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Elend, Siff, Gestank und Dreck: Das Stadtbild von Dortmund (Sonstiges)

Ghombre, Mittwoch, 12.07.2023, 14:47 (vor 921 Tagen) @ el_ayudante

Die FDP ist hier ja nicht gerade wohlgelitten, aber geht es bei den 150.000 EUR fairnesshalber nicht um zu versteuerndes Einkommen anstelle von Nettoeinkommen?


Ich stand vielen Ideen und Ansätzen der FDP gemäß Programm sehr aufgeschlossen gegenüber - daher ärgere ich mich eher sowohl über meine Naivität, als auch über die FDP, die doch wieder ins alte Klientelmuster zurückfällt.

Das verstehe ich nur zu gut, leider wohl mit das Hauptübel für politischen Frust. Warum genau die versprochenen Dinge nicht umgesetzt wurden weiß man als Wähler so gut wie nie. War es Unwille oder wurde man schlicht getäuscht? Oder war im Rahmen eines Austarierens in einer Koalition schlicht nicht "mehr drin" und dafür wurden andere Punkte aus dem Wahlprogramm durchgeboxt, die aber für Dich nicht entscheidend für die Stimmabgabe waren?

Das mit der Klientelpolitik bringt mich immer etwas zum Schmunzeln. Ist es einer Partei nicht gerade wesensimmanent, dass sie in gewissem Maße Klientelpolitik betreibt? Klar würde man am liebsten 100% aller Stimmen holen, aber am Ende läuft es darauf hinaus, dass man "seine" Wähler holt, also Leute, die sich in den Ideen wiederfinden.
Jede Partei hat da ihre eigene Klientel, gefühlt wird da historisch am meisten bei der FDP draufgehauen, inzwischen kommen auch die Grünen in den Genuß des Anwurfs, wenn Vorschläge zu viel urban-klimabezogenes enthalten.
Wirft man in gleicher Härte der SPD auch Klientelpolitik für den "Arbeiter" vor oder der CDU für "Rentner" oder was auch immer bei der CDU die eheste Klientel ist?

Das macht ja schon einen Unterschied, ob wir über 150.000 EUR netto oder die vom Spiegel im Zuge dieser Diskussion kolportieren 180.000 EUR Jahreseinkommen reden, die nach allen Abzügen zu 150.000 EUR zu versteuerndem Jahreseinkommen führen.


Buschmann hat in einer dieser zig Talkshows (vielleicht als Versprecher) von Netto-Einkommen gesprochen. Das ist bei mir hängen geblieben. Vor allem, weil Buschmann als gebürtiger Gelsenkirchener durchaus wissen müsste, dass die Realität eine andere ist. Ob nun der "offizielle Sprech" doch anders ist, ändert aber auch wenig - auch 150.000 brutto sind nicht die Regel.

Ich bin ganz bei Dir, diese 180.000 brutto sind sicherlich ebenfalls nicht die Regel, treffen aber zumindest auch einige Akademiker in der Familiengründungsphase im eigenen Umfeld (Ärzte/Anwälte/Ingenieure/BWLer), die ich in ihren 30ern nicht als Bestandteil der Oberschicht ansehen würde. Die meisten haben sich nicht so eingerichtet, dass sie mit 50% ihres Gesamteinkommens auskommen würden.

Ist es daher nicht ebenso Klientelpolitik, die Grenze von 300.000 auf 150.000 abzusenken? Das bedient zwar den Impuls, dass es "denen da oben" ja nicht wehtut, aber im Endeffekt vertreibt man damit diejenigen, die eine beträchtliche Steuerlast tragen und auch bei vielen anderen Dingen (Krankenkasse/KiTa-Beitrag uvm) gerne mit dem Höchstsatz belegt werden oder man bekommt als Gesellschaft weniger Nachwuchs aus diesen Elternhäusern. Das Für und Wider einer derartigen Politik darf da jeder für sich abwägen.
Du liest aus meinen Zeilen, dass ich die Absenkung nicht für die klügste Entscheidung halte, aber man muss schon ein wenig schmunzeln, dass allein durch den Passus "zu versteuerndes Einkommen" geschickt die Beamten außen vor sind, die zumindest im eigenen Freundeskreis ganz überwiegend Grün wählen und so die Familienministerin der eigenen Basis an der Stelle nichts zumuten muss ;)


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