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SPD knapp über 5% (Politik)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Sonntag, 08.03.2026, 19:20 (vor 15 Stunden, 53 Minuten) @ Lattenknaller

Das ist schon traurig, was aus meiner ehemaligen Stammpartei geworden ist…Es wird eine Nischenpartei, die zukünftig nur noch als Mehrheitsbeschaffer dient…


Ich hätte sie in BaWü bei 2-3% gesehen. Ein Achtungserfolg, finde ich. RLP wird hier allerdings entscheidender sein. (Ganz) früher stark CDU-dominiert, ist RLP seit einigen Jahrzehnten ein SPD-Land, seit Mitte der 2000er aber auch mit starken Abwanderungstendenzen der SPD-Wählerschaft, die einige Zeit mal bei über 40% dort lag. Zuletzt wandern auch da immer stärker Wähler/innen der neuen Arbeiterklasse ab, die ihr "heil" in anderen Parteien wie AfD, FW und co. suchen. Das ist in Summe auf Landes- und Bundesebene besonders dramatisch, dass die Unglaubwürdigkeit der SPD als Arbeiterpartei in den vergangenen 1-2 Jahrzehnten sich derart manifestiert hat, da man doch eine immer extremere Ungleichheit in der BRD sieht. Die Wähler/innen in der BRD der SPD aber einfach keine echte Sozialpolitik für die Mitte mehr zutrauen/glaubt und es so im Grunde in Deutschlad gar keine echte Sozialdemokratie mehr gibt. Es gibt verschiedenste politische Stilblüten des Turbokapitalismus, die der Wählende ankreuzen kann, aber eine starke soziale politische Stimme gibt es nicht mehr. Das wird sich irgendwann bitter rächen, befürchte ich.


Wir hatten das glaube ich schon ziemlich oft. Aber nichts von dem, was nötig wäre, um diese Schere auch nur ansatzweise wieder zu schließen, konnte und kann die SPD in den Regierungskonstellationen umsetzen. Dazu gehören dann starke Änderungen im Steuerrecht von Arbeit zu Kapital, Erbe und Vermögen, Unterstützung im Bereich Wohnungen und dann auch Verkehr, Ausbau der Infrastruktur. Das setzt dann aber auch voraus, dass man das wirklich möchte, manchmal habe ich den Eindruck dass die SPD wirklich damit zufrieden ist mit ein bißchen mehr Bürgergeld und Mindestlohn. Unter Merkel konnte sie an der ein oder anderen Stelle andere Stellschrauben setzen, so dass das öffentlich erkenntlich war und sie 2021 über 20% gehoben hat. Und das ist auch jetzt wieder so, und das noch viel ausgeprägter, weil die Partei personell komplett ausgeblutet ist. Man musste sich Bärbel Bas ja nur anschauen gerade. Die SPD hätte 2017 nicht mitmachen dürfen bei der ganzen von Lindner angestifteten Farce. So strukturell kann man sich nur in der Opposition erneuern.

Das sind meiner Ansicht nach zwei sehr wichtige Punkte. Zum einen ist es so, dass der "sweet point of no return" irgendwann unumkehrbar überschritten war. Man hatte sich sukzessive mit immer weniger glaubwürdiger/nachvollziehbarer Arbeiterpolitik immer verzichtbarer bzw. unsichtbarer gemacht, bis man irgendwann gar nicht mehr wirklich soziale Politik mit großen Hebeln konkret auf Bundesebene, teils auch dann immer stärker auf Landesebene, umsetzen konnte, schlicht, weil einem die Stimmen zur Machtausübung fehlten. Ich erinnere mich noch daran, dass selbst in den letzten Jahren meiner Schulzeit immer häufiger im Klassenraum die Frage gestellt wurde "Was unterscheidet die SPD denn eigentlich von der CDU?".
Zum anderen vermisse ich ganz konkret auch die von dir genannten Punkte, die ich mal fett markiert habe. Mir fällt die SPD immer mit Mindestlohn und Bürgergeldforderungen auf, die sicherlich berechtigt sind, aber wenig bis gar keine Arbeiter vor'm Ofen hervorholen. Aber gut, vielleicht ist das am Ende auch einfach nur noch Folklore und die Führungsköpfe suchen primär die eigene Bereicherung und man nimmt sich die üblich einfachen/gängigen Themen vor.


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