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3. Triell... (Politik)

markus, Montag, 20.09.2021, 09:54 (vor 1615 Tagen) @ Schaumkrone

..denke ein Thread dafür lohnt nicht.


Scholz wieder sehr souverän. Laschet ziemlich am schwimmen und dagegen, dass Menschen am unteren Ende der Nahrungskette ein wenig mehr bekommen sollen.


Ich finde dieses Format eigentlich ganz gut- nur ist das Ganze viel zu komprimiert aufgrund der zeitlichen Komponenten. Fast immer, wenn es mal interessant wurde und die Fakten+ Standpunkte kommen mussten wurde das Thema gewechselt. Ein Triell über 6-8 Stunden wäre doch mal was!
Dann wären viele Aussagen vielleicht auch nicht so unverständlich missverständlich.
So ist Laschet mit Sicherheit nicht dagegen, dass Menschen mehr Geld bekommen sollen.
Er möchte das Thema nur nicht pauschal über die 12€ abhandeln da es vielen, die bereits mehr verdienen gar nichts bringen würde. Als Beispiel nannte er die Pflege, die seiner Aussage nach bereits einen Mindestlohn von € 15 hat. Er sagte ja mehrfach, dass dieses Thema die Tarifparteien u.a. gestalten sollten. Da hätte ich mir z.B. mehr Infos gewünscht wie das dann genau laufen soll und was das konkret bedeutet für den Arbeitnehmer, der z.B. bei Hermes Pakete zustellt.

Im Kern hat Laschet sogar Recht. Für die Lohnfindung sind die Tarifpartner zuständig. Das Dumme ist nur, dass die Tarifbindung in den letzten 30 Jahren deutlich zurückgegangen ist. Wer früher noch wie selbstverständlich zur Mittelschicht gehörte, weil die meisten Unternehmen gute Löhne nach Tarif gezahlt haben, liegt heute oft unter 12€ Stundenlohn. Leider liegt das fast ausschließlich an den Arbeitnehmern selbst, die heute nicht mehr Mitglied in der für sie zuständigen Gewerkschaft sind. Seit knapp drei Jahrzehnten haben die Gewerkschaften mit einem Mitgliederrückgang zu kämpfen. Das wissen auch die Unternehmen und treten nach und nach einfach aus der Tarifbindung aus. Ernsthafte Arbeitskampfmaßnahmen drohen bei geringer Mitgliederquote nicht. Die Unternehmen denken sich: Warum soll ich nach Tarif zahlen, wenn hier eh keine Sau Gewerkschaftsmitglied ist? Dann kann ich doch auch den Markt entscheiden lassen und Lohnkosten einsparen. Und das ist leider ihr gutes Recht. Wenn die Arbeitnehmer kein Interesse an Gewerkschaften haben, dann sind sie offenbar auch mit einer Bezahlung weit unter Tarif zufrieden. Zumal Tarifverträge normativ eh nur für Mitglieder gelten, für alle anderen nur, wenn das einzelvertraglich zugesichert ist.

Es muss trotzdem eine Untergrenze geben. Diese sollte dort liegen, wo relative Armut beginnt. Wenn jemand Vollzeit arbeitet, kann es nicht sein, dass ein Einkommen so gering ist, dass er nebenbei noch Zuschüsse beantragen muss. Das ist unwürdig. 12€ Mindestlohn verbessert die Situation für zehn Millionen Arbeitnehmer ein wenig. Das ist übrigens immer noch nicht viel. Laschet ist trotzdem dagegen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein CDU Politiker demnächst eine Werbekampagne für Gewerkschaften macht. Da kommen dann ganz schnell die oben genannten Argumente ans Tageslicht: „Was habt ihr denn? Die Mitarbeiter sind doch mit dem Gehalt zufrieden, die wollen gar keine Gewerkschaften“.


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