunden), in den Heimen 8.309 (+ 205 in den letzten 24 Stunden).

- 42.088 Patienten haben aktuell seit dem 01.03. bislang die Kliniken nachhause verlassen.


Sonstiges:

- Jérôme Salomon erläuterte gestern der Nationalversammlung die aktuelle Situation und stellte sich den Fragen der Abgeordneten.

Aktuelles Ziel sei es, bis zum deconfinement am 11. Mai ein Minimum an Covid-19 - Erkrankten zu erreichen.

Das Virus zirkuliere weiter bis ein Medikament zur Behandlung respektive ein Impfstoff verfügbar sei.

Ziel in Frankreich sei es nicht, eine kollektive Immunität zu schaffen. Dies würde eine in ihrer Wucht nicht einschätzbare, aber vermutlich sehr starke zweite und dritte Welle bedeuten, was als zu gefährlich eingestuft würde. Zeil sei es vielmehr, die Zirkulation des Virus so weite Stimme zu minimieren bis zu verhindern und Bedingungen zu schaffen, um Zeit zu gewinnen, bis eine Medikament zur Behandlung bzw. ein Impfstoff zur Verfügung stünde. Dies bedeute aber auch, dass Regeln des confinement wie physische Distanz zu halten auch im deconfinement weiter gelten müssten.

Man wisse um das Risiko einer Rückkehr der Epidemie, einer zweiten Welle im Moment des deconfinement. Dies bedeute, man müsse sich entsprechend vorbereiten. Es werde nur einen Ausstieg geben, wenn im deconfinement weiter die essentiellen Vorsichtsmaßnahmen gelten würden.

- Der Verband der Intensivmediziner und andere Fachgesellschaften hat die Typen-Auswahl der Beatmungsgeräte kritisiert, von denen die Regierung 10.000 bestellt hat und die von einem vom Präsidenten bestimmten Firmenkonsortium unter der Federführung des Spezialisten Air Liquide momentan produziert werden. 1.500 dieser Geräte entfallen auf den Typ ‚T60’, ein klassisches Gerät für die stationäre Nutzung. 8.500 dieser Geräte entfallen allerdings auf den leichter zu bauenden Typ ‚Osiris‘, der für den Einsatz im Notfall- und Transporteinsatz vorgesehen ist und nicht für einen längeren stationären Einsatz. Die Fachgesellschaften kritisieren, dass es genau umgekehrt hätte sein müssen.

Das Firmenkonsortium erhält pro Gerät von der Regierung 3.000 €. Dies sei der Selbstkostenpreis; ein Gewinn würde mit diesen Geräten nicht erzielt.

- Die Hochschule ‚Ecole des hautes études en santé publique‘ (EHESP) hat am 22.04. eine unter Koordinator Pascale Crépey durchgeführte Modellrechnung veröffentlicht, wie die Infektionsentwicklung und die entsprechenden Folgen in der Zeit vom 19.03. - 19.04. ausgesehen hätten, wenn es keinerlei Gegenmaßnahmen gegeben hätte. Insbesondere die Entwicklung in den beiden am stärksten betroffenen Regionen Grand Est und Île-de-France spielten dabei eine Rolle.

Die Zahl der täglichen Toten hätte sich alle 4 - 5 Tage verdoppelt; am 19.04. wäre man bei 10.000 gewesen. 23% der Bevölkerung wären infiziert gewesen. Daraus wäre eine Welle entstanden, welche die Krankenhäuser mit schweren Fällen überschwemmt hätte und die nicht zu absorbieren gewesen wäre. %st 670.000 Patienten hätten in die Kliniken gemusst, davon wären ca. 140.000 schwere Fälle gewesen; 100.000 Intensivbetten wären erforderlich gewesen; allein in Île-de-France 30.000. In der Spitze waren es mit den Maßnahmen 7.148 Patienten auf den Intensivstationen im gesamten Land.

Dies würde definitiv zeigen, dass die Idee, das Virus gewähren zu lassen, keine sehr gute gewesen sei. In Île-de-France und Grand Est haben man sehen können, was eine zugeriegelt Kapazität bedeuten würde und welcher Aufwand Verlegungen bedeuten. Man gehe davon aus, dass ein früheres confinement Leben gerettet hätte.

Ohne jegliche Maßnehmen wären demnach 73.900 Menschen in den Hospitälern gestorben, im Vergleich zu den tatsächlichen 12.200

- Präsident Macron scheint vom einheitlichen deconfinement abzurücken, hält aber nicht von einem nach Regionen gestaffelt. Er könne sich aber eines vorstellen, dass nach Bedingungen vor Ort stattfinden könne (womit wohl die Départementsebene gemeint ist).

- Restaurants, Cafés, Bars, etc. bleiben vom deconfinement vorläufig ausgeschlossen, obwohl die Branche heftig protestiert. Auch der ins Spiel gebrachte Termin 15. Juni ist keineswegs bestätigt.

- Laut einer Umfrage zögern oder weigern sich zwei Drittel aller Eltern, ihre Kinder mit dem 11. Mai wieder zur Schule zu schicken, weil sie die Infektionsgefahr als zu hoch ansehen.


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