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Frankreich / Stand Freitagabend (Corona)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 25.04.2020, 13:17 (vor 2088 Tagen) @ CHS

Hier die Zahlen vom Freitagabend:

- 122.577 identifizierte Infizierte aktuell seit dem 01.03. bislang; davon 1.773 in den letzten 24 Stunden.

- 28.558 Patienten werden aktuell in den Hospitälern behandelt; davon sind 1.346 in den letzten 24 Stunden hinzugekommen. Der Saldo neuaufgenommene / entlassene Patienten ist erneut negativ (- 561). Ein sich langsam fortsetzender, aber momentan eindeutiger Trend.

- 4.870 Patienten befinden sich aktuell auf den Intensivstationen; davon sind 155 in den letzten 24 Stunden hinzugekommen. Der Saldo hinzugekommene / auf die Stationen zurückverlegte Patienten ist weiterhin negativ (- 183). Der klare Trend setzt sich auch hier langsam, aber stetig fort.

- 22.245 Tote aktuell seit dem 01.03. bislang in den Krankenhäusern sowie Alten-/Pflegeeinrichtungen und ähnlichen Einrichtungen; davon 389 in den letzten 24 Stunden.

- 13.852 Tote davon aktuell seit dem 01.03. bislang in den Krankenhäusern (+ 305 in den letzten 24 Stunden) und 8.393 in den Heimen (+ 84). Die Zahl der täglichen Toten in den Heimen scheint (bei aller Vorsicht hinsichtlich der Interpretation) abzunehmen.

- Seit dem 01.03. wurden/werden über 87.000 Patienten in den Hospitälern behandelt, davon mussten ca. 15.000 auf die Inetnsivstationen.


Sonstiges:

- Nach Jérôme Salomon sei es möglich, dass das Virus über die Klimaanlagen transportiert werden kann; das dadurch entstehende Risiko schätzt er allerdings als gering ein.

- Der Verkauf von Nikotinpflastern in den Apotheken wurde limitiert, damit diejenigen, die tatsächlich ein solches benötigen, auch damit versorgt werden können. Zur Zeit wird eine Studie hinsichtlich eines möglichen protektiven Schutzes von Nikotin vor dem Coronavirus durchgeführt, nachdem in einigen Pariser Krankenhäusern entsprechende Beobachtungen gemacht worden waren. Die diesbezüglichen Pressemeldungen haben wohl eine verstärkte Nachfrage ausgelöst.

- Die französische Regierung hat angekündigt, Air France - KLM mit 7 Mrd € zu unterstützen.

- Eine Verschiebung der großen Schulferien in den September hinein wurde in die Diskussion über die Wiedereröffnung der Schulen eingebracht.

- Die Anzahl der Meldungen/Beschwerden/Anzeigen, die sich auf direkte Nachbarn beziehen, sei laut Polizei und Ordnungsbehörden in den letzten Wochen des confinement um 70% gestiegen.

- Nachdem die Leichtathletik-EM in Paris abgesagt wurde, geraten auch die French Open und die Tour de France wieder in die Diskussion um eine Absage. Die zuständige Ministerin jedenfalls stellte sich nicht unbedingt hinter eine Durchführung dieser Veranstaltungen. Bei beiden Ereignissen spielen wirtschaftliche Interessen und Zwänge eine große Rolle. Die Tennisanlagen wurden für einen dreistelligen Millionenbetrag umgebaut und ohne Einnahmen dieses Jahr droht der Konkurs. Und ein Ausfall der diesjährigen Tour würde auch das Aus für nicht wenige Rennställe bedeuten.

- In der Diskussion um eine mögliche Zunahme der Vorfälle in den ‚sensiblen Vierteln‘ hat ein Politiker der Regierungspartei den Vorschlag gemacht, bei einer Ausweitung zu Unruhen die Armee einzusetzen. Dieser Vorschlag wurde von Innenminister Castener umgehend strikt zurückgewiesen.
Derweil steigen die Sorgen um eine essentielle Notlage in diesen Vierteln, insbesondere in St. Denis nördlich von Paris. Viele der dort lebenden Menschen verdienen ihr Geld mit geringqualifizierten und gering bezahlten Tätigkeiten, die keine Chance auf Rücklagenbildung lassen. Oftmals können gerade diese Tätigkeiten momentan nicht ausgeführt werden. Es fehlt also Geld, um die Familie zu versorgen. Hinzu kommt eine unbekannte, aber als hoch eingeschätzte Anzahl von ‚Illegalen‘, die sich täglich auf dem Arbeitsstrich für 30 € am Tag verdingen. Denen fehlt momentan jegliches Einkommen. Die Schlangen vor den ehrenamtlich betriebenen Lebensmittelversorgungsständen werden daher immer länger. In Anbetracht dieser Situation erscheint es momentan relativ ruhig zu sei, was aber auch täuschen kann. Es ist auch möglich, dass die Lunte bereits brennt und das Pulverfass explodieren könnte. Die Politik weiß um die Situation, muss aber auch schnell und vor allem pragmatisch handeln.


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