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Elend, Siff, Gestank und Dreck: Das Stadtbild von Dortmund (Sonstiges)

Kutte92, Münster, Dienstag, 11.07.2023, 21:02 (vor 922 Tagen) @ Klopfer

Mal an alle "echten" Dortmunder hier: Seit wann hat denn die Verelendung in dieser Stadt so zugenommen?


Ich antworte dann mal, weil ich mich als "echter Dortmunder" durchaus angesprochen fühle.
Es gibt keinen konkreten Zeitpunkt, ab wann die Sichtbarkeit des von dir angesprochenen Elends zugenommen. Ja, es hat zugenommen, aber das war ein kontinuierlicher Prozess.

Ein Grund ist wohl auch die häufigere Vertreibung von anderen Brennpunkten wie altes Gesundheitsamt, Nordmarkt oder Münsterstr. in den letzte 10 Jahren. Das führte zu einer Konzentration in der Fußgängerzone und vor allem am Hauptbahnhof. Hier ist die Auffälligkeit für Besucher, speziell wenn sie aus der heilen Welt der westfälischen Provinz kommen, natürlich größer.
Hinzu kommt eine massiver Verlust von preiswertem Wohnraum in der Nordstadt, vor allem durch Zuzug aus den neuen EU-Ländern nach 1990.

Insgesamt unterscheidet sich das hier in der Hinsicht alles nicht von anderen Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt. Und international ist das im Vergleich mit anderen Metropolen doch sehr gemäßigt.
Dabei will ich das jetzt nicht verharmlosen, es ist unschön, das ist klar, aber dass sich internationales Publikum davon irritieren ließe, das glaube ich nicht so. Das kennen die aus ihren Ländern, sofern ihnen die Verhältnisse in Großstädten bekannt sind, sicher auch.

Das ist der Blick auf die Probleme der Welt und eine Erscheinung, die sich nicht ohne massive Benachteiligung gerade der Betroffenen einfach so beseitigen ließe. Die Fußgängerzonen und der Bereich vor dem Bahnhof ist öffentlicher Raum und wo sollten Obdachlose hin, wenn nicht in die Öffentlichkeit.
Dass es dann so Leute wie Dich gibt, die sie lieber nicht sehen, beziehungsweise riechen würden, wird diese in unserer Gesellschaft Benachteiligten nicht so interessieren.

Irgendwann kommt dann auch die Forderung an die Kommunalpolitik, dass man da ja unbedingt etwas tun müsse. Da kann ich dir als ehem. Ratsmitglied auch nur berichten, dass es viele Versuche gibt, die Probleme, speziell das der Obdachlosigkeit, zu beheben.

Was ihnen jedoch nicht hilft, sind beleidigende Worte und diskriminierende Bezeichnungen. Das sage ich jetzt in aller Deutlichkeit, sowas Verächtliches, wie in deinem Posting, möchte ich hier nicht nochmal lesen müssen.

Also erstens lebe ich mehr als die Hälfte des Jahres in Berlin und habe mehrere Jahre meines Lebens in durchaus heftigen Metropolen wie Rio de Janeiro, Mexico City und Kapstadt verbracht. In puncto Elend haut mich also nichts so leicht vom Hocker.

Zweitens geht es mir keineswegs darum, irgendwelche Obdachlosen an den Pranger zu stellen. Das habe ich weiter unten auch nochmal betont. Und das wird aus meiner Sicht auch in meinem Ausgangsposting mehr als deutlich. Wo du da Beleidingungen entdeckst, ist mir schleierhaft.

Ich habe einfach nur beschrieben, was ich hier in Dortmund beobachte. Und dass diese Verwahrlosung aus meiner subjektiven Sicht einfach krass zugenommen hat.

Und ich finde eben durchaus, dass das kein akzeptabler Zustand ist. Vor allem wenn man sich beispielweise mit Kindern durch die City bewegt.

Überdies ist es eben nicht so, dass das "in jeder deutschen Großstadt" so ist. So etwas wie hier in Dortmund habe ich echt selten erlebt, allenfalls in Hamburg. Aber nicht mal in Berlin oder Frankfurt ist diese geballte Dichte an Elend so ausgeprägt wie hier in der Innenstadt und am Hbf.


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