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Ein Genuss +1 (Sonstiges)

Nolte, Dienstag, 03.11.2020, 11:40 (vor 1887 Tagen) @ Nietzsche

Religionen funktionieren als Grundlage für das Zusammenleben. Das stellt ja niemand in Abrede. Aber sie haben eben gravierende Schwächen. Davor darf man doch nicht die Augen verschließen.

Davor verschliesse ich auch nicht die Augen. Natürlich haben alle Religionen auch Schwächen. Aber sie haben auch Stärken. Das ist es, was du in Abrede gestellt hast. Die Stärken habe ich beschrieben. Ob sie die Schwächen überwiegen, hängt vom Kontext ab. Du dagegen schreibst einfach „Religion hat keine positiven Eigenschaften.“


Ich achte Religionen gering, nicht Menschen.

Ich zitiere dich mal:
Kurz: Sie macht dumm.

Trost bietet sie daher auch nur denjenigen, die sich mit diesem faulen Weltbild anfreunden können.

Für mich klingt das schon abschätzig. Und viele Atheisten sind in ihrem Weltbild ebenso faul, wenn sie die Korrektheit ihres naturwissenschaftlichen Weltbildes einfach als gegeben annehmen, ohne sich damit über die Schulbildung hinaus zu beschäftigen.

Dein Argument ist ja, dass die Religion genau dann gut funktioniert, wenn die Menschen ungebildet sind, bzw. keinen Zugang zu wissenschaftlicher Bildung haben.

Es ist einer der Aspekte, die ich genannt habe. Nicht der einzige, aber einer der wichtigeren.

Man kann sich doch nicht abschätzig über Menschen äußern, die keine Wahl haben. Das ergäbe keinen Sinn.

Genau das wird aber gemacht, wenn man sich über Gläubige oder ihren Glauben generell abschätzig äussert, ohne entsprechend zu differenzieren.


Aber was sagt das über das Wesen von Religion?

Meine Hoffnung ist, dass in der langen Frist in einer von Toleranz, Wohlstand und Bildung geprägten Welt keine Religionen mehr existieren. Eine solche Welt haben wir aber nicht.

Und was ist mit denen, die eine Wahl haben? Denen wissenschaftliche Bildung sogar zwangsverabreicht wird?

Jemand, der ohne darüber nachzudenken und zu hinterfragen die wissenschaftlichen Erklärungen akzeptiert, ist in meinen Augen nur wenig vernünftiger als jemand, der dasselbe mit den religiösen Erklärungen tut.


Niemand sagt sowas. Welchen Wert hätte es, den Leuten, die ein so hartes Leben und keine Bildung haben, sowas zu sagen?
Aber ist es deswegen falsch, dass man Religion loswerden sollte, sobald es geht?

Wenn du den Zusatz „sobald es geht“ ernst meinst, kommen wir uns näher.


Ich kenne jetzt die Umstände nicht, die Du vor Ort vorfindest. Aber mal ehrlich, gibt es nicht auch viele Situationen, in denen Verbesserungen von Lebensumständen nicht möglich sind, weil religiöse Überzeugungen im Wege stehen?

Doch natürlich. Homosexuellenfeindlichkeit oder Sexismus sind beispielsweise meist stark religiös geprägt und haben verheerende Auswirkungen für viele Menschen. Ich habe nie gesagt, dass Religion nur gut ist.

Diese Art von Problem gibt es nur mit Religionen und sie sind nicht zu lösen. Und dieses den Religionen innewohnende Problem darf man doch kritisieren.

Selbstverständlich darf man das. Es gibt viele Dinge, die man an Religionen kritisieren kann.
Wogegen ich argumentiere ist die Leugnung jeglicher positiver Effekte von Religionen oder die Behauptung inhärenter Faulheit oder Irrationalität aller Gläubigen.


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