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Neue Daten vs Alte Daten (Corona)

Fluegelflitzer, Göttingen, Montag, 27.04.2020, 16:51 (vor 2086 Tagen) @ jniklast

Ja eine Quote ist immer relativ, das ist die Definition. Du redest doch völlig an der Argumentation vorbei und kommst damit, dass durch Meldeverzögerung und ähnliches die eigentliche Abnahme der Ansteckungen um den 15.03. liegt. Kann alles sein und ist in der Tat etwas, was man genau untersuchen sollte um zu sehen welche Maßnahmen wichtig sind und welche vielleicht nicht.

Es geht aber in dieser Diskussion darum, dass der Autor des Artikels behauptet, dass das (exponentielle) Wachstum der Fallzahlen vor allem auf die Ausweitung der Tests zurückzuführen sei und nicht, dass Covid-19 selber sich in diesem Maße ausgebreitet hätte. Gegen diese These spricht eindeutig die Entwicklung der Quote an positiven Tests.

Ein letztes Mal nochmal für dich, denn ich habe immer noch ein wenig Hoffnung, dass du es wirklich nicht verstehst und nicht einfach nicht verstehen willst: diese Quote gibt an, welcher relative Anteil der Tests insgesamt positiv ausgefallen sind.
Bis einschließlich KW10 gibt das RKI eine Quote von 3.1% an. Das zeigt schonmal, dass für jeden erkrankten 32 weitere Personen getestet wurden, die nicht erkrankt waren. Es war also nicht so, dass man vor lauter erkrankten mit den Tests nicht hinterherkam.
Bis KW14 ist die Quote der positiven Tests auf 9,0% angestiegen. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Tests um mehr als das dreifache. Nun hatte man also viel mehr Tests zur Verfügung und wenn die Prävalenz des Virus konstant geblieben wäre, dann hätte auch die Quote der positiven Ergebnisse gleich bleiben müssen (oder sogar sinken, schließlich konnte man nun ja noch mehr Personen aus dem Umfeld jedes erkrankten Testen, wenn es gar nicht viel mehr erkrankte gab). Tatsächlich stieg auch die Quote deutlich, was eindeutig daraufhin zeigt, dass sich das Virus in dieser Zeit exponentiell ausgebreitet hat.

Dass der Testzeitpunkt bzw. Meldezeitpunkt nicht dem Erkrankungszeitpunkt entspricht ist klar. Das ändert aber nichts am exponentiellen Wachstum, welches nicht durch die erhöhten Tests bedingt war.

Ok, dann versuche ich es auch noch ein letztes Mal zu erklären. Bei dir habe ich ebenfalls noch etwas Hoffnung. Die 9% aus KW14 kommen dadurch zu Stande, dass in dieser Woche unheimlich viele Fälle auf Basis des Meldedatums (nicht des Erkrankungsdatums!) erfasst wurden. Hast du dir die Grafik auf dem Dashboard des RKI überhaupt mal angeschaut? Wenn ja, verstehe ich nicht, wie du meinen Punkt nicht verstehen kannst, wenn du den gelben Anteil in KW 13 und 14 siehst.
Es sieht also in deiner alten Statistik so aus, als wäre der prozentuale Anteil bis KW14 angestiegen. Das ist aber falsch und genau wegen der dahinter liegenden Problematik hat das RKI ja seit ein paar Tagen eine neue Erfassungsmethode. Ein Großteil der Leute aus KW14 in deiner Statistik sind schon weit vorher infiziert geworden, sodass sich für die die Zeit von KW12 bis KW14 eine ziemlich unspektakuläre Steigunsrate (wenn überhaupt) ergibt. Genau das zeigt ja die Grafik, wenn man sich nur die blauen Balken anschaut. Der gelbe Anteil verteilt sich logischerweise auf die vorherige Zeit, sodass sich ein Plateau vom 16.03 bis 03.04 ergibt. Schaut man sich nur die Zahlen nach Erkrankungsdatum an, ist der 16.03 der alleinige Höhepunkt und die Kurve fällt nach dem 23.03 kontinuierlich ab.

Ich habe mir jetzt nochmal die Mühe gemacht, deine alten Daten mit den neuen Daten (Stand heute) des RKI abzugleichen. In deiner alten Statistik gibt das RKI zum Beispiel für die KW 13 31.900 positive Fälle auf. Die neuen Daten zeigen aber für diese Woche (23-29.03) nur 19.000 Fälle nach Erkrankunsdatum an. Die Fälle nach Meldedatum fallen logischerweise immer in frühere Wochen auf Grund der Zeit zwischen Ansteckung und Entwicklung von Symptomen. Unsere Diskrepanz ergibt sich ganz einfach daraus, dass du dir nur die alten Daten angeschaut hast und die neuen Daten des RKI anscheinend überhaupt keines Blickes gewürdigt hast. Wir diskutieren also im Prinzip über zwei verschiedene Sachen aneinander vorbei. Die alte Statistik, die du für deine Argumentation benutzt bildet die Steigunsrate nicht wieder, genau deswegen hat das RKI ja eingelenkt. Wenn das RKI selbst seine Daten für unzureichend hält, verstehe ich nicht, warum du weiterhin stur daran festhälst.


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