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Mangelnde Selbstkritik (BVB)

markus, Dienstag, 07.07.2026, 10:09 (vor 2 Tagen) @ Lattenknaller

Wir sollten langsam damit aufhören, die Verantwortung für globale Probleme immer auf die kleinstmögliche Ebene abzuwälzen. In diesem Fall sind nicht die Zuschauer das Problem, sondern die Funktionäre – allen voran die UEFA. Sie haben die Macht, Missstände zu benennen und Konsequenzen zu ziehen. Genau dafür werden sie bezahlt.


Wo steht das? Sie werden de facto dafür bezahlt, den größtmöglichen Umsatz zu erzielen. Und an der Stelle sind die Konsumenten nicht die kleinstmögliche, sondern die größtmögliche Ebene. Ohne Konsumenten keine Einnahmen.


Facebook-Ulla und Diesel-Dieter63 sind zahlenmäßig deutlich überlegen. Die große Masse ist auch an der Stelle relevant.


Man sollte dann aber auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wie schon oben geschrieben ist Nokia ein schlechtes Beispiel, weil es hier andere Marken gibt. Der Markt funktioniert also. Ich kann also als Konsument problemlos für mich entscheiden und wenn es dann viele tun hat es Auswirkungen.
Bei der WM ist das schon schwieriger. Und es interessiert dann auch niemanden monetär die Bohne, wenn man nicht guckt, weil die Knete schon geflossen ist.

Der Quervergleich mit Klimawandel ist dann ganz arg schwierig. Weil ich auch hier Dinge beeinflussen und Dinge nicht beeinflussen kann. Und das mit dem verfügbaren Einkommen zu tun hat.
Und dann auch die Regeln entsprechend funktionieren müssen. Wenn Ulla also eine alleinerziehende Krankenschwester ist in einer Mietwohnung dann wird es schon schwieriger. Und wenn ich ihr dann auch noch den Mallorcaurlaub madig machen will und sie dann patzig wird, ist das im Grunde nachvollziehbar.
Sie hat halt recht wenig Spielraum um individuell ihr Konsumvervalten anzupassen. Dieter scheint es zu haben, möchte aber trotzdem eine Gasheizung in sein Mietshaus einbauen, obwohl die Wärmepumpe problemlos drin wäre, und seinen Diesel-SUV möchte er eh fahren.
Und dann hast Du irgendwelche Verbände, die sich ganze Ausnahmengenehmigungen gesetzlich absichern lassen, obwohl es auch hier die Gewinnlage hergeben würde, dass sie CO2-Steuern zahlen.
Das ist für mich eine politische Aufgabe, in der die Regelwerke einfach stimmen müssen und indem dann auch die entsprechenden Investitionen gesamtgesellschaftlich gestemmt werden müssen.

Dass die WM wegen bestehender TV-Verträge kurzfristig weniger empfindlich ist als Nokia, mag stimmen. Aber auch die FIFA lebt langfristig von Einschaltquoten, Ticketverkäufen, Sponsoren und Medienrechten. Wenn das Interesse dauerhaft sinkt, werden Sponsoren weniger zahlen und Sender geringere Summen bieten. Die wirtschaftlichen Folgen kommen zeitversetzt, nicht gar nicht.

Beim Klimawandel gilt für mich dasselbe: Natürlich kann und sollte man nicht alle Verantwortung auf den Einzelnen abwälzen. Deshalb braucht es politische Regeln. Aber daraus folgt nicht, dass individuelles Verhalten bedeutungslos wäre. Märkte reagieren auf Nachfrage – ob bei Elektroautos, erneuerbaren Energien oder pflanzlichen Alternativen sieht man das seit Jahren.

Deshalb sehe ich das nicht als Entweder-oder. Politik setzt den Rahmen, individuelles Verhalten beeinflusst den Markt. Beides wirkt zusammen.


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