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Lasst uns reden... über den ÖRR (Sonstiges)

tim86, Hamburg, Donnerstag, 25.07.2024, 03:54 (vor 545 Tagen) @ Habakuk

Ich bin ein absoluter Befürworter des ÖRR. Ohne diesen hätte sich unsere Bundesrepublik vermutlich nicht zu dem stabilen, demokratischen, pluralistischen und lebenswerten Staat entwickelt, der er heute (noch) ist.

1. Die Nachrichtenberichterstattung (hier an erster Stelle Tagesschau und Tagesthemen) ist bis heute journalistisch vorbildlich und von höchster Qualität, und deshalb natürlich auch beliebte Zielscheibe der populistischen Verdummungspolitik. Aber auch in den Radioprogrammen erhält man wichtige Informationen zuverlässlich und verständlich. Wer lieber reißerische Überschriften und Halbwahrheiten sucht, der wird natürlich enttäuscht.

2. Es bleibt nicht allein bei den Nachrichten, auch die Hintergrundberichterstattung ist hochwertig und lässt keine Themen aus. Wer zum Beispiel hin und wieder WDR 5 hört, der weiß mehr als andere und sieht viele Dinge nicht nur aus der beschränkten Sicht der Bespaßungswelt. Gute Reportagen im Fernsehen muss man suchen, aber auch da wird man fündig.

3. Wem eine gewisse Bildung in Geschichte, Politik, Geographie oder Naturwissenschaften wichtig ist, der erhält eine geradezu unerschöpfliche Palette an Informationen in den zahlreichen Dokumentationen auf Spartensendern wie arte, 3sat, Phoenix usw.. (Neulich liefen beispielsweise auf arte mehrere Dokumentationen über den "Wilden Westen". Danach habe ich allerdings die US-Amerikaner noch weniger verstanden als je zuvor, allerdings nicht, weil ich durch das Ansehen dümmer geworden wäre.)

4. Bis zur Jahrtausendwende war der ÖRR zudem Hauptquelle der Unterhaltung aller Generationen und hat viele von uns entsprechend geprägt. Was am Dienstagabend im Fernsehen lief, war am Mittwoch Thema auf dem Schulhof, am Arbeitsplatz oder beim Sport. Ich persönlich finde bis heute noch immer genügend Angebote an Spielfilmen und Serien auf den genannten Spartensendern, ab und zu bleib ich mal bei einer Quizshow hängen. Kostenpflichtige Streamingdienste brauche ich persönlich eigentlich nicht.

Während ich dir bei Punkt 1-3 zustimme, muss ich dir bei Punkt 4 klar wiedersprechen. Ja lange war der ÖRR Hauptquelle der Unterhaltung, wobei zur Jahrtausendwende schon niemand sich auf dem Schulhöfen mehr über ÖRR Sendungen unterhalten hat. Es war schon da, eher das Programm der älteren Generation. Auf der Schule wurde eher über Sendungen auf RTL, Sat1, Pro7 oder RTL2(Animes) gesprochen.

Und gerade diese Unterhaltung, die hauptsächlich für eine ältere Zielgruppe Produziert wird, muss sich diese Zielgruppe dann selbst finanzieren und kann nicht von der Gesellschaft verlangen sie für sich mit zu finanzieren.

Hier hilft auch nicht funk als Feigenblatt, als Programm für die jüngere Generation. Das macht nur 0,3% der Ausgaben aus und wird auch nicht groß Konsumiert. Und funk ist auch keine Unterhaltung für die junge Generation, sondern zum großen Teil Programm mit Bildungsauftrag. Aber auch hier muss reformiert werden und stärker geguckt werden mit wen man zusammen arbeitet.

Dem ÖRR würde es gut tun, sich auf Nachrichten und Bildung zu konzentrieren und Unterhaltung/Sport nur sofern günstig zu Produzieren/kaufen als Beiwerk zu haben. Aktuell ist aber die Bildung und Nachrichten das günstige Beiwerk der Unterhaltung für die Generationen 60+ durch alle finanziert, während die jüngeren sich ihre Unterhaltung noch zusätzlich finanzieren müssen.

Guckt man sich die Ausgaben des Senders ARD an, so wird nur 21% des Budgets des Senders für Politik, Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Nachrichten ausgegeben. Für Unterhaltung, Film und Sport hingegen wird 71% ausgegeben. Es müsste eigentlich anders herum sein.

Schaut man sich alle Sender an, so bekommen jene Sender, die sich tatsächlich auf die Bildung und Informationen konzentrieren(tagesschau24, 3Sat, Phoenix, Arte, ARD Alpha) zusammen nur 2,4% der Rundfunktgebühren.


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