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Finanzielle Lage schlecht = 65% AfD (Politik)

Brulence, an der Ruhr, Montag, 07.09.2026, 15:03 (vor 4 Stunden, 26 Minuten) @ Frank1299

Ich finde diese Zahl sagt alles. Und gibt mir auch – so seltsam das vllt im ersten Moment klingt – ein Stück weit Hoffnung.

Die Zahl stammt aus: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wahlverhalten-landtagswahl-sachsen-anhalt-2026-102.html

Demnach haben die Wähler, denen es finanziell schlecht geht, zu fast 2/3 die AfD gewählt. Und nicht die Linke, wie man vllt meinen könnte. Unter keiner anderen Gruppierung hat die AfD so viele Stimmen gekriegt.

Noch könnten die anderen Parteien handeln: Sozialer Wohnungsbau, Niedriglohnbereich abschaffen, Rentenhöhe usw..

Ich fürchte nur, die verlieren sich wieder im Kleinkrieg untereinander. Besser kann man die AfD eigentlich nicht stärken.:-(

Unabhängig vom "eigenen" Lohnniveau in Deutschland gibt es schlichtweg massig externe Faktoren, die in den letzten 5-6 Jahren dafür gesorgt haben, dass das Netto inflationsbereinigt nicht gerade gestiegen ist. Das dürfte durchaus auch AfD-Wählern klar sein.

Und doch setzt an diesem Punkt ein ziemlich großes Problem an:
Ein finanzieller bzw. gesellschaftlicher Aufstieg ist und bleibt für viele Illusion. Lebensträume, wie z.B. der Aufbau einer Familie oder Immobilienerwerb sind nicht oder nur unter größten Entbehrungen drin - und da werden sich viele, die jetzt zwischen 30 und 40/45 sind, vielleicht mal an die Lebensgeschichte ihrer Eltern zurück erinnern und sich fragen, warum das bei denen denn drin war, man selber aber nicht so recht von der Stelle kommt.

Soll heißen:
Früher reichte auch durchaus mal ein normaler Alleinverdiener, um der Familie ein Häuschen in den Ort zu setzen. Heute oftmals undenkbar. Da muss Mutti dann schon mindestens mal ne Halbtagsstelle in Kauf nehmen, damit man den Filius ausreichend betreut weiß während man parallel darauf hofft, dass nicht wieder irgendwo eine Wasserstraße geschlossen oder ein Gas-Terminal im Oman beschossen werden und dadurch das Tanken, der Wocheneinkauf und der neue Gas-Vertrag um x Prozent teurer werden.

Und wenn der Blick nicht mehr nach oben geht, wandert er nach unten. Verbunden mit der Frage "Wer nimmt mir hier denn eigentlich was weg?". Der Populismus hat darauf dann natürlich glühende Antworten. Ukraine, peruanische Radwege, Migranten, Klima=Klimawandel=Klimalüge. Kann man sicherlich noch massig ergänzen. Natürlich würde dann ein Blick ins Wahlprogramm reichen, um festzustellen, dass die AfD keinesfalls an den Hebeln dreht, die es mir besser machen. Aber: den Anderen gehts zumindest schlechter. Immerhin.

Diese gesamte Gemengelage wird dann irgendwann halt wahnsinnig kompliziert. Das Leben und die Welt sind kompliziert. Ukraine, Straße von Hormus, soziale Medien/Desinformation, künstliche Intelligenz, hybride Kriege, Migration. Wenn Dir dann einer mit Ehegatten-Splitting und Pflege-Reform um die Ecke kommt, wirds noch komplizierter.

Und eigentlich solltest Du auch E-Auto fahren, um die Welt zu retten. Und bitte, iss weniger Fleisch. Wenn dann noch der Currywurst-Donnerstag in der Kantine zum Veggie-Day transformiert wird oder das erste Halal-Gericht angeboten wird, klinkts dann irgendwann komplett aus.

Ich überspitze und verkürze. Ich glaube, dass wir große Teil der Bevölkerung mittlerweile in diesem Potpurri aus "Mach dies, lass das" und "Wir schaffen das" komplett verloren haben. Und ich meine wirklich komplett. Ich befürchte, dass wir uns in Deutschland in 10-15 Jahren gesamtgesellschaftlich komplett werden hingerichtet haben. Es gibt bereits jetzt keinen Diskurs mehr, sondern weitestgehend die eigene Bubble, aus der sich Meinungen und Ansichten speisen.


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