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Friedrich Merz ist auch ein Symptom (Politik)

Ulrich, Sonntag, 20.09.2026, 22:26 (vor 1 Tag, 4 Stunden, 42 Min.) @ MauriciusQ

Merz ist ein rhetorisch unbegabter Politiker mit handwerklichen Mängeln.

Aber die Probleme gehen auch mit jemand anderes nicht weg.

Das Problem ist dass die Gesellschaft inzwischen einfach die Augen vor den Problemen zumacht.

Friedrich Merz wäre nie zum CDU-Vorsitzenden, zum Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag, zum Kanzlerkandidaten und dann zum Kanzler aufgestiegen, wenn es nicht auch in der Union eine unstillbare Sehnsucht nach einer Vergangenheit geben würde, die es so nie gegeben hat.

Wir stecken in einer schwierigen Situation. Zuerst die von Wladimir Putin maßgeblich mit ausgelöste Flüchtlingswelle aus Syrien, dann Corona, danach der Überfall Putins auf die Ukraine, Trumps Kleinkrieg gegen alle Verbündeten, schließlich eine durch Trumps und Netanjahus Angriffe auf den Iran ausgelöste Ölkrise. Aber Friedrich Merz hat aktiv dazu beigetragen, diese Situation auch noch zu verschärfen. In seiner Zeit als Oppositionsführer hat er sich einen beträchtlichen Teil der Probleme, die er jetzt als Kanzler zusätzlich hat, selbst eingebrockt. Er hatte den Plan gefasst, die Ampel nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Schuldenbremse finanziell auszuhungern. Erst nach der Wahl kam ihm plötzlich die Erleuchtung, dass dies auch ihn finanziell fesseln würde. Also wurden die sogenannten "Sondervermögen" in einer Hauruckaktion durch den Bundestag und den Bundesrat gepeitscht. Ohne seinen von Bild, Welt, FDP und AfD flankierten Angriff auf die Energiewende, könnten wir beim Weg weg vom Öl und vom Gas bereits deutlich weiter sein. Die Linke war dabei, von der politischen Bildfläche zu verschwinden. Friedrich Merz hat ihr zu einem fulminanten Comeback verholfen, weil er zweimal im Bundestag mit der AfD gestimmt hat. Durch diese beiden gemeinsamen Abstimmungen hat er zudem beim rechten Flügel der CDU die Erwartung geweckt, er könne nach der Wahl doch eventuell mit der AfD statt mit der SPD zusammenarbeiten. Und auch die CDU selbst hat dieses Verhalten bei der kurz danach stattfindenden Bundestagswahl einige Prozent gekostet. Und jetzt steht er vor den Scherben seiner eigenen Politik.


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