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Transfer Update-Die Show: Zusammenfassung aus Dortmunder Sicht (BVB)

Pfostentreffer, Samstag, 28.06.2025, 12:40 (vor 200 Tagen) @ Jonatan

Zeig doch mal die Bibelstellen wo Jesus zu Homophobie oder Unterdrückung der Frauen aufruft :-)

Jesus nicht. Jesus war ein grosser Freund von Minderheiten (quais ultrawoke), besonders queeren Menschen. Er bewegte sich sehr stark unter Frauen, Schwulen, Eunuchen, Trans Menschen usw. Deswegen ist es umso bitterer, dass es ausgerechnet Christen sind, die Queer- und Homofeindlichkeit vor allem eine christliche Geschichte ist.

Queerfeindliche Beispiele aus der Bibel: Das berühmtest Beispiel ist sicher Levitikus Kapitel 18, Vers 22 heißt es: „Und bei einem Mann sollst du nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt. Es wäre ein Gräuel“. Später wird dafür noch die Todesstrafe ins Spiel gebracht.

Ein gutes Beispiel, dass es aber gar nicht darauf ankommt, was drin steht, sondern nur relvant ist, wie konservative A*löcher es interpretieren und die entsprchenden Narrative über Jahrtausende fortbestehen und Menschen töten, ist sicherlich die Geschichte von Sodom und Gomorra (interessante Gegend übrigens, wenn Netanjahu nicht gerade wieder Krieg spielt).

Erstes Buch Mose, Kapitel 19. Die Männer von Sodom fordern von Lot, einem gottgefälligen Mann, die Herausgabe seiner beiden (männlichen) Gäste, um „ihnen beizuwohnen“. Später zerstört Gott die Stadt Sodom für ihre Sünden. In den sozialen Medien verurteilen Christen Homosexualität immer wieder, indem sie dieses Beispiel heranziehen, da die christliche Theologie die Zerstörung Sodoms durch Gott auf die Homosexualität zurückführte.

Tatsächlich ging es um das Gegenteil, nämlich das Gott sie Strafte, weil sie nicht Gastfreundlich genug waren.

Bis heute sagt aber jeder in er christlichen Welt "ist ja wie Sodom und Gomorra hier" und es wird zur "moralisch richtigen Säuberung" genutzt.

Was das anrichtet, hat Sascha schon teilweise gepostet. In Brasilien (christlich übrigens) - grundsätzlich eines der sexuell offensten Länder mit dem grössten Queerpride der Welt in Sao Paulo - werden jedes Jahr die meisten Trans Menschen auf der Welt getötet. Uganda hat Sascha verlinkt. Ich persönlich habe seit einigen Jahren Kontakt zu dem ugandischen Aktivisten Steven Kabuye, der von christlichen Fundamentalisten zu fast zu Tode gepügelt wurde und mittlerweile aus Uganda nach Kanada flüchten musste (was ein Glück, dass er nicht in die USA geflüchtet ist, sonst würde er jetzt das gleiche wieder erleben). Zudem bin ich mit einem Engländer befreundet, der 2019 - 2024 in Ghana gegen die neuen Gesetze zur Auslöschung Homosexueller (eingebracht durch christliche Marionetten der europäischen und amerikanischen Evangelikalen und und Hardcore Katholiken, die deren Gehälter und Propaganda bezahlen). Aber auch er musste Ghana 2024 verlassen, weil die physischen Angriffe durch radikale Christen einfach zu gefährlich wurden. Auch wurde ihre aktivistische Infrastruktur komplett zerstört.

Ghana, eines der ehemalig liberalsten Länder in ganz Afrika, hat heute mit die härtesten Gesetze gegen Homosexualität (und steckt damit gerade seine Nachbarn an). Heute glauben laut Umfragen 95 % der Bevölkerung, dass Homosexualität unafrikanisch (was für ein schlechter Scherz und war vor einigen Jahren noch drastisch anders), unchristlich und ein import des woken Westens ist (nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein). Dementsprechend sind Progrome an der Tagesordnung, denn man verteidigt ja die "afrikanische Identität".

All diesen Scheiss glauben und Machen die Menschen dort nur, weil Evangelikale und Katholiken ihnen jetzt über 2 Jahrzehnte die queerfeindlichen Scheiss- Narrative ins Hirn geprügelt haben. Für meinen Kollegen ging es noch halbwegs gut aus, mit britischem Pass konnte er wieder zurück nach UK. Seine Mitaktivisten sind über halb Afrika verteilt, komplett häufig in sehr prekären Verhältnissen lebend, häufig vergewaltigt von den ja überhaupt nicht schwulen extremen Christen. Manche haben Glück und es nach Südafrika geschafft, einige in den aktuellen liberalen Hort direkt nebenan, an die Elfenbeiküste. Manche sind Tot.

