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Tragödie in Hanau (Sonstiges)

Fluegelflitzer, Göttingen, Donnerstag, 20.02.2020, 23:15 (vor 2141 Tagen) @ ooohflupptnicht

Komm mir doch nicht mit Fakten ;-)

Ernsthaft, gibt ja auch Wissenschaftler, die argumentieren tatsächlich, es gäbe keinen "freien Willen" und die Wünsche, etwas zu tun würden im Nachhinein vom Gehirn konstruiert, um Geschehnissen "einen Sinn" zu geben. Deshalb seien auch Erinnerungen häufig falsch und wir würden eigene Lügen gerne tatsächlich selbst glauben.

Wenn das irgendwann einmal "handfest" und allgemein anerkannt ist, stellt sich die Frage nach der Verantwortung aber nach JEDER Handlung. Mein Verstand ist zu limitiert, um zu erkennen, wie man eine persönliche Verantwortung für seine Handlungen weitgehend ersetzen kann.

Die Diskussion um "mildernde Umstände" gibt es bei Straftaten ja häufiger im Boulevard. Lustigerweise bestreiten in der Regel diejenigen, für die Du diese mildernden Umstände geltend machen möchtest, die Existenz derselben und beklagen die Berücksichtigung von Vorgeschichten bei der Bewertung von Schuld.

Ich bin wie gesagt auch nicht der Ansicht, dass freier Wille nicht existiert. Ich halte es mit Jose Ortega "I am I and my circumstance". Grundsätzlich finde ich nur, dass man bedenken sollte, dass der Mensch kein völlig freies, unabhängiges Wesen ist, dass in seinem Charakter und seinen Entscheidungen völlig isoliert von seiner Umwelt oder seinen Bedingungen ist. Wer und wie wir sind und wie es dazu gekommen ist, dass sind Fragen die niemand klar beantworten kann, aber so simpel wie "jeder entscheidet selbst, wer er ist", ist es mit Sicherhheit nicht.

Gerade deswegen sollte man es sich bei einem gesellschaftlich so wichtigem Thema wie dem Wiedererstarken der nationalsozialistischen Ideologie in Deutschland nicht so einfach machen wie "Das sind halt alles Arschlöcher". Vielmehr sollten wir uns fragen, woher diese Entwicklung kommt und was man dagegen als Gesellschaft tun kann. Leider bin ich mir hier sehr sicher, dass was immer wie tun können, nur sehr langfristig wirken kann und nicht von heute auf morgen passieren wird.
Die Angst vor dem Fremden, die sogar manchmal in Hass überschlagt, gibt es in jedem Land unserer Welt und sie hat es immer und zu jeder Zeit gegeben. Es ist kein speziell deutsches Problem und wenn man anerkennt, dass die Angst vor Fremden zu einem gewissen Teil Bestandteil der menschlichen Natur ist, dann kann man beginnen zu überlegen, wie man negativen Entwicklungen wie heute begegnet.


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