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Ein Genuss +1 (Sonstiges)

Nietzsche, Dienstag, 03.11.2020, 10:56 (vor 1887 Tagen) @ Nolte

Ahhh, jetzt verstehe ich, was Du meinst. Ich überlege die ganze Zeit, was Du bloß hast. Ich erkläre mal:

Ich habe das weiter unten ausgeführt. Religionen können beispielsweise für viele Menschen dezidiert positive Wirkung haben, die
(a) in den rationaleren Erklärungen der Wissenschaft keine ausreichenden Antworten finden, oder
(b) zu diesen beispielsweise aufgrund von Armut und mangelnden Bildungsmöglichkeiten keinen Zugang haben.

Diese Punkte sind heikel. Die Antworten der Religion sind ja keineswegs weitreichender als die der Wissenschaft. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ergeben die halt keinen Sinn.
Religionen funktionieren als Grundlage für das Zusammenleben. Das stellt ja niemand in Abrede. Aber sie haben eben gravierende Schwächen. Davor darf man doch nicht die Augen verschließen.

Wer einmal die Lebenswirklichkeit von Menschen erlebt hätte, für die einer dieser Punkte gilt, wüsste das, und würde nicht so abschätzig über Gläubige sprechen.

Ich achte Religionen gering, nicht Menschen.
Dein Argument ist ja, dass die Religion genau dann gut funktioniert, wenn die Menschen ungebildet sind, bzw. keinen Zugang zu wissenschaftlicher Bildung haben. Man kann sich doch nicht abschätzig über Menschen äußern, die keine Wahl haben. Das ergäbe keinen Sinn.
Das ist dann eben die Art von Sozialkonstrukt, die unter diesen Umständen funktioniert.
Wir sind uns einig!

Aber was sagt das über das Wesen von Religion?
Und was ist mit denen, die eine Wahl haben? Denen wissenschaftliche Bildung sogar zwangsverabreicht wird?

Unter diesen Umständen ist Religion einfach nur negativ, weil sie der Vernunft im Wege steht.

Wie gesagt: Verbringe mal eine Weile in einer ländlichen Gegend beispielsweise im ländlichen Afrika, wo jedes zehnte Kind vor seinem fünften Geburtstag stirbt, die Schulbildung auf niedrigstem Niveau bleibt, und die einzigen verlässlichen Institutionen religiöser Natur sind, und sag' denen: "Du bist dumm, wenn du an Gott glaubst. Und dass viele deiner Verwandten jung sterben, joa, damit musst du dich halt abfinden."

Niemand sagt sowas. Welchen Wert hätte es, den Leuten, die ein so hartes Leben und keine Bildung haben, sowas zu sagen?
Aber ist es deswegen falsch, dass man Religion loswerden sollte, sobald es geht?

Ich kenne jetzt die Umstände nicht, die Du vor Ort vorfindest. Aber mal ehrlich, gibt es nicht auch viele Situationen, in denen Verbesserungen von Lebensumständen nicht möglich sind, weil religiöse Überzeugungen im Wege stehen?
Diese Art von Problem gibt es nur mit Religionen und sie sind nicht zu lösen. Und dieses den Religionen innewohnende Problem darf man doch kritisieren.

Wer im Angesicht solcher Lebensumstände diese Aussage zustande bringt...Respekt. Naja, so in der Art.

Wie gesagt, die von Dir unterstellte Aussage habe ich nicht getroffen.


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