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"Die Boomer" (Sonstiges)

Foreveralone, Dortmund, Dienstag, 11.04.2023, 08:42 (vor 1012 Tagen) @ Habakuk

Dass wir Boomer zuviel CO2 verbraten haben, ist den meisten bewusst. Das Thema wurde bewusst spätestens seit Mitte der 80er, spätestens ab den 90ern. Ab dem Jahr 2000 hätte man konsequenter Schritte einleiten müssen, da die technischen Mittel zu dem Zeitpunkt zur Verfügung standen. Ab da hätten sich aber auch die Gen Xler beteiligen können, was die auch nicht getan haben. Das man dann die letzten 20Jahre verschlafen hat, ist nicht nur Sache der Boomer. Und die Millenials in meinem Umfeld haben einen Fußabdruck, den ich damals nie und nimmer hatte. Jeder dudelt mit einem Verbrenner rum, während ich Fahrrad gefahren bin, fliegt durch die Gegend, was bei uns nicht der Fall war. Es ist ein generationenübergreifendes Problem und jeder und jede muss sich an die eigene Nase fassen anstatt irgendeiner Generation den Spiegel vorhalten zu wollen.


So ist es. Und leider ist es eine alltägliche Erfahrung, dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind, beim Auftreten eines Problems der Suche nach einer Lösung den Vorrang zu geben. Stattdessen muss erstmal ein Schuldiger gefunden werden, was selten ohne weiteres möglich ist und auch zur Lösung in der Regel nichts beiträgt. Danach geht es oft darum, mögliche Lösungen zu untergraben, weil man dadurch Nachteile für sich selbst befürchtet. Gerne werden dann irgendwelche "Naturgesetze" definiert, an denen man angeblich nicht vorbei kommt (z.B. das goldene Kalb Wirtschaftswachstum). Die Lösung gerät im Laufe der Zeit zur Nebensache und wird erfolgreich verschleppt.

Was die Generationenfrage angeht: Ich kann nicht erkennen, dass Menschen sich umweltbewusster verhalten, je jünger sie sind. In fetten Autos sitzen ebenso häufig junge wie ältere Menschen. Mit dem Auto Brötchen holen können Zwanzigjährige ebenso gut wie Sechzigjährige. Mehrminütiges Laufenlassen des Motors auf dem Parkplatz oder in der Hauseinfahrt ist - zumindest in meiner Umgebung - eher Sache der Jüngeren. Urlaubsreisen mit dem Flugzeug gehen quer durch alle Altergruppen, im Seniorenbereich erfolgt das zumindest bei einigen Mitmenschen aber unverhältnismäßig oft, weil reichlich Zeit und Geld vorhanden sind. Schottergärten mit Plastikzäunen sind bei jüngeren Menschen nach meinem Eindruck noch beliebter als bei älteren. Zusammengefasst: beim umweltbewussten oder umweltschädlichen Verhalten der verschiedenen Altersgruppen sehe ich nur wenig Unterschiede.

Was die Zukunft anbelangt, betrifft diese die Jüngeren naturgemäß stärker als die Älteren. Bei einem jungen Menschen genügt also schon das Bewusstsein für die eigenen Zukunftsprobleme, um auf die Idee zu kommen, dass sich etwas ändern muss. Wenn man älter ist, so bedarf es zu einer solchen Überlegung schon eines Mindestmaßes an Verantwortungsbewusstsein anderen gegenüber. Mangel an Verantwortung ist leider ein verbreitetes Problem in unserer Gesellschaft, aber nicht generationenspezifisch.

Um zur Klimaproblematik zurückzukommen: Die Bekämpfung der Klimakatastrophe muss Vorrang vor allen anderen Dingen haben. Wer gegen Klimaschutzmaßnahen argumentiert, indem er beispielsweise dem Wunsch nach größtmöglicher individueller Mobilität einen gleichwertigen Status verleiht, der hat entweder nichts kapiert oder nimmt bewusst einen unvorstellbaren Schaden für alle folgenden Generationen in Kauf. Die Fehler der Vegangenheit können uns dabei helfen, es ab jetzt besser zu machen, sie dürfen aber nicht die Blaupause zur Fortsetzung des bisherigen Irrsinns sein.

Keine Ahnung wie ich jetzt auf diesen Thread gestoßen bin, aber diese Generationenvergleiche sind völlig Banane.

Fakt ist, dass die Boomergeneartion wesentlich mehr politischen Einfluss in Deutschland hat um etwas zu bewegen können und ich von einem 60 Jährigen wesentlich mehr Vernunft und Bewusstsein erwarte, als von jemanden der sich in seinen besten Jahren noch austoben möchte.


Ja, der Spielball liegt bei Baujahr 50-70


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