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Das ändert genau gar nichts (Sonstiges)

Kulibi77, Montag, 30.10.2017, 19:39 (vor 3064 Tagen) @ Knüppler17

Ich vermute eher das Gegenteil. Die Wähler wollen schon bei den Midterms 2018 eine Ahnung davon haben, wo die Reise hingeht. Je länger die Personalfrage verschoben wird und sich kein Kandidat etabliert, der moderate Demokraten mit Sanders-Anhängern und ggf. moderaten Ex-Republikanern versöhnen kann, desto stärker wird diese Auseinandersetzung den Wahlkampf 2020 belasten und die Gräben dann vertiefen.

Das wäre aber absolut unüblich. Normalerweise entscheiden sich potentielle Präsidentschaftskandidaten erst nach den Kongresswahlen 2 Jahre davor ob sie einen run vorbereiten. Anfang des Folgejahres wird dann meistens die Teilnahme als Kandidat an den Primaries bekannt gegeben. Und meistens setzt sich auch nicht der früh favorisierte Kandidat in den Primaries durch. Von daher wäre das eine seltsame Erwartung an das politische System der USA jetzt schon einen starken Kandidaten zu produzieren. Im Gegenteil sieht man an Clinton oder Mitt Romney dass eine frühe Positionierung am Ende eher schlecht ausgeht. Solche Leute die für 4 oder 8 Jahre nur auf die Kandidatur / Präsidentschaft hinarbeiten erschöpfen sich schnell und haben den Geruch von zuviel Establishment.

Gerade deshalb wäre es ja so dringend nötig, jetzt einmal zusammenzukommen und die Steilvorlage zu nutzen. Genau das kriegen die Demokraten aber nicht gebacken.

Die US-Demokraten sind so heterogen aufgestellt, es gibt einen liberalen Flügel, einen sehr zentristischen Flügel (den man gegen Republikaner von vor 30 Jahren austauschen könnte), ein eher gemäßigt linker "sozialdemokratischer" Flügel und die Bernie-Fraktion. Wie willst du das unter einen Hut bringen ohne automatisch die andere Hälfte der Partei zu vergraulen? Nein, erstmal ohne Grabenkämpfe in die Kongresswahlen gehen und danach in ergebnisoffenen Primaries den Kandidat mit der größten Unterstützung finden. Statt jetzt schon von oben herab einen Kandidaten aufzubauen. Das wäre die Wiederholung der Fehler der Clinton-Kandidatur.

Am Ende wird den Demokraten nur das übrig bleiben, was sich schon 1924 als notwendig darstellte: Eine Neustart, der alte Zöpfe abtrennt und eine Zukunft aufzeigt. Damals dauerte es acht Jahre, bis FDR die Wahl gewann und mit dem New Deal einen historischen Schritt gehen konnte - und acht Jahre sind imho auch der Horizont, auf den die Demokraten sich dieser Tage neu erfinden und ausrichten sollten/müssen.

Das glaube ich nicht. Solange die Führung der Partei nicht wieder versucht einen Kandidaten wie Clinton auf Teufel komm raus durchzudrücken, kann die Erneuerung doch recht schnell gehen. Wie euphorisch waren die Demokraten als plötzliche Obama auftauchte? Sowas braucht die richtigen Leute und nicht unbedingt Inhalte.


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