Die Chancen, mit der Story anerkannter Asylberwerber in Deutschland zu werden, stehen übrigens praktisch gleich 0. Nicht nur würden die Ghanaer ja durch ein sicheres Drittland einreisen, sondern gilt Ghana seit 1993 als "sicheres Herkunftsland". Falls sie doch die Chance auf einen Asylantrag bekommen, kann man davon ausgehen, dass Behörden und Gerichte sie trotzdem wieder abschieben werden. Begründungen enthalten dann gerne Sätze wie "kannt sich nicht mit der Regenbogenfahne aus, kann also nicht schwul sein" oder "er hat gesagt, der Analverkehr tat ihm nicht sehr weh- täuscht die Homosexualität also nur vor".

Aber das nur am Rande. ich könnte noch zig solcher Beispiele bringen.


Kommen wir zurück zu Jesus. In der Bibel wirst Du über das oben angesprochene Leben von Jesus nichts finden. Dort ist das Leben von Jesus nur von seiner Geburt bis zu seinem 11 Lebensjahr und dann wieder die letzten 3 Jahre, von seinem 30ten bis zu seinem letzten, dem 33. Lebensjahr. Davon abgesehen, dass die Bibel, die du heut auf deutsch liest, mit der orignalen Bibel von vor langer Zeit nicht mehr so viel zu tun hat.

Bibelstellen die Homosexualität verdammen?

Glücklicherweise haben die Juden (kurze Erinnerung: Jesus war Jude) die 20 Jahre dazwischen dokumentiert. Daher wissen wir, dass Jesus wor allem mit seiner Ausbildung zum Rabbi beschäftigt war, grosse Teile seines Lebens an einem Ort verbracht hat, den man heute wohl am ehesten als "Kibbuz" bezeichnen würde.

Dort hat er gelebt, gelernt und gelehrt, sich für Benachteiligte, Minderheiten und Schwache eingesetzt und würde heutezutage wohl als Ultramegawoke gelten.

Mit dem Christentum hat all das aber nichts zu tun. Das Christentum ist zwar nicht die primäre Ursache für Frauenhass in der Welt (im Gegensatz zu Hass auf queere Menschen, da ist das Christentum historisch way on top), war in den letzten 2000 Jahren aber eindeutig der mit riesigem Abstand grösste Verstärker.

Dazu muss man wissen, dass bis vor 12.000 Jahren (sorry, Kreuzherz, aber die Erde existiert schon länger als 6.000 Jahre) - also des Einsetzens von stabilen klimatischen Bedingungen, so das auch Zivilisation möglich war (also das, was wir - auch hier wieder vor allem Christen - gerade killen, die klimatischen Bedingungen, die Zivilisation ermöglichen) - Frauen und Männer hauptsächlich nomadisch, aber egalitär im Jäger und Sammler Verbund zusammen lebten. Beide Gruppen - Männer und Frauen - waren zum überleben extrem aufeinander angewiesen.

"Die Solidarität der Geschlechter war ihr eigentliches Erfolgsgeheimnis" formuliert es Historiker Kai Michel in seinem Buch "Die Wahrheit über Eva". Ein Buch, was für Leute mit deinen oder Kreuzherz Ansichten sicher sehr verstörend wirkt. Aber sehr lehrreich ist. Also klare Leseempfehlung.

Erst mit dem Ackerbau geraten die Frauen in die Defensive. Radikale Ernährungsumstellung und die quasi abgeschaffte Mobilität sorgen dafür, dass Frauen viel öfter schwanger werden, dadurch gesundheitlich schwächer und ihre Lebenserwartung sinkt. Auch Privateigentum wird eingeführt, was dazu führt, dass die Söhne zur Vertreidigung bei ihren Familien bleiben und Frauen "dazugeholt" werden. Privateigentum führt zudem zu der Zeit der Kriege (die bis heute anhält) und somit zu einer Männerwelt. Kampf wird jetzt als ultimative Männlichkeit wahrgenommen, der Wert von Weiblichkeit verliert. Die Gesellschaften sind nicht mehr solidarisch und egalitär (also wieder: Woke), sondern werden im Eiltempo auf streng hierarisch umgestellt. Frauen werden aus der Öffentlichkeit verdrängt, der Grundstein des Patriachats ist gelegt.


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