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Südlich von Gran Canaria: Dutzende Ertrunkene nach neuem Unglück mit Flüchtlingsboot befürchtet (Sonstiges)

Grigori, Ort, Donnerstag, 22.06.2023, 11:41 (vor 941 Tagen) @ Jurist

Wobei natürlich in Industrieländern die Auswirkungen durch den Klimawandel auf die Bevölkerung um einiges geringer sind. Meist lässt es sich aufs Wetter runterbrechen.
Da meckern dann die Bauern aber das Land importiert einfach mehr. Und situativ durch Fluten oder ähnliches betroffene Leute machen zZ auch noch keine großen Mengen aus und für die macht es natürlich wenig Sinn, in dem Moment auszuwandern.
Also finde ich zumindest schwierig den Klimawandel als kleine Mitursache einzustufen, weil die Auswirkung des Klimawandels die Leute, wo auch die wirtschaftlichen Gründe größer sind, definitiv auch härter treffen.


Aber die Mitursache räume ich ja gerade ein. Und Du räumst ein, dass es andere Gründe sind, die zur Migration führen: materielle und existenzielle. Also ist da doch gar kein Dispenz. Offensichtlich sind wir doch einer Meinung.

Der große Widerstand kommt doch aus einer anderen Richtung:

Der Klimawandel wird von manchen quasireligiös als Todschlagargument fpr alles genutzt und dann auch noch mit dieser lächerlichen Schuldzuweisung verbunden. Das ist das Problem. Und ich verstehe zu gut, dass diese, die diesen Ansatz verfolgen und ihn permanent von ihrer Bubble eingebläut bekommen und in in der Folge auch permanent verbreiten, jegliche kritische Anmerkung als Angriff auf den Kern verstehen. Ich verstehe es, ich halte es nur für unfassbar dumm und trivial.

Es gibt menschengemachten Klimawandel, das wird zu Veränderungen führen, wir können diesen - vielleicht, vielleicht ist es auch dafür schon sogar schon zu spät - aufhalten oder zumindest verlangsamen. Wir müssen uns an die Begebenheiten anpassen und das werden wir auch tun. Das verlangt Opfer jetzt und wird es auch später tun. Okay, lebt damit! Aber hört doch endlich auf, die ganze Zeit rumzuheulen, dass die Welt untergeht und wir daran schuld sind. Wem nützt das außer der Befriedigung des Gefühls auf der richtigen Seite zu stehen?


Letztlich ist die Sache ja ganz einfach. Unser Wirtschaftssystem produziert systematisch Ungleichheiten, die in jedem Land und im globalen Maßstab zunehmen. Wenn nun durch die fortschreitende Klimakatastrophe die natürlichen Ressourcen der Erde zurückgehen, in geringerem Maße ausbeutbar werden oder Wetterextreme direkt die wirtschaftlche Infrastruktur beeinträchtigen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Die Menschheit schafft es, ein globales System ökonomischer, gerechter Teilhabe zu etablieren, in der nicht eine handvoll Kapitalisten soviel Vermögen besitzt, wie mehrere Milliarden Menschen zusammen.

Das bisherige System wird beibehalten, die Ungleichheiten werden sich verschärfen und mit immer intensiverer Gewalt im Zaun gehalten werden müssen. Der Lieblingsanwalt des Forums nennt das "Migration regulieren". Wenn man es ausbuchstabiert, bedeutet das: Mehr Menschen ins Mittelmeer stoßen, an den befestigten EU-Außengrenzen sterben lassen oder die Drecksarbeit von afrikanischen "Partnerregierungen" bzw. der Türkei übernehmen lassen. Das hat den Charme, dass die Brutalität des Systems es dann nicht mehr so oft in die hiesigen Zeitungen schafft.

Dich verorte ich natürlich auf dem zweiten Pfad aber ich respektiere die Konsequenz, mit der du da unterwegs bist (ehrlich). Denn ich finde nichts abstoßender als den Standpunkt, den Kapitalismus im Kern zu unterstützen, sich aber über dessen Konsequenzen keinerlei Gedanken zu machen, diese dafür aber heftig moralisch abzulehnen, wenn sie sich dann mal offenbaren (wie es z.B. die Grünen tun).


